# taz.de -- Evangelische Kirche im Rheinland: Landessynode verurteilt „christlichen Nationalismus“
       
       > Auf ihrer 80. Landessynode warnt die Evangelische Kirche im Rheinland vor
       > imperialer Machtpolitik. Zudem mahnt sie den Schutz von Menschenrechten
       > an.
       
 (IMG) Bild: Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, bei der 80. ordentlichen Landessynode der Evangelischen Kirche
       
       Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland zeigt sich besorgt
       darüber, dass weltweit Religion zunehmend zur Rechtfertigung von
       gewalttätiger Machtpolitik, reaktionären Wertvorstellungen und
       gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit genutzt wird. All das verurteile die
       rheinische Kirche auf das Schärfste: „Nationalismus und imperiale
       Machtpolitik widersprechen fundamental der einen allumfassenden Liebe
       Gottes, wie sie sich in Jesus Christus offenbart“, beschloss sie auf ihrer
       an diesem Dienstag zu Ende gegangenen Tagung in Bonn.
       
       In ihrem Beschluss „Wider christlichen Nationalismus und imperiale
       Machtpolitik“ beklagt die Landessynode, dass christliche Symbole wie das
       Kreuz, biblische Narrative oder auch prominente christliche Personen wie
       [1][Dietrich Bonhoeffer] in einer Weise umgedeutet würden, die der Haltung
       und der theologischen Einsicht der evangelischen Kirche radikal
       widerspreche.
       
       „Es wird ein rassistischer Kampf der Kulturen behauptet“, heißt es weiter
       in dem Beschluss. Eng eingewoben in den „christlichen“ Nationalismus sei
       zudem eine „Retraditionalisierung der Geschlechterrollen und eine
       Feindschaft gegenüber sexueller und geschlechtlicher Vielfalt“.
       
       Das sei beispielsweise vielfältig bei US-Präsident [2][Donald Trump und bei
       führenden Vertretern seiner MAGA-Bewegung] zu sehen. „Wir bewundern den Mut
       und die Klarheit, mit denen sich unsere Partnerkirche, die United Church of
       Christ (UCC), gemeinsam mit vielen anderen für Gerechtigkeit, Achtung der
       Menschenrechte und Völkerverständigung einsetzt“, so die Landessynode.
       
       ## Gegen jede Form machtpolitischer Willkür
       
       In Russland unterstütze die Leitung [3][der Russisch-Orthodoxen Kirche] mit
       Patriarch Kyrill. ganz offen die aggressive Machtpolitik Putins. Auch in
       Europa und Deutschland suchten politische Akteur:innen im Umfeld der
       extremen Rechten eine christliche Legitimation ihrer Politik. Die
       Landessynode trete jeder Form machtpolitischer Willkür entgegen.
       
       Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland ist das oberste
       Leitungsgremium der mit gut zwei Millionen Mitgliedern zweitgrößten
       Landeskirche in Deutschland. Sie hat 184 stimmberechtigte Mitglieder und
       besteht sowohl aus Theolog:innen als auch aus Nichttheolog:innen aus
       den 34 Kirchenkreisen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und
       im Saarland. Die 80. Landessynode tagte vom 16. bis zum 20. Januar in Bonn.
       
       20 Jan 2026
       
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 (DIR) Pascal Beucker
       
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