# taz.de -- Maßnahme gegen Massentourismus: Einmal Trevi-Brunnen: Rom verlangt nun 2 Euro Eintritt
       
       > Italien kämpft mit dem Massentourismus. Die Liste der italienischen
       > Monumente, für die man Eintrittsgeld zahlen muss, wird nun wieder etwas
       > länger.
       
 (IMG) Bild: Sie haben noch keinen Eintritt bezahlt: Besucher im Dezember 2025 am Trevi-Brunnen in Rom
       
       dpa | Er ist ein Klassiker eines jeden Besuchs in Rom: der Trevi-Brunnen im
       historischen Zentrum der italienischen Hauptstadt. Doch der bisher
       kostenlose Zugang zu dem wohl berühmtesten Brunnen der Welt wird künftig
       etwas kosten. Zwei Euro müssen Touristen ab Montag, dem 2. Februar, zahlen,
       um einen der wichtigsten Touristenmagneten der Ewigen Stadt ganz nah
       betrachten zu können. Rom will damit die Besucherströme besser
       kanalisieren.
       
       Ursprünglich war von Bürgermeister Roberto Gualtieri im vergangenen
       Dezember mit Pauken und Trompeten als Startdatum für die neue Regelung der
       1. Februar angekündigt worden. Nach Berichten über eine Verzögerung der
       Einführung des Eintrittsgeldes bis in den März hinein stellte die Stadt Rom
       nun klar, dass es ab Montag losgeht – also doch nur mit einem Tag
       Verspätung.
       
       Der Gedanke bei dem Eintrittsgeld ist es, der [1][Masse an Touristen] Herr
       zu werden, die täglich zum Brunnen pilgern. Denn Rom – wie auch Venedig und
       Florenz – verzeichnet zwar immer neue Besucherrekorde, damit gehen aber
       auch Probleme einher. Dort sowie an vielen anderen Orten in Italien prägen
       inzwischen völlig überfüllte Attraktionen und verstopfte Straßen das Bild.
       
       Die Fontana di Trevi ist als eine der Hauptattraktionen der italienischen
       Hauptstadt eine davon. Täglich besuchen Tausende den Brunnen für Fotos oder
       den traditionellen Münzwurf ins Wasser. Oftmals wirkte das Gedränge am
       überfüllten Wasserbecken nur noch wie der Kampf ums beste Selfie.
       
       ## Auch fünf weitere Sehenswürdigkeiten mit Eintrittsgeld
       
       Dies soll mit dem Eintrittsgeld eingedämmt werden. Bürgermeister Gualtieri
       sagte bei der Verkündung des 2-Euro-Tickets vergangenen Dezember: „Das Ziel
       ist es, die Qualität des Erlebens und der Nutzung unseres kulturellen Erbes
       zu verbessern und der Überfüllung entgegenzuwirken.“ Auch für den Besuch
       der Massenzio-Villa sowie vier bisher ohne Eintrittsgeld zu besuchender
       Museen – etwa das Museo Napoleonico – müssen Touristen künftig bezahlen.
       
       Bereits seit gut einem Jahr wird der Besucherandrang am Trevi-Brunnen zwar
       gedrosselt: Maximal 400 Personen dürfen sich gleichzeitig in der Anlage
       aufhalten. Dennoch hätten täglich etwa 30.000 Menschen den Brunnen besucht,
       an manchen Tagen sogar bis 70.000, heißt es von der Stadt.
       
       ## Wie funktioniert das neue Eintrittsgeld?
       
       Neu ist nun das kostenpflichtige Ticket. Dieses kann man schon im Voraus
       online erwerben. Eine eigene [2][Webseite] dafür soll am heutigen
       Donnerstag online gehen. Außerdem können die Tickets vor Ort ausschließlich
       mit Kreditkarte sowie an touristischen Informationsstellen gekauft werden.
       
       Vor dem Brunnen wird es den derzeitigen Plänen nach zwei getrennte
       Warteschlangen geben: eine für Besucher, die das Ticket vor Ort kaufen, und
       eine für jene mit vorab erworbenem Ticket. Aufsichtspersonen kontrollieren
       dann den Einlass. Um den Bereich am Becken werden Zäune aufgebaut
       
       Im Detail geht es um den Zugang zu dem schmalen Durchgang direkt am
       Wasserbecken. Mit dem Ticket kann man sich frei auf dieser Fläche bewegen.
       Das neue Zugangssystem gilt an den meisten Tagen von 9 bis 22 Uhr, nur
       montags und freitags von 11.30 bis 22 Uhr. Die große Piazza vor dem Brunnen
       mit Eisdielen und Touristenshops bleibt weiter für alle frei zugänglich.
       
       Die Stadt Rom ist davon überzeugt, dass mit der neuen Regelung nicht nur
       die Sicherheit vor Ort – das Getümmel war ein beliebter Arbeitsort für
       Taschendiebe, außerdem sorgte das Chaos mitunter für Konflikte unter
       Touristen und Passanten – sondern auch die Qualität des Besuchserlebnisses
       verbessert wird. Nicht jedem gefällt jedoch die Maßnahme. Kritiker
       bemängeln etwa die Monetarisierung einer historischen und kulturellen
       Stätte.
       
       ## Italien leidet am Massentourismus
       
       Andere italienische Städte haben angesichts des Phänomens des
       Massentourismus ähnliche Maßnahmen ergriffen. [3][Venedig hat etwa 2024 ein
       Eintrittsgeld für Kurzbesucher eingeführt]. Auch dieses Jahr verlangt die
       Lagunenstadt an 60 Tagen zwischen Anfang April und Ende Juli
       Eintrittsgelder. 10 Euro werden dann fällig, nur wer früh bucht –
       mindestens drei Tage zuvor – kommt mit 5 Euro davon. Übernachtungsgäste
       bleiben ausgenommen.
       
       Auch in Venedig ist der Gedanke dabei, den Massentourismus in der Stadt mit
       den vielen Kanälen und Palästen besser zu steuern. Kritiker wenden ein,
       dass der Eintritt kaum jemanden davon abhält, nach Venedig zu kommen. Und
       ähnlich wie in Rom wird in Venedig bemängelt, mit solchen Eintrittsgeldern
       werde die Stadt in eine Art riesigen Themenpark für Touristen verwandelt.
       
       [4][Leidtragende des „Overtourism“ sind übrigens nicht nur Touristen,
       sondern die alteingesessenen Einwohner]. Sie spüren die Folgen der stetig
       wachsenden Touristenströme im Alltag: überfüllte Straßen und Plätze,
       Überlastung des Straßenverkehrs sowie höhere Mietpreise und
       Lebenshaltungskosten.
       
       Für Römer gilt das 2-Euro-Ticket für den Trevi-Brunnen nicht als
       zusätzliche Belastung. Einwohner der italienischen Hauptstadt sind davon
       nämlich ausgenommen. Kulturstadtrat Massimiliano Smeriglio betonte, Rom sei
       eine Stadt, „die nicht nur den Touristen gehört, sondern vor allem den
       Römern“.
       
       29 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Kuestenort-will-mehr-Tourismus/!6142011
 (DIR) [2] https://www.fontanaditrevi.roma.it/
 (DIR) [3] /Fuenf-Euro-fuer-Venedig/!5955347
 (DIR) [4] /Nachhaltiges-Reisen/!5326186
       
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