# taz.de -- Superreiche und Klimakrise: Ein Leben ohne Privatjet ist machbar
> Das reichste eine Prozent hat schon jetzt ihr gesamtes CO2-Jahresbudget
> aufgebraucht. Klimaschutz bei ihnen einzufordern, ginge ganz ohne Härten.
(IMG) Bild: Reiche könnten ohne Probleme ihre Klimaziele erreichen
Das reichste Prozent der Weltbevölkerung [1][hatte schon am 10. Januar die
gesamte Menge an Treibhausgasen ausgestoßen, die ihm für das gesamte Jahr
2026 zusteht]. Das hat die Entwicklungsorganisation Oxfam berechnet. Sie
setzt als legitime CO2-Menge für eine Person in einem Jahr 2,1 Tonnen an.
Der Rechnung nach steht also jeder Person dieselbe Menge CO2 zu.
Die Realität sieht aber eben anders aus. Viele Menschen nehmen sich mehr
heraus – aber einige wenige tun das exzessiv. Daten des „Stockholm
Environment Institutes“ zeigen, dass das reichste Prozent der
Weltbevölkerung 2023 für 75,1 Tonnen CO2 pro Person verantwortlich war.
Daraus abgeleitet haben die Superreichen also nach nur zehn Tagen das
aufgebraucht, was ihnen 365 Tage reichen müsste. Das ist inakzeptabel – und
ein Grund mehr, gegen den übermäßigen Reichtum vorzugehen.
Die Debatten um die Erbschaftsteuer oder auch eine Vermögensteuer zeigen
leider, dass die Bundesregierung daran kein Interesse hat. Bei einem
Kanzler Friedrich Merz (CDU), der selbst als reich gilt, ist das wohl auch
kaum überraschend. Dabei geht es um Staatseinnahmen, die gebraucht werden –
auch für den Klimaschutz.
Das Schöne daran, Klimaschutz von Reichen einzufordern, ist ja: An keiner
Stelle müsste die Politik aufwändig überprüfen, ob sie nicht irgendeine
soziale Härte verursacht. Diese Frage verlangsamt klimapolitische Debatten
schließlich üblicherweise – teilweise zu Recht. Ob die Pendler*innen
noch gut zur Arbeit kommen, wenn man Benzin aus Klima-Gründen verteuert,
aber der ÖPNV auf dem Land ausgedünnt ist, ist eine wichtige Frage. Oder ob
Mieter*innen überlastet werden, wenn zur Mietenexplosion noch eine
Umlage für energetische Sanierung hinzukommt.
Auch die durchschnittsdeutsche Person trägt mit um die 10 Tonnen
CO2-Ausstoß pro Jahr viel Klimaschuld, kann also nicht [2][mit Klimaschutz
verschont] werden. Die Klimapolitik muss (und kann!) nur gut sozial
flankiert werden. Aber: Ein Leben ohne Privatjet, Superyacht und
Weltraum-Tourismus ist zumutbar. Einfach so, völlig unflankiert.
11 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Susanne Schwarz
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