# taz.de -- Kontokündigung linker Organisationen: Tausende unterzeichnen offenen Brief an die GLS Bank
       
       > Die sozial-ökologische Bank soll die Kündigungen von Konten linker
       > Organisationen zurücknehmen. Das fordern zahlreiche Kund:innen und
       > Mitglieder.
       
 (IMG) Bild: Bisher bei Linken sehr beliebt gewesen: die GLS-Bank, hier eine Filiale in München
       
       Mehrere Tausende Kund:innen und Genossenschaftsmitglieder der
       sozial-ökologischen GLS Bank haben [1][in einem offenen Brief an den
       Vorstand des Finanzinstituts] gefordert, die Kündigung von Konten linker
       Organisationen zurückzunehmen. Vertreter:innen der Unterzeichnenden und
       der Bank sind inzwischen im Gespräch miteinander.
       
       Der Hintergrund: In den vergangenen Wochen wurde bekannt, dass die GLS Bank
       in jüngster Zeit [2][mindestens drei linken Organisationen die Konten
       gekündigt hatte]. Davon betroffen sind die Deutsche Kommunistische Partei
       (DKP) sowie die Gefangenenhilfsorganisationen Rote Hilfe und Anarchist
       Black Cross Dresden.
       
       [3][Die DKP führt die Kündigung auf ihre Unterstützung von Projekten auf
       Kuba zurück] – die könnten die USA provozieren. [4][Die Rote Hilfe sieht
       einen Zusammenhang zwischen den Kündigungen und der Einstufung der Antifa
       Ost als terroristische Vereinigung durch die USA]. Die GLS Bank
       rechtfertigte in allen drei Fällen den Kund:innen gegenüber die Kündigung
       mit „regulatorischen Gründen“.
       
       Diese Ereignisse reihten sich ein in eine allgemeine Bedrohungssituation
       für zivilgesellschaftliche Organisationen, sagte Wolf Meyer vom Netzwerk
       „Debanking stoppen“, das sich aus Anlass der Kündigungen gründete. „Bei
       vielen besteht die Besorgnis, dass die zivilgesellschaftliche Opposition
       durch die Kündigung von Konten nicht mehr handlungsfähig ist.“
       
       Kurz vor Weihnachten hätten Aktive aus dem antikapitalistischen
       Gewerkschaftsspektrum deshalb die Initiative für den offenen Brief an die
       GLS Bank ergriffen, berichtete Meyer. „Die Kündigungen von Bankkonten
       zivilgesellschaftlicher Gruppen aus dem politisch linken Spektrum muss im
       Kontext der aktuellen Zunahme von autoritären Tendenzen und dem allgemeinen
       Rechtsruck – sowohl global als auch bundespolitisch – betrachtet werden“,
       heißt es in dem Schreiben. „Sie stellen eine Bedrohung demokratischer
       Rechte und Grundsätze dar.“
       
       ## Konten von 11.000 Organisationen
       
       Nach Angaben von „Debanking stoppen“ haben innerhalb weniger Tage 130
       Organisationen, 1.508 Genossenschaftsmitglieder, 1.440 weitere Kund:innen
       der Bank sowie 1.630 Einzelpersonen den offenen Brief unterschrieben. Dazu
       gehören die Umweltorganisation Robin Wood, der Flüchtlingsrat
       Niedersachsen, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der
       Antifaschist:innen (VVN-BdA) und der Hamburger Landesverband der
       Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Ende 2024 hatte die GLS Bank
       rund 378.000 Kund:innen und rund 143.000 Mitglieder, darunter die taz.
       Die GLS Bank führt mehr als 11.000 Konten von sozialen, aktivistischen und
       karitativen Organisationen.
       
       In einer Erklärung Ende Dezember hatte die GLS Bank bereits auf die
       Anfragen vieler irritierter Kund:innen und Mitglieder mit einer
       allgemeinen Stellungnahme reagiert, ohne auf die konkreten Fälle
       einzugehen. Darin bestreitet sie politische Motive, verweist auf
       „regulatorische Anforderungen“ durch die deutsche Finanzaufsicht und
       spricht von „einzelnen Risiken“, die „das Ganze“ nicht „gefährden“ dürften.
       
       Das Netzwerk Debanking kenne die Motive für die Kündigung nicht und wolle
       nicht darüber spekulieren, hieß es. Seinen offenen Brief hatte es bereits
       vor der Veröffentlichung am Mittwoch an die Bank geschickt. Beide Seiten
       befinden sich nach Angaben des Netzwerks mittlerweile in „fortlaufenden
       Gesprächen“.
       
       Die GLS Bank weist den Vorwurf zurück, die Konten aus politischen Gründen
       gekappt zu haben. „Wir verstehen und respektieren das Engagement der
       Initiative“, kommentierte Vorstand Dirk Kannacher den offenen Brief. In der
       Sache bleibt die Bank aber offenbar hart. „Bei notwendigen
       Kontokündigungen, die auf Grundlage von Einzelfallentscheidungen zum
       verantwortungsvollen Bankgeschäft dazugehören, haben wir uns an gesetzliche
       und aufsichtsrechtliche Vorgaben zu halten“, sagte er. Welche Vorgaben
       konkret im Zusammenhang mit den Kündigungen stehen, will die Bank mit
       Verweis auf den Datenschutz nicht erläutern.
       
       7 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://debankingstoppen.de/wp-content/uploads/2026/01/2026-01-07.offener_brief.pdf
 (DIR) [2] https://www.kontextwochenzeitung.de/debatte/771/aberwitzig-und-unverstaendlich-10668.html
 (DIR) [3] /GLS-Bank-kuendigt-DKP/!6137645
 (DIR) [4] /Alle-Konten-gekuendigt/!6140903
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
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