# taz.de -- US-Einwanderungsbehörde: Bundesbeamter schießt Mann bei ICE-Einsatz ins Bein
> Vor gut einer Woche hat ein ICE-Beamter bei einem Einsatz eine 37 Jahre
> alte Frau erschossen. Jetzt ist bei einem Einsatz erneut ein Schuss
> gefallen.
(IMG) Bild: Minneapolis, Januar: die Spannungen nach einem Schusswaffenvorfall, an dem Bundesbeamte beteiligt waren, nehmen zu
ap | In Minneapolis hat ein Beamter der US-Einwanderungsbehörde einer
Person bei einem Einsatz ins Bein geschossen. Zu dem Schuss kam es offenbar
während einer Festnahme, nachdem der Beamte von der Person mit einer
Schaufel und einem Besenstiel angegriffen worden war, wie eine mit dem Fall
vertraute Quelle AP mitteilte.
Das US-Heimatschutzministerium teilte auf X mit, Bundesbeamte hätten eine
Person aus [1][Venezuela] gestoppt, die sich illegal in den USA aufgehalten
habe. Die Person sei mit dem Auto geflüchtet, gegen ein geparktes Fahrzeug
geprallt und anschließend zu Fuß weitergerannt, erklärte das Ministerium.
Nachdem die Beamten die Person erreicht hatten, seien zwei weitere Menschen
aus einem nahegelegenen Apartment hinzugekommen, und alle drei hätten den
Beamten angegriffen, teilte das Ministerium weiter mit. Aus „Angst um sein
Leben und seine Sicherheit“ habe der Beamte einen Schuss abgegeben.
Die beiden Personen, die aus dem Apartment gekommen seien, befinden sich
demnach in Gewahrsam. Die Stadt Minneapolis teilte auf X mit, der
angeschossene Mann werde im Krankenhaus behandelt, seine Verletzung sei
nicht lebensbedrohlich. „Wir verstehen, dass es Wut gibt“, hieß es weiter.
„Wir bitten die Öffentlichkeit, ruhig zu bleiben.“
Zu den Schüssen kam es rund sieben Kilometer [2][nördlich des Ortes, an dem
ein ICE-Beamter die 37-jährige Renee Good am 7. Januar am Steuer ihres
Wagens erschossen hatte]. Der Vorfall hat landesweit und insbesondere im
US-Bundesstaat Minnesota [3][zu Protesten geführt].
Eine große Gruppe von Bundesbeamten und Polizisten setzte am Mittwoch
Tränengas gegen eine Menschenmenge ein, die sich an einer Kreuzung im
Norden von Minneapolis versammelt hatte. Die Demonstranten warfen
Schneebälle und skandierten „Our streets“, also „unsere Straßen“.
Während einer am Mittwochabend im Fernsehen übertragenen Rede sagte
Gouverneur Tim Walz, Minnesota befinde sich „im Chaos“. Was im Bundesstaat
geschehe, „ist unvorstellbar“. „Lassen Sie uns ganz, ganz klar sein: Das
ist längst keine Frage der Durchsetzung von Einwanderungsrecht mehr“, sagte
er. Stattdessen sei es eine Kampagne organisierter Brutalität gegen das
Volk von Minnesota durch unsere eigene Bundesregierung.
15 Jan 2026
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