# taz.de -- Extragebühren für Handgepäck: Wie Billigflieger ihre Kund*innen verärgern
       
       > Der günstige Flug wird doch noch teuer – wenn man mehr als ein
       > Handtäschchen mitnehmen will. Verbraucherschützer sprechen von Täuschung
       > – und klagen.
       
 (IMG) Bild: Lustiges Ratespiel zum Ferienstart: Wieviel Koffer darf es bei Ryanair, Easyjet oder Wizz diesmal sein? Was kostet extra?
       
       Berlin dpa | Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hat gegen
       Easyjet und zwei weitere Airlines Klage erhoben wegen aus seiner Sicht
       „unzulässiger“ Handgepäck-Gebühren. „Ryanair, EasyJet & Co. locken mit
       Flugpreisen, die nicht das gesamte angemessene Handgepäck umfassen. Das ist
       Verbrauchertäuschung und verstößt gegen geltendes Recht“, sagte
       vzbv-Vorständin Ramona Pop der Neuen Osnabrücker Zeitung.
       
       Fluggesellschaften seien verpflichtet, angemessenes Handgepäck ohne
       Extrakosten zu befördern. „Die derzeit oft von den Fluggesellschaften
       angelegten Maßstäbe für Handgepäckgrößen widersprechen EU-Recht“,
       kritisierte Pop. Tatsächlich umfasse der Preis oft nur ein einzelnes
       Mini-Gepäckstück. Für größeres oder zusätzliches Handgepäck müssten
       Flugreisende draufzahlen.
       
       In einem ersten Schritt hatte der vzbv zahlreiche Airlines, darunter
       Ryanair, deswegen abgemahnt. „Gegen Easyjet, Wizz Air und Vueling Airlines
       haben wir darüber hinaus Klagen eingereicht, weil sie aus unserer Sicht
       unzulässige Gebühren einstreichen und somit Verbraucher täuschen, was die
       Flugpreise angeht“, sagte Pop.
       
       Die EU sollte nach ihren Worten klare Standards und Maße für kostenfreies
       Handgepäck erlassen. Verbraucher müssten vor Kostenfallen geschützt werden.
       Das Vorgehen des vzbv sei Teil einer europaweiten Aktion.
       
       ## 90 Gepäckstücke, 186 Reisende
       
       Easyjet wollte sich zum laufenden Rechtsstreit nicht äußern. Die britische
       Billigfluglinie setzt vor allem Maschinen des Typs Airbus 320 ein. Sie
       können bis zu 186 Passagiere befördern, aber haben in den Gepäckfächern nur
       Platz für etwa 90 Teile. Deshalb verlange man für größere Gepäckstücke eine
       Gebühr, hieß es aus dem Unternehmen. Seit der Änderung der Handgepäckregeln
       verlaufe das Boarding effizienter und die Pünktlichkeit sei gestiegen. Wizz
       Air und Vueling äußerten sich auf Anfrage zunächst nicht.
       
       Die Verbraucherschützer stützen sich nach eigenen Angaben unter anderem auf
       ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2014. Demnach
       handelt es sich bei der [1][Mitnahme von Handgepäck um einen
       unverzichtbaren Bestandteil der Beförderung von Fluggästen] und nicht um
       eine Extraleistung der Airline. Für Handgepäck darf aus Sicht der
       Verbraucherzentrale kein Zuschlag verlangt werden, sofern Gewicht und
       Abmessungen vernünftigen Anforderungen entsprechen und
       Sicherheitsbestimmungen erfüllt werden.
       
       3 Aug 2025
       
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 (DIR) [1] https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2014-09/cp140127de.pdf
       
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