# taz.de -- Schweizer Bahn stellt Rekord auf: Züge so pünktlich wie nie
       
       > Die Schweizer feiern ihre pünktliche Bahn und ärgern sich über verspätete
       > Züge aus Deutschland, wo Bahnnutzende von solchen Spitzenwerten nur
       > träumen können.
       
 (IMG) Bild: Bahnhofsuhr im Züricher Hauptbahnhof: Der pünktlichste Tag in der Geschichte der Schweizer Bahn war der 28. Dezember 2025
       
       dpa | Die [1][Schweizer Bahnen (SBB)] haben einen Rekord aufgestellt: Im
       vergangenen Jahr erreichten 94,1 Prozent der Personenzüge ihr Ziel
       pünktlich, teilte das Unternehmen mit. Im Jahr davor waren es 93,2 Prozent
       gewesen.
       
       Dies sei trotz zahlreicher Baustellen und mehrerer Großveranstaltungen wie
       dem Eurovision Song Contest und der Fußball-EM der Frauen mit rund 1.600
       Sonderzügen geschafft worden. Der pünktlichste Tag in der Geschichte der
       SBB war der 28. Dezember: An dem Sonntag kamen 98,6 Prozent der Züge in der
       Schweiz pünktlich an.
       
       ## In Deutschland: 60 Prozent bei Fernverkehr
       
       Von solchen Werten [2][können Bahnnutzerinnen und -nutzer in Deutschland
       nur träumen]. Während in der Schweiz Fern- und Regionalverkehr praktisch
       gleich pünktlich sind, klafft bei der Deutschen Bahn (DB) eine Lücke. Nur
       60,1 Prozent der Fernzüge waren im vergangenen Jahr pünktlich, 88,7 Prozent
       der Regionalzüge. Für den gesamten Personenverkehr errechnet die DB daraus
       eine Pünktlichkeit von 88,0 Prozent.
       
       Die Deutsche Bahn erlaubt sich zudem mehr Spielraum als die Schweizer bei
       der Definition von Pünktlichkeit. Als verspätet gilt in Deutschland ein Zug
       ab sechs Minuten. Bei der SBB tauchen die Züge schon ab drei Minuten in der
       Verspätungsliste auf.
       
       Über die DB-Situation ärgern sich auch die Schweizer. „Besonders aus
       Deutschland kommen Züge mit Verspätungen in der Schweiz an, was sich auf
       die Pünktlichkeit hierzulande auswirkt“, bemäkeln sie. „Um dem
       entgegenzuwirken, wendet die SBB die Züge, wenn nötig, an der Grenze und
       setzt innerhalb der Schweiz Ersatzzüge ein.“
       
       ## DB-Chefin will 500 Millionen Euro bei Konzernleitung sparen
       
       In Deutschland will [3][Bahnchefin Evelyn Palla] künftig pro Jahr 500
       Millionen Euro in der Konzernleitung einsparen. „Wir wollen den Fokus legen
       auf die Funktionen, die uns tatsächlich unterstützen, dass die Qualität der
       Eisenbahn in der Fläche besser wird“, sagte sie bei einem Neujahrsempfang
       des Unternehmens in Berlin. „Und von dem Rest, von allem anderen, werden
       wir uns verabschieden, weil wir uns das einfach nicht mehr leisten können.“
       
       Man brauche deutliche Einsparungen in der Konzernleitung, betonte die
       Managerin, die seit Oktober des vergangenen Jahres an der Bahnspitze steht.
       „Was nehmen wir uns da vor? Tatsächlich eine Kostenreduktion von bis zu 500
       Millionen pro Jahr allein in der Konzernleitung.“
       
       ## Kahlschlag bei der Konzernleitung
       
       Bereits einige Wochen nach ihrem Amtsantritt hatte Palla eine umfassende
       Umstrukturierung des gesamten Konzerns angekündigt und insbesondere auf den
       Führungsebenen einen Kahlschlag geplant. Von rund 3.500 Stellen in der
       sogenannten Konzernleitung sollen demnach rund 30 Prozent abgebaut werden.
       Allein auf der Ebene unterhalb des Konzernvorstands hat Palla rund die
       Hälfte von 43 Führungsposten gestrichen. Weitere Maßnahmen sollen folgen.
       
       Als weiteren Schwerpunkt der Neuaufstellung bei der Bahn will die Chefin
       mehr Verantwortung in die Fläche verlagern. „Das heißt also, Maßnahmen für
       Qualitätssteigerungen in den Geschäften werden nicht mehr in der
       Konzernleitung getroffen, sondern in den Geschäften, direkt dort, wo wir
       nah am Kunden sind.“ Die Verantwortung für Stabilität und Qualität im
       Bahnbetrieb liegt damit künftig bei den regionalen Führungsebenen.
       
       Palla will die Fortschritte im Konzern zudem an zwei Kennzahlen messen: an
       der Pünktlichkeit und am operativen Ergebnis (Ebit). Zumindest bei der
       schlechten Pünktlichkeit ist zunächst aber keine Besserung in Sicht. Palla
       verwies auf eine Rekordzahl an Baustellen, die in diesem Jahr auf dem Netz
       anstünden und den Verkehr ausbremsten. Im vergangenen Jahr lag die
       Pünktlichkeit im Fernverkehr bei lediglich rund 60 Prozent. Das ist auch
       das Mindestziel, das die Bahnchefin für 2026 ausgerufen hat.
       
       27 Jan 2026
       
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