# taz.de -- Warnung vor Extremwetter: Sturmtief „Elli“ legt erste Schulen und CDU-Klausur lahm
> Heftiger Schneefall bringt schon jetzt das Leben in Teilen Deutschlands
> durcheinander. Die Situation dürfte sich am Freitag noch verschärfen.
(IMG) Bild: Schneetreiben am Bahnhof Barmbeck in Hamburg
dpa | Schulausfall, verspätete Züge, Busse und Flugzeuge, mehr Unfälle: In
Teilen Deutschland schneit es heftig – und es dürfte ab der Nacht zum
Freitag noch schlimmer werden. [1][Der Deutsche Wetterdienst (DWD)]
erwartet dann „von Südwesten aufkommende, teils kräftige Schneefälle“, die
sich bis zur Elbe ausbreiten. Teils gebe es auch Schneeverwehungen. In der
Mitte und im Süden Deutschlands werde gefrierender Regen erwartet.
Bei stürmischem Ostwind sind Schneeverwehungen möglich, was zu größeren
Behinderungen auf den Verkehrswegen führen kann, warnte der Wetterdienst.
Im Süden und Westen Deutschlands soll der Schnee – bei ebenfalls
stürmischem, aber aus südwestlichen Richtungen wehendem Wind – bis Freitag
früh rasch in Regen übergehen. Örtlich besteht dort dann Glatteisgefahr.
„Das wird schon eine extreme Lage“, sagte ein Meteorologe des DWD in
Potsdam zum Winterwetter am Freitag. In einem Streifen von der Nordsee bis
in den Osten hinein können verbreitet um die 10 oder regional bis zu 20
Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Für die Region von Ostfriesland bis
Hamburg sowie große Teile Schleswig-Holsteins hat der DWD aktuell eine
Unwetterwarnung (Stufe drei von vier) ausgesprochen.
## Viele Schulen bleiben zu
Wegen des erwarteten Sturmtiefs „Elli“ bleiben am Freitag in den
[2][Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie in Niedersachsen] die Schulen
geschlossen. Berlin hebt die Präsenzpflicht auf, Eltern in der Hauptstadt
können also selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken
oder nicht. Nach Angaben der zuständigen Behörden gibt es Notbetreuung und
teilweise Distanzunterricht. Grund ist meist, dass die Schulbusse nicht
fahren und eine sichere Anreise nicht gewährleistet werden kann.
Schon am Donnerstag sind Schulen in der Region und auch auf den
nordfriesischen Inseln Amrum und Föhr geschlossen geblieben. Auch
andernorts stehen Schulschließungen in Raum, in Sachsen etwa sollen die
Schulen selbst darüber entscheiden.
## Auch Autofahren wird zum Risiko
Autofahren kann bei diesen Wetterverhältnissen hochgefährlich sein. Der DWD
warnt vor vielerorts spiegelglatten Straßen. Mehrere Polizeistationen
meldeten bereits eine größere Zahl an Unfällen und Verkehrsbehinderungen.
Wegen des Winterwetters und vielerorts starkem Schneefall sind Streusalz
und andere Taumittel in zahlreichen Baumärkten vorübergehend ausverkauft.
Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei großen
Baumarktketten.
## CDU-Klausurtreffen betroffen
Inzwischen hat die Wetterlage sogar Auswirkungen auf die deutsche Politik:
„Aufgrund der eindringlichen Wetterwarnungen und der damit verbundenen
Gefahrenlage sowie den angekündigten Zug- und Flugausfällen sehen wir uns
leider gezwungen, unsere [3][Jahresauftaktklausur am kommenden Freitag und
Samstag abzusagen]“, teilte Isabelle Fischer, Sprecherin der CDU
Deutschlands, mit.
## Behinderungen bei Bus und Bahn und Flughäfen
Von diesem Donnerstag an werde es auch zu Verspätungen und Zugausfällen im
Fernverkehr kommen, schrieb die Deutsche Bahn. „Bitte prüfen Sie, ob Sie
Ihre Reise verschieben können“, hieß es. Auch Reisen auf dem Wasser sind
betroffen: Einige Fähren von und zu den Ostfriesischen Inseln werden am
Freitag voraussichtlich nicht fahren.
In Saarbrücken und andernorts wurde der Busverkehr zwischenzeitlich
eingeschränkt. Am Frankfurter Flughafen kam es zu Verspätungen, weil
Flugzeuge enteist werden mussten.
## Erhöhte Sturzgefahr
Fußgänger sollten ebenfalls vorsichtig sein. In Potsdam sagte der Leitende
Oberarzt der dortigen Zentralen Notaufnahme im Klinikum Ernst von Bergmann,
Bernhard Fleischer: „Die derzeitigen Witterungsbedingungen stellen eine
besondere Herausforderung dar und bergen ein erhöhtes Risiko für Stürze und
Unfälle.“ Die Notaufnahme sei vorbereitet. Bereits in den vergangenen Tagen
führte Glatteis zu einer erhöhten Zahl von Verletzten.
Auch [4][in zahlreichen anderen europäischen Ländern], etwa Polen und den
Niederlanden, herrschen ähnliche Wetterverhältnisse.
8 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.wettergefahren.de/warnungen/warnsituation.html
(DIR) [2] https://www.spiegel.de/panorama/bildung/schulen-wo-gibt-es-schneefrei-a-22238e37-61d2-4cd8-aa87-7b6509e20da4
(DIR) [3] https://www.sueddeutsche.de/politik/jahresauftakt-cdu-sagt-klausurtagung-wegen-wetterwarnungen-ab-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-260108-930-513535
(DIR) [4] https://www.zeit.de/news/2026-01/06/niederlande-zugverkehr-liegt-still
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