# taz.de -- Olympia Bewerbung Berlin: Noch viel Überzeugsarbeit
> Berlins Senat stellt Olympiakampagne vor. Im Fokus: die Jugend und der
> Ausbau der Sportinfrastruktur. Gegner:innen halten Bewerbung für
> aussichtslos.
(IMG) Bild: Rausgeschmissenes Geld, das man besser in marode Bäder stecken sollte, sagen Kritiker
Der offizielle Startschuss für die Berliner Kampagne zur Bewerbung um die
Olympischen und Paralympischen Spiele ist gefallen. Es war einer der
Termine, die vermutlich zu den Lieblingsterminen von [1][Berlins
tennisaffinem Regierendem Bürgermeister] gehören.
Im Velodrom stellte [2][Kai Wegner (CDU]) am Freitag zusammen mit Berlins
Olympiabeauftragtem Kaweh Niroomand die ersten neun Kampagnenmotive und das
Kampagnenlogo vor. Zugegen waren auch die Senatorinnen für Inneres und
Sport, Iris Spranger (SPD) und Katharina Günther-Wünsch (CDU, Bildung,
Jugend und Familie).
Der Titel der Kampagne: „Berlin gewinnt mit Olympia“. Mit den
Kampagnenmotiven soll ab sofort in der Hauptstadt gute Stimmung bei der
Bevölkerung für Olympia gemacht werden. Im November hatte eine Umfrage im
Auftrag des Tagesspiegels eine große Ablehnung für eine Bewerbung gezeigt.
Die Gegner einer möglichen Ausrichtung der Spiele in Berlin planen für das
nächste Jahr einen Volksentscheid. Auch die Linkspartei und die Grünen
haben sich in großen Teilen gegen die Spiele positioniert.
## Über 55 marode Sporthallen
[3][Sie halte eine Bewerbung „für völlig aussichtslos“ und vom Senat „von
Beginn an lustlos organisiert“, sagte Klara Schedlich, sportpolitische
Sprecherin der Grünen, zur taz.] Besser wäre, das Geld direkt in den
Berliner Sport statt in PR-Mittel zu stecken. „Wir haben ein massives
Problem mit über 55 maroden Sporthallen und Bädern. Da kann gar kein Sport
mehr stattfinden – auch kein Schulsport.“
Er verbinde mit der Bewerbung das Ziel, eine bessere Sportinfrastruktur für
die Sportmetropole Berlin und die hiesigen Sportvereine zu schaffen, sagte
Wegner am Freitag bei der Auftaktveranstaltung vor rund 300 Gästen. Auch
150 Kinder waren darunter. Die hatte Wegner im Blick, als er sagte, vor
allem „für unsere Kinder und Jugendlichen“ sei die Bewerbung um die Spiele
eine große Chance. Und, an die Älteren gewandt: „Viele von uns haben
Olympische Spiele noch nie im eigenen Land erlebt.“
Die Volksinitiative des Landessportbundes (LSB) für eine Bewerbung hat mit
über 28.000 gesammelten Stimmen einen Beschluss im Abgeordnetenhaus
gefordert. Die Organisatoren wollen die Bevölkerung jetzt unter anderem
auch mit Workshops, Onlineseminaren sowie Kieztouren aktiv einbinden.
Thomas Härtel, Präsident des LSB, sagte am Freitag im RBB24 Inforadio, zwar
sei noch viel Überzeugungsarbeit nötig, er aber sei überzeugt, dass man
eine gute Stimmung für die Bewerbung erzeugen könne. Es gehe etwa um die
Sanierung und den Neubau von Sportstätten. Davon würden alle Menschen etwas
haben.
Die finale Entscheidung über den deutschen Bewerber soll auf einer
außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen
Sportbundes (DOSB) am 26. September fallen. Unter anderen wirft auch
München den Hut in den Ring. Offen ist, ob der DOSB sich für die Spiele
2036, 2040 oder 2044 bewirbt. Knapp eine Woche zuvor finden die Wahlen zum
Berliner Abgeordnetenhaus statt. (mit dpa)
30 Jan 2026
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