# taz.de -- Museen und Events in Berlin: Der Museumssonntag wird schmerzlich vermisst
> Die landeseigene Kulturprojekte Berlin GmbH hat der Stadt in 20 Jahren
> tolle Events geschenkt – und immer noch viel vor. Aber die Zeiten sind
> mager.
(IMG) Bild: Ein Projekt der Kulturprojekte Berlin: 25 Jahre nach dem Mauerfall säumten 8.000 beleuchtete Ballons den ehemaligen Mauerverlauf
Berlin will in diesem Jahr an einer großen „Freiheitsausstellung“ mit Blick
auf das 40. Jubiläum der friedlichen Revolution in der DDR von 1989
arbeiten. Sie wird in drei Jahren möglicherweise die Ausstellung Berlin
Global im Humboldt Forum ablösen.
Kulturinteressierte Berliner*innen dürfen sich darüber hinaus auf ein
Festival zum 65. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August freuen, weitere
Highlights sind die Lange Nacht der Museen am 29. August und die 15.
Ausgabe der Berlin Art Week vom 9. bis 13. September.
Das 20-jährige Bestehen des landeseigenen Unternehmens Kulturprojekte
Berlin, das hinter diesen Großevents steckt, verlangt eigentlich nach
Champagner. Angesichts des aktuellen Sparkurses passt es ganz gut, dass es
auf einer Pressekonferenz im Podewil am Mittwochvormittag nur mit Brezeln
und Kaffee begangen wird.
## Die Einschnitte bleiben gravierend
Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) betont dort noch einmal
selbstbewusst, dass es ihr gelungen sei, die ursprünglich geplanten
Kürzungen im Berliner Kulturetat von 160 auf 105 Millionen Euro zu
begrenzen. Die Einschnitte, auch bei Kulturprojekte Berlin, blieben dennoch
„erheblich“.
Geschäftsführer Moritz van Dülmen kann nicht verschweigen, dass die
Kürzungen Arbeitsplätze gekostet und einzelne Projekte unmöglich gemacht
haben. Trotz des Enthusiasmus, mit dem er sonst von rund 500 Projekten und
20.000 Veranstaltungen spricht, liegt an diesem Mittwochvormittag ein Hauch
von Melancholie in der Luft.
## Verlust niedrigschwelliger Projekte
Tatsächlich ist es vor allem der Verlust niedrigschwelliger Projekte, der
einen bitteren Nachgeschmack hat. Ein Blick in die eigens erstellte
Broschüre der Kulturprojekte Berlin genügt, um nostalgisch zu werden. Der
Kultursommer und die Jugendkulturkarte wurden nach der Coronapandemie
eingeführt, um Kulturschaffende und junge Kulturinteressierte zu
unterstützen – und später wieder abgeschafft, als werde der Existenzkampf
der Kreativen und die kulturelle Teilhabe junger Leute in einer immer
teurer werdenden Stadt nicht immer schwerer.
Ähnlich verhält es sich mit dem eintrittsfreien Museumssonntag, der
zwischen 2021 und 2024 von 2,2 Millionen Menschen genutzt wurde. Wie
Corinna Scheller von den Kulturprojekten Berlin betont, zog er vor allem
Berliner*innen an. Die Zahlen belegten, dass damit ein Publikum
erreicht worden sei, das sonst kaum den Weg ins Museum gefunden hätte.
„Wir vermissen den Museumssonntag schmerzlich“, sagt Scheller. Ihre Worte
setzen – trotz Kaffee und Brezeln – einen hoffnungsvollen Akzent: Man
arbeitete daran, privates Geld dafür zu finden und es „wenigstens einmal im
Quartal“ umsetzen zu können, sagt Wedl-Wilson am Ende.
21 Jan 2026
## AUTOREN
(DIR) Susanne Messmer
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