# taz.de -- Wintersturm in den USA: Mehrere Tote, eine Million US-Haushalte ohne Strom
> Ein arktischer Wintersturm legt weite Teile der USA lahm: Mindestens 13
> Tote, über eine Million Haushalte waren zeitweise ohne Strom.
(IMG) Bild: Schneesturm in New York: Schneebedeckte Autos auf dem Parkplatz einer Autovermietung vor dem JFK-Flughafen
Ein arktischer Wintersturm hat große Teile der [1][Vereinigten Staaten]
übers Wochenende in eine Kältestarre versetzt. Mindestens 13 Menschen
sollen dem Sturm bisher zum Opfer gefallen sein. Mehr als eine Million
US-Haushalte hatten am Sonntag zeitweise keinen Strom.
Von Texas bis Maine strapazierte Wintersturm „Fern“ in den vergangenen
Tagen mit eisigen Temperaturen und großen Niederschlagsmengen die teils
veraltete Infrastruktur. Auch der Flug- und Straßenverkehr kam in vielen
Regionen fast komplett zum Erliegen.
In der Ostküstenmetropole Boston könnte bis Montagabend mehr als ein halber
Meter Schnee fallen. Tausende Flüge wurden in den vergangenen Tagen als
Vorsichtsmaßnahme gestrichen. Der nationale Wetterdienst der USA (NWS)
sprach am Sonntagmorgen eine Wintersturmwarnung für rund 213 Millionen
Menschen im Land aus.
Vor allem Bäume und Stromleitungen hatten der Kombination aus Schnee und
Eisregen nur wenig entgegenzusetzen. Im Bundesstaat New York wurde in der
Kleinstadt Copenhagen nahe der kanadischen Grenze mit 45 Grad unter Null
ein neuer Minusrekord gemessen.
Doch auch in den nächsten Tagen bleibt aufgrund der anhaltenden Minusgrade
die Lage weiter bedrohlich. „Die Gefahren sind auch nach dem Ende der
Niederschläge noch nicht vorüber. In vielen Gebieten, in denen aktuell noch
Eis, gefrierender Regen, Graupel und Schnee fällt, werden die Temperaturen
die gesamte Arbeitswoche über unter dem Gefrierpunkt bleiben“, sagte
NWS-Meteorologe Brian Hurley der Zeitung USA Today.
US-Präsident Donald Trump genehmigte bereits am Samstag die
Notstandsanträge von mindestens einem Dutzend Bundesstaaten, die sich im
Pfad des Riesensturms befinden.
## Lebensgefährliche Temperaturen
In New York wurden in den vergangenen Tagen 5 Menschen tot im Freien
aufgefunden, erklärte Bürgermeister Zohran Mamdani. Die genauen
Todesumstände müsse jedoch erst eine Obduktion klären. In Louisiana starben
2 Personen an Unterkühlung. In Arkansas verunglückte ein 17-Jähriger
tödlich, als er mit seinem Schlitten gegen einen Baum prallte. Der
Schlitten, auf dem sich der Jugendliche befand, wurde zum Zeitpunkt des
Unfalls von einem Fahrzeug gezogen. Auch in Kansas, Michigan, Tennessee und
Texas mussten die Behörden jeweils Todesopfer vermelden.
Allein in Tennessee saßen am Sonntag zudem über 300.000 Haushalte im
Dunkeln. In anderen Südstaaten wie Mississippi oder Louisiana erreichte die
Zahl der Stromausfälle ebenfalls den sechsstelligen Bereich.
Für obdachlose Personen oder Menschen, die aufgrund eines Stromausfalls ihr
Haus oder ihre Wohnung nicht heizen können, wurden in vielen Orten
Schutzräume vorbereitet.
Am Himmel sorgte der Wintersturm ebenfalls für Chaos. Mit über 11.000
gestrichenen Flügen und mehr als 16.000 Verspätungen kam es im Flugverkehr
zu extremen Beeinträchtigungen. Einer der drei Flughäfen im Großraum
Washington strich am Sonntag alle Flüge.
## Spaß im Schnee
Doch der Sturm brachte nicht nur Hiobsbotschaften mit sich. In vielen
Regionen nutzen die Menschen den plötzlichen Wintereinbruch auch für ein
bisschen Spaß im Schnee. In der US-Hauptstadt Washington wurde der Hang vor
dem US-Kapitol von Kindern kurzerhand in eine Rodelbahn verwandelt.
Auch in New Yorks Central Park versuchten die Menschen das Beste aus der
Situation zu machen. Sogar der Snowboard-Olympiasieger Shaun White ließ
sich laut Berichten den Spaß nicht entgehen und zeigte sein Können mit ein
paar Sprüngen.
Schulen, Universitäten und öffentliche Einrichtungen werden am Montag in
vielen Orten geschlossen bleiben.
26 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
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