# taz.de -- Die Wahrheit: Trumps irischer Anbau
       
       > Nicht nur am Weißen Haus, sondern auch in seinem Golfresort auf der
       > Grünen Insel will der amerikanische Präsident einen Ballsaal bauen
       > lassen.
       
       Warum soll man sich mit einem Ballsaal zufriedengeben, wenn man zwei haben
       kann? Während US-Präsident Donald Trump das 400 Millionen Dollar teure
       Bauprojekt für das Weiße Haus in Washington eigenmächtig beschließen
       konnte, muss er sich für den Anbau eines Ballsaals an sein Golfhotel in
       Doonbeg im Westen Irlands eine Baugenehmigung der Grafschaftsverwaltung
       einholen.
       
       Geplant ist laut Trump der „schönste Ballsaal“ ganz Irlands, was sonst? Er
       soll Platz für 320 Gäste auf einer Fläche von 1.240 Quadratmetern bieten.
       Der Anbau wird einen Hauptsaal, eine Lobby, diverse Bar- und
       Loungebereiche, Champagner- und Teestationen, eine Hochzeitssuite und eine
       überdachte Terrasse umfassen.
       
       Vor dem Bauantrag mussten Untersuchungen zur Vertigo Angustior durchgeführt
       werden. Diese zwei Millimeter große Schnecke ist vom Aussterben bedroht.
       Aber Rettung naht: Trump verkündete, dass er ein großer Freund der kleinen
       Schnecke sei. Sein Ballsaal werde keine Auswirkungen auf das Tierchen haben
       – wohl aber auf einige Gebäude. Während beim Weißen Haus der Ostflügel
       geopfert wird, so muss in Doonbeg das Doughmore House weichen. Dabei ist es
       erst kürzlich renoviert, mit Möbeln im Landhausstil neu eingerichtet und
       über Airbnb vermietet worden. Diese Einnahmen werden Trump entgehen, wenn
       der Ballsaal genehmigt wird.
       
       Und er wird zweifellos genehmigt, wenn die Grafschaftsverwaltung am 24.
       Februar darüber entscheidet. Nachdem Trump bei seiner Rede in Davos vorigen
       Mittwoch Grönland ständig mit Island verwechselte, schrillten in Irland die
       Alarmglocken. Schließlich ist man phonetisch ganz nah an Island dran. Und
       russische Schiffe und U-Boote gibt es in den Gewässern um Irland zuhauf –
       Grund genug für Trump, Irland aus Sicherheitsgründen zu annektieren und die
       Kartoffelbergwerke für die USA zu sichern.
       
       Terrorgefahr droht auf der Grünen Insel allemal. Vorigen Mittwoch wurde das
       Bombenräumkommando der irischen Armee nach Doonbeg zu Trumps Hotel
       beordert, weil dort ein verdächtiges Päckchen mit weißem Pulver entdeckt
       worden war – nur wenige Stunden, nachdem der Präsidentensohn Eric Trump das
       Resort in Richtung Davos verlassen hatte. Der Vater wird ihm die Leviten
       gelesen haben, war das Päckchen, das Eric in Irland liegengelassen hatte,
       doch für ihn bestimmt. Wobei es sich bei dem weißen Pulver handelte, ist
       nicht schwer zu erraten. Und hat die Star-Wars-Schauspielerin Carrie Fisher
       nicht geschworen, sie wisse über Donald Trumps Koksen Bescheid?
       
       Aber vielleicht geht es bei dem irischen Ballsaal ja um ganz etwas anderes.
       Hat J. D. Vance möglicherweise den Bauantrag gestellt, um Trump zu
       verwirren? Will man ihm vorgaukeln, dass es sich bei dem Golfhotel um das
       Weiße Haus handelt, ihn dorthin abschieben und ihn im Glauben lassen, dass
       er nach wie vor Präsident sei, wenn seine Demenz noch weiter fortschreitet?
       
       26 Jan 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ralf Sotscheck
       
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