# taz.de -- Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt: Sven Schulze schafft es im ersten Anlauf
       
       > Nach dem Rücktritt von Reiner Haseloff hat der Landtag Sachsen-Anhalt
       > seinen Nachfolger gewählt. Überraschenderweise lief das ohne
       > Überraschungen.
       
 (IMG) Bild: Sven Schulze, neuer Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, vor seiner Wahl am 28. Januar im Landtag
       
       Sven Schulze ist der neue Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Im ersten
       Wahlgang gaben ihm 58 Abgeordnete am Montagmorgen ihre Stimmen, mehr als
       die erforderliche Mehrheit von 49 Stimmen. Er setzt die Koalition seiner
       CDU mit der SPD und der FDP unverändert fort. Die drei Fraktionen verfügen
       im Landtag über eine Mehrheit von 56 Stimmen. Zum Antritt bedankte sich
       Schulze auch bei den Abgeordneten der Opposition, die ihn gewählt hatten.
       
       Allerdings sind von der Legislatur nur noch sieben Monate übrig, danach
       könnte es anders aussehen. Denn am 6. September wählt Sachsen-Anhalt ein
       neues Parlament. Reiner Haseloff (CDU), der bisherige Ministerpräsident,
       [1][hatte Anfang Januar erklärt, er werde sein Amt nach 15 Jahren schon
       vorher räumen]. Offensichtlicher Grund: CDU-Spitzenkandidat für die
       Landtagswahl, Sven Schulze, soll vom Amtsinhaberbonus profitieren.
       
       In Umfragen liegt die Union derzeit bei etwa 26 Prozent. Bei der letzten
       Landtagswahl 2021 bekam sie noch 37,1 Prozent der Stimmen und erreichte
       damit den ersten Platz. Nun liegt sie [2][nur noch auf Platz zwei, hinter
       der AfD.] Die kommt in Umfragen auf 40 Prozent, daran haben auch
       gegenseitige Vorwürfe von Straftaten und Vetternwirtschaft innerhalb des
       Landesverbands der AfD nichts geändert. Je nach Wahlergebnis könnte die
       national-autoritäre Partei nach der Landtagswahl sogar eine absolute
       Mehrheit im Landtag bekommen.
       
       ## Eine Übergabe, kein Neustart
       
       Schulzes Wahl zum Ministerpräsidenten ist eine Übergabe, kein Neustart. Er
       verspricht wortwörtlich, die Politik seines Vorgängers weiterzuführen. Auch
       wenn die CDU in Umfragen abgesackt ist, Haseloff ist bekannt und beliebt.
       Schulze mangelt es hingegen an Bekanntheit, obwohl er seit 2021
       Wirtschaftsminister war und seit 2023 CDU-Vorsitzender in Sachsen-Anhalt
       ist.
       
       Als Ministerpräsident soll sich das ändern, so die sichtliche Hoffnung der
       CDU, damit die AfD in Sachsen-Anhalt nicht regieren kann. In seiner
       Antrittsrede bedankte sich Schulze bei Reiner Haseloff für seine Arbeit als
       Ministerpräsident. „Der Aufbau von Sachsen-Anhalt geht weiter, mit einer
       stabilen Landesregierung“, sagte er. Dann versprach er den Bürger:innen:
       „Sie können sich auf Sven Schulze verlassen.“
       
       28 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Ministerpraesident-in-Sachsen-Anhalt/!6145378
 (DIR) [2] /Landtagswahl-in-Sachsen-Anhalt/!6142872
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) David Muschenich
       
       ## TAGS
       
 (DIR) CDU
 (DIR) Sachsen-Anhalt
 (DIR) Reiner Haseloff
 (DIR) Sven Schulze
 (DIR) Schwerpunkt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
 (DIR) Schwerpunkt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
 (DIR) Schwerpunkt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt: Koalition spricht sich für Sven Schulze aus
       
       Bei der Landtagswahl tritt Regierungschef Haseloff nicht mehr an. Nun haben
       CDU, SPD und FDP zugestimmt, dass er sein Amt schon vorher abgeben darf.
       
 (DIR) Wechsel in Sachsen-Anhalt: Panik-Move in Magdeburg
       
       SPD und FDP sind bereit, Sven Schulze als Nachfolger von
       CDU-Ministerpräsident Haseloff zu wählen. Der Zeitpunkt ist katastrophal.
       
 (DIR) Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Was die AfD von der Macht fernhält
       
       Die AfD spielt acht Monate vor der Wahl in Sachsen-Anhalt schon die
       Siegerin. Aktuell regiert eine nervöse CDU. Doch es gibt auch Gegenwehr.