# taz.de -- Europäische Nahostpolitik: Post für Johann Wadephul
       
       > 209 ehemalige Botschafter und hochrangige Beamtinnen fordern in einem
       > Brief Maßnahmen gegen Israel. Sie wollen angesichts der humanitären
       > Katastrophe die israelische Regierung unter Druck setzen.
       
 (IMG) Bild: Bekommt mal wieder einen roten Brief der ehemaligen Botschafter*innen ins Haus: Johann Wadephul
       
       Berlin taz | Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat am Dienstag erneut
       Post von zahlreichen Ex-Botschafter*innen bekommen. Angesichts der
       dramatischen humanitären [1][Lage in Gaza und dem Siedlungsbau sowie der
       Gewalt durch Siedler im Westjordanland] fordern sie konkrete Maßnahmen, um
       die israelische Regierung unter Druck zu setzen. „Die heutigen [2][Umstände
       in Gaza] und im Westjordanland sind beispiellos“, heißt es in dem Brief,
       der der taz vorliegt.
       
       „Unser wiederholter und dringender Aufruf zum Handeln spiegelt unsere tiefe
       Besorgnis über die ungerechtfertigten Vergeltungsmaßnahmen und [3][die
       erschreckenden Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und die
       Menschenrechte] wider, die die israelische Regierung täglich gegen das
       palästinensische Volk begeht“, heißt es weiter.
       
       Den Brief haben insgesamt 209 ehemalige Botschafter*innen und
       hochrangige Beamt*innen der EU und ihrer Mitgliedstaaten unterzeichnet.
       18 von ihnen haben für das Auswärtige Amt als Botschafter*innen
       gearbeitet, viele von ihnen im Nahen Osten. Der Brief ging an die Spitze
       der EU, an die Staats- und Regierungschef*innen der Mitgliedstaaten
       sowie die Außenminister*innen.
       
       ## Dies ist der zweite Brief der BotschafterInnen
       
       Letztere kommen am Freitag und Samstag zu ihrem halbjährlichen informellen
       Treffen zusammen, dieses Mal in Kopenhagen. Dort wird es nach Angaben des
       Auswärtigen Amtes auch um die Lage in Gaza und im Westjordanland gehen.
       
       „Wir bringen unsere tiefe Enttäuschung darüber zum Ausdruck, dass die EU
       als Reaktion auf die sich dramatisch verschlechternde Lage in Gaza keine
       substanziellen Maßnahmen ergriffen hat, um Israel unter Druck zu setzen,
       seinen brutalen Krieg zu beenden, die lebenswichtige humanitäre Hilfe durch
       die etablierten Hilfsorganisationen wieder aufzunehmen und seine illegale
       Besetzung sowohl des Gazastreifens als auch im Westjordanland zu beenden“
       heißt es weiter in dem Brief. Dieser spiegele auch den „innigen Wunsch“
       wider, dass die EU wahre Führungsstärke zeige. Vor vier Wochen hatten die
       Unterzeichner*innen sich bereits per offenem Brief an die Politik
       gewandt, dies ist eher unüblich.
       
       26 Aug 2025
       
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