# taz.de -- Schwiegerkind von Ex-Ministerpräsident: Anikó Glogowski-Merten leitet Niedersachsens Landeszentrale
> Die ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete wird Chefin der Landeszentrale
> für politische Bildung in Hannover.
(IMG) Bild: Will auch mit kulturellen Akteuren zusammenarbeiten: Merten-Glogowski
Die rot-grüne Landesregierung hat die FDP-Politikerin Anikó
Glogowski-Merten zur neuen Direktorin der Niedersächsischen Landeszentrale
für politische Bildung berufen. Sie war bis zum vergangenen Jahr
kulturpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Bundestag und – Funfact –
hat die Ampel-Koalition sozusagen am Küchentisch: 2022 hat sie den
Braunschweiger Ratsherrn Robert Glogowski geheiratet. Damit ist Gerhard
Glogowski – eine SPD-Größe und ehemaliger Ministerpräsident – ihr
Schwiegervater.
Gegründet wurde die Landeszentrale 2017 mit dem Auftrag, die Menschen für
Demokratie zu begeistern und das Verständnis für Politik zu fördern. In
puncto Demokratie hat sich Glogowski-Merten Meriten erworben, als sie vor
einem Jahr als eine von zwei FDP-Abgeordneten [1][gegen das
Zustrombegrenzungsgesetz stimmte], das die CDU/CSU [2][unter Inkaufnahme
von AfD-Stimmen im Bundestag durchdrücken wollte].
Der Antrag habe gezeigt, dass die CDU/CSU-Fraktion bereit sei, Mehrheiten
mit Fraktionen am rechten Rand in Kauf zu nehmen. „Dies widerstrebt den
Werten, für die ich stehe“, schrieb Glogowski-Merten [3][in einer
persönlichen Erklärung auf Facebook]. „Die Geschichte unseres Landes hat
uns gelehrt, mit Extremisten darf man keine gemeinsamen Beschlüsse
treffen.“
Glogowski-Merten gehört auch zu den 49 Bundestagsabgeordneten, die vor zwei
Jahren [4][ein Verbotsverfahren für die AfD prüfen lassen wollten].
Vorausgegangen war ein Treffen Rechtsextremer in Potsdam, das bundesweit
Demonstrationen auf den Plan gerufen hatte. Die AfD habe wieder einmal
gezeigt, wie gefährlich sie sei, sagte Glogowski-Merten damals. „Es liegt
an uns allen, die Rechtsextremen von der politischen Bühne zu drängen, die
sie für ihre Belange nutzen.“
## Die Ampel im Herzen
Die 43-jährige Glogowski-Merten ist in der DDR aufgewachsen. Sie studierte
Kunst- und Erziehungswissenschaft zunächst in Magdeburg, dann in
Braunschweig, wo sie heute noch lebt. Sie arbeitete als Lehrbeauftragte an
der Hochschule für bildende Künste (HBK) Braunschweig und als Forenleiterin
für die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung, wo sie Veranstaltungen zur
politischen Bildung organisierte und moderierte. Für ihren neuen Job bringt
sie also einige Vorerfahrung mit.
„Ich freue mich sehr, dass wir mit Anikó Glogowski-Merten eine neue
Direktorin haben werden, die aktiv mit den unterschiedlichen Zielgruppen
ins Gespräch kommen will“, erklärte Falko Mohrs (SPD), Minister für
Wissenschaft und Kultur.
Entsprechend äußerte sich die Gekürte selbst: Es sei ihr ein besonderes
Anliegen, „die politische Bildung in Niedersachsen offen, vielfältig und
digital weiterzuentwickeln“. Dazu gehöre auch eine enge Zusammenarbeit mit
kulturellen Akteurinnen und Akteuren, Schulen, Hochschulen und der
Zivilgesellschaft.
Glogowski-Merten ist links genug, um sich über eine Ampel-Koalition zu
freuen. Das habe sie sich im Wahlkampf 2021 gewünscht, sagte sie der
Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ). Denn die Ampel sei für sie „das
einzige progressive Bündnis“. Zugleich käme es für sie niemals infrage, die
Grünen zu wählen, versicherte sie – grüner Ehemann hin oder her.
Die taz erwähnte sie lobend, weil sie leidenschaftlich kritisiert habe, wie
Leute im Musikgeschäft [5][im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und
Familie] allein gelassen würden. Auch ihren Mann hat sie der HAZ zufolge
über ihr gemeinsames Interesse an der Kreativsphäre kennengelernt.
28 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Gernot Knödler
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