# taz.de -- NOlympia-Initiative in Hamburg: Aufklären über Risiken und Nebenwirkungen
       
       > Im Mai stimmt Hamburg über eine Olympia-Bewerbung ab. Jetzt ist die
       > Gegenkampagne gestartet. Bis Ende Februar will sie 10.000 Stimmen
       > sammeln.
       
 (IMG) Bild: Wollen den Stadtschlüssel nicht an das Olympische Komittee abgeben: NOlympia-Sprecher:innen Clara Ihring und Eckart Maudrich
       
       Nun läuft sich auch die Gegenseite warm: Seit Monaten tingelt schon die 9
       Millionen Euro teure städtische Projektgruppe durch Hamburg, um für die
       Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele zu werben. Am
       Dienstag ging auch die Initiative „NOlympia Hamburg“ an den Start.
       
       „Wir wollen über die Risiken und Nebenwirkungen einer Hamburger Bewerbung
       aufklären, die die Stadt gerne verschweigt“, sagte Clara Ihring bei der
       Vorstellung der Gegenkampagne. Ihr erstes Ziel: Bis Ende Februar 10.000
       Unterschriften sammeln.
       
       Damit will man sich einen Platz als Gegenstimme in den Wahlunterlagen zum
       Bewerbungsreferendum Ende Mai sichern.„Fairplay? Teamgeist? Nachhaltigkeit?
       Transparenz? Alle diese Versprechen können wir bei der Ausrichtung
       Olympischer Spiele leider nicht erkennen“, sagte Ihrings Co-Sprecher Eckart
       Maudrich am Dienstag bei der Vorstellung einer achtseitigen Broschüre.
       
       In der hat das NOLympia-Bündnis die Argumente gegen eine Bewerbung
       zusammengefasst. „Zuletzt hat [1][Olympia in Paris] gezeigt, dass dem
       Gewinn des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Höhe von 1
       Milliarde Euro die Kosten für die öffentliche Hand von rund 6 Milliarden
       Euro gegenüberstanden.“
       
       Selbst wenn der Bund die Hälfte der Kosten übernähme, würden für Hamburg
       immer noch 3 Milliarden Euro anfallen. „Dabei hat der Finanzsenator schon
       erklärt, dass schon jetzt kaum mehr finanzieller Spielraum für zusätzliche
       Kosten zur Verfügung steht“, sagte Maudrich.
       
       Doch nicht nur die Kosten sind den Olympiagegner:innen ein Dorn im
       Auge: „Die Olympischen Spiele der vergangenen Jahrzehnte zeigen: Die Mieten
       werden sich dadurch spürbar verteuern“, so Maudrich. Zudem widerspreche
       eine Durchführung dem Hamburger Anspruch, bis 2040 klimaneutral zu sein.
       
       All diese Kritik will die Initiative in den kommenden Monaten bis zum 31.
       Mai anführen. Dann können die Hamburger Wahlberechtigten darüber abstimmen,
       ob sich die Stadt für die Ausrichtung Olympische Spiele im Zeitraum von
       2036 bis 2044 bewerben soll – oder eben nicht.
       
       ## Hamburgs zweites Referendum
       
       Die Durchführung dieses Bürgerschaftsreferendum wird am Mittwoch vom
       städtischen Parlament beschlossen. Es wird damit das zweite seiner Art in
       der Geschichte Hamburgs. Schon 2015 wollte sich die regierende Koalition
       aus SPD und Grünen für die Ausrichtung bewerben, aber zuvor die
       Rückendeckung bei den Wähler:innen holen.
       
       Entgegen den Plänen von Olaf Scholz (SPD) und seinem Senat gewannen jedoch
       die NOlympionik:innen. „Daran wollen wir natürlich anknüpfen“, sagt
       Maudrich.
       
       Bei einer solchen Abstimmung ist vorgegeben, dass den Wahlberechtigten
       neben den Wahlunterlagen auch ein Informationsheft zugesandt wird. Auf acht
       Seiten darf dort [2][der Senat eine Stellungnahme abgeben.] Ebenso stehen
       der Bürgerschaft acht Seiten zur Verfügung, erklärt der Hamburger
       Wahlleiter Oliver Rudolf.
       
       Weil neben dem rot-grünen Senat auch die CDU-Bürgerschaftsfraktion für
       Olympia ist, erwarten die NOlympia-Aktivist:innen auf diesen 16 Seiten
       allzu einseitige Informationen. Deshalb geht es für sie nun erst einmal
       darum, ebenfalls einen Platz im Informationsheft zu erhalten.
       
       ## Unterschriftensammlung startet
       
       „Diese Möglichkeit besteht, sofern eine Initiative innerhalb von drei
       Wochen 10.000 Unterschriften gesammelt hat“, erklärt Landeswahlleiter
       Rudolf. „Darauf bereiten wir uns als Initiative nun vor“, sagt Maudrich. Am
       30. Januar soll die Unterschriftensammlung starten.
       
       Sofern sich der rot-grüne Senat mit seiner Position durchsetzt, wird aber
       auch nach dem Referendum im Mai noch unklar bleiben, ob der Deutsche
       Olympische Sportbund (DOSB) Hamburg in den internationalen
       Bewerbungswettkampf um die Ausrichtung schickt.
       
       Berlin, München und das Ruhrgebiet haben ebenfalls Ambitionen. In München
       hatten sich bereits zwei Drittel der Wähler:innen [3][bei einer
       Abstimmung im Oktober für eine Bewerbung ausgesprochen.]
       
       13 Jan 2026
       
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