# taz.de -- Springer-Blockade der Neuen Generation: Übers Ziel hinaus
       
       > Erst blockierten sie Straßen, jetzt Pressehäuser. Die Aktivist*innen
       > der Neuen Generation kämpfen um Aufmerksamkeit – und stecken in einem
       > Dilemma.
       
 (IMG) Bild: Klimaaktivist der „Neuen Generation“ auf der Reichstagswiese mit dem sogenannten „Parlament der Menschen“
       
       Die Aktivist*innen der ehemals Letzten Generation sind zurück – mit
       Presse-Blockaden, Radwegaktionen und einem selbst organisierten Bürgerrat.
       Am Wochenende haben sie damit in Berlin viel Aufmerksamkeit erzielt. Doch
       nicht jeder Protest überzeugt.
       
       Die [1][Blockade der Springer-Druckerei], bei der rund 30 Mitglieder der
       Gruppe Neue Generation unter anderem die Auslieferung der Bild-Zeitung und
       der B.Z. verhindern wollten, überschreitet eine Grenze. Was schon bei den
       Bauernprotesten falsch war, ist auch bei Klimaaktivistinnen nicht richtig:
       Die Verbreitung von Zeitungen zu verhindern, ist ein Eingriff in die
       Pressefreiheit, den eine Demokratie nicht hinnehmen darf. Absurd, dass die
       Aktivist*innen ihrerseits mit dem Schutz der Pressefreiheit
       argumentieren, wenn sie die Republik von der „Kettensäge Springer“ befreien
       wollen.
       
       Das Dilemma der Gruppe heißt: Kampf um Aufmerksamkeit. Aktionen wie
       andernorts im Deutschen Historischen Museum, wo Bilder mit eigenen Motiven
       überklebt wurden, schockieren nach früheren Suppen- und
       Kartoffelbrei-Attacken nicht. Das Widerstandskollektiv, das als Ableger der
       Letzten Generation entstanden ist, versucht es derweil mit selbst gemalten
       Radwegen statt Straßenblockaden. Ist das langweilig – oder ein gefährlicher
       Eingriff in den Straßenverkehr? Die Wirkung zeigt sich oft später: Wo
       Piktogramme auftauchen, entbrennen womöglich Debatten über fehlende oder
       mangelhafte Radinfrastruktur. Das könnte funktionieren.
       
       Auf Dialog statt Konfrontation setzt die Idee [2][„Parlament der Menschen]“
       der Neuen Generation. 60 zufällig über ihre Kanäle geloste Bürger*innen
       diskutierten drei Tage lang vor dem Reichstag, wie Geld weniger Einfluss
       auf Politik haben soll. Heraus kam der Ruf nach mehr direkter Beteiligung
       und Klimapolitik. Nichts Neues – aber ehrlich erarbeitet. Bleibt zu hoffen,
       dass es ihnen mit diesen Allgemeinplätzen nicht ergeht wie den anderen
       Bürgerräten: dass die Vorschläge [3][im politischen Nirwana] verpuffen.
       
       2 Jun 2025
       
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