# taz.de -- KI-Chatbot auf X: Sperre soll Nacktbilder von Grok verhindern
> User*innen konnten mit der KI Grok Nacktbilder von anderen Menschen
> erstellen. Mit Geoblocking will X diese sexualisierte Gewalt beenden.
(IMG) Bild: Protest gegen Elon Musks KI-Werkzeug Grok auf den Straßen von London
taz/afp | Mit wenigen Worten haben User*innen [1][die KI Grok auffordern
können, anderen Menschen die Kleidung auszuziehen, oder sie in Bikinis zu
stecken]. Damit soll jetzt Schluss sein. Der Onlinedienst X hat seinen
KI-Chatbot Grok eigenen Angaben zufolge bei der Erstellung gefälschter
Nacktbilder eingeschränkt. In Ländern, in denen solche Handlungen illegal
sind, wurde die Funktion, Menschen in „Bikinis, Unterwäsche und ähnlicher
Kleidung“ darzustellen, für alle Grok- und X-Nutzer*innen „geografisch
blockiert“, wie der Onlinedienst am Mittwoch erklärte.
Das Sicherheitsteam von X erklärte, es seien „technische Maßnahmen“
ergriffen worden, „um zu verhindern, dass über das Grok-Konto Bilder von
realen Personen in freizügiger Kleidung wie Bikinis bearbeitet werden
können“. Diese Einschränkung gelte für „alle Nutzer*innen, einschließlich
zahlender Abonnent*innen“.
Wenige Stunden vor der Stellungnahme hatte der US-Bundesstaat Kalifornien
eine Untersuchung gegen Grok eröffnet. Kalifornien will laut
Generalstaatsanwalt Rob Bonta klären, ob die KI-Firma xAI, die dem rechten
Milliardär Elon Musk gehört, gegen Gesetze des Bundesstaats zum Schutz vor
Belästigung verstoßen hat. Zuvor hatten bereits die Europäische Union und
Großbritannien den KI-Chatbot ins Visier genommen. [2][In Deutschland plant
Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) Strafen für Deepfakes].
Grund dafür ist eine Untersuchung der gemeinnützigen Organisation AI
Forensics. Forscher*innen haben 20.000 [3][Bilder ausgewertet, die Grok
auf Anfrage von User*innen generiert hat]. 53 Prozent der Bilder haben
Menschen in freizügiger Kleidung gezeigt – in vier von fünf Fällen Frauen.
Die Befehle an die KI kamen in rund 80 Prozent der Fälle, wie so oft, wenn
es darum geht, Frauen zu sexualisieren, von Männern. Einige der Bilder
zeigten sogar Jugendliche und Kinder, manche von ihnen jünger als fünf
Jahre.
## EU-Kommission noch nicht zufrieden
Die EU-Kommission und die britische Aufsichtsbehörde Ofcom hatten Musks
Unternehmen deshalb aufgefordert, Maßnahmen zum Schutz der Menschen zu
ergreifen, die auf den Bildern dargestellt werden. Sie reagierten am
Mittwoch zurückhaltend auf die Ankündigung des Unternehmens, mit den
europäischen Behörden zusammenarbeiten zu wollen. Wenn die geplanten
Änderungen nicht effektiv seien, werde sich die EU-Kommission nicht
scheuen, ihr ganzes juristisches Arsenal zu nutzen, erklärte ein Sprecher
in Brüssel.
Am Samstag hatte Indonesien als weltweit erstes Land Grok vollständig
gesperrt. Malaysia ergriff die gleiche Maßnahme am Sonntag. Anderswo wurde
die Nutzung des Tools auf zahlende Kund*innen beschränkt.
15 Jan 2026
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