# taz.de -- Revolutionäre 1. Mai-Demo in Berlin: Daniela Klette als Rednerin angefragt
       
       > Die Veranstalter der 1.-Mai-Demo in Berlin wollen eine Rede von Daniela
       > Klette verlesen. Die Ex-RAF-Angehörige hat sich mehrfach aus der Haft zu
       > Wort gemeldet.
       
 (IMG) Bild: Ex-RAF-Mitglied Daniela Klette in Karlsruhe: Revolutionäre Grüße aus dem Knast
       
       Berlin taz | Bei der [1][traditionellen „Revolutionären 1.
       Mai-Demonstration“ in Berlin] soll in diesem Jahr ein Redebeitrag des
       inhaftierten Ex-RAF-Mitglieds Daniela Klette vorgetragen werden. Das teilte
       das Veranstalterbündnis in einer Mitteilung zum Tag der politischen
       Gefangenen an diesem Dienstag mit. Klette sei als Rednerin angefragt
       worden. „Wenn Daniela Klette nicht persönlich erscheinen kann, werden wir
       ihren Redebeitrag verlesen“, so Sprecherin Rosa Hikmet.
       
       Klette sitzt seit Februar 2024 in Vechta in Niedersachsen in
       Untersuchungshaft. Der 66-Jährigen werden [2][Raubüberfälle auf
       Geldtransporter und Supermärkte vorgeworfen] – das Demo-Bündnis spricht von
       „Enteignungsaktionen“. Der Prozess gegen Klette [3][beginnt kommende Woche]
       vor dem Oberlandesgericht in Celle.
       
       Klette hat sich schon mehrfach aus der U-Haft zu Wort gemeldet. Unter
       anderem wurde im Januar auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz der Zeitung Junge
       Welt ein Grußwort der Inhaftierten verlesen. Bereits im vergangenen Jahr
       hatte sie dem NDR schriftlich Fragen beantwortet.
       
       Wie ihr Beitrag zur Demo in Berlin aussehen soll, ist offen. Eine
       persönliche Teilnahme Klettes dürfte kaum möglich sein. Denkbar wäre aber
       eine digitale Übertragung oder ein zuvor selbst eingesprochener
       Redebeitrag, wie ein Sprecher des zuständigen Landgerichts Verden [4][der
       Berliner Morgenpost sagte]. Die Entscheidung obliege am Ende der JVA
       Vechta.
       
       ## Fokus auf Antifa-Repressionen und Gaza
       
       Das Bündnis hatte bereits zuvor angekündigt, bei der Demonstration in
       diesem Jahr einen besonderen Fokus auf die „immer stärker werdende
       Repression hierzulande“ zu legen, und verwies dabei auf die Strafverfolgung
       der sogenannten „Hammerbande“ um Lina E. sowie die [5][in Ungarn und
       Deutschland inhaftierten Antifaschist*innen], denen Angriffe auf
       Neonazis in Budapest vorgeworfen werden. „Antifaschistische Selbsthilfe ist
       gerade in Zeiten notwendig, die von hohen Wahlergebnissen für rechte
       Parteien geprägt sind“, erklärte Hikmet.
       
       Zugleich sollen auch dieses Jahr am 1. Mai internationalistische Themen im
       Vordergrund stehen: „Es wird einen Block geben, der sich gegen
       imperialistische Kriege wendet und einen besonderen Fokus auf den Genozid
       in Palästina sowie die sich zuspitzende Situation in Kurdistan legen wird“,
       heißt es im Aufruf.
       
       Die geplante Route verläuft wie schon im vergangenen Jahr vom Südstern in
       Kreuzberg Richtung Neukölln und über Karl-Marx-Straße, Sonnenallee und
       Urbanstraße zurück zum Ausgangspunkt. Auch letztes Jahr [6][hatte der Krieg
       in Gaza die Revolutionäre 1.-Mai-Demo geprägt]. Auffällig war zudem eine
       große Beteiligung kommunistischer Gruppen; umso [7][weniger vertreten war
       das anarchistische, autonome und postautonome Spektrum], das in den Jahren
       und Jahrzehnten zuvor den Ton angegeben hatte.
       
       Teilgenommen hatten knapp 15.000 Personen, Zwischenfälle oder Krawalle gab
       es – wie in den beiden Jahren zuvor – kaum. Die Polizei war mit einem
       Großaufgebot im Einsatz.
       
       18 Mar 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Schwerpunkt-1-Mai-in-Berlin/!t5500839
 (DIR) [2] /Anklage-gegen-Daniela-Klette-erhoben/!6047839
 (DIR) [3] /Fruehere-RAF-Terroristin-vor-Gericht/!6067498
 (DIR) [4] https://www.morgenpost.de/berlin/article408575841/1-mai-demo-darf-daniela-klette-als-rednerin-auftreten.html
 (DIR) [5] /Prozess-gegen-Maja-T/!6068242
 (DIR) [6] /Revolutionaere-1-Mai-Demo-in-Berlin/!6008100
 (DIR) [7] /Der-1-Mai-in-Berlin/!6004499
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Hanno Fleckenstein
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt 1. Mai in Berlin
 (DIR) Linke Szene
 (DIR) Tag der Arbeit / 1. Mai
 (DIR) Rote Armee Fraktion / RAF
 (DIR) Linksextremismus
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Schwerpunkt 1. Mai in Berlin
 (DIR) Schwerpunkt 1. Mai in Berlin
 (DIR) Rote Armee Fraktion / RAF
 (DIR) Rote Armee Fraktion / RAF
 (DIR) Rote Armee Fraktion / RAF
 (DIR) Schwerpunkt 1. Mai in Berlin
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) 1. Mai Demo: Revolutionäre ohne Polizei
       
       Die größte linksradikale Demo des Landes zieht wieder die Massen an – die
       Polizei hält sich raus. Ein Bericht über Party, Rap und Daniela Klette.
       
 (DIR) Revolutionärer 1. Mai-Demo: Hammer entspannt
       
       Die 18-Uhr-Demo hat wieder einen Schwarzen Block, der zur Solidarität mit
       Antifas aufruft. Die Polizei macht sich wenig Sorgen.
       
 (DIR) Daniela Klette vor Gericht: Großes Bohei um Geldraub-Vorwürfe
       
       Daniela Klette steht vor dem Oberlandesgericht Celle. Um die RAF sollte es
       in dem Verfahren eigentlich nicht gehen – und doch tut es genau das.
       
 (DIR) Exklusiv: RAF-Verdächtiger Garweg: Meldung aus dem Untergrund
       
       Seit 1990 ist der als RAF-Terrorist beschuldigte Burkhard Garweg
       abgetaucht. Jetzt äußert sich der 56-Jährige, die taz dokumentiert hier
       sein vollständiges Schreiben.
       
 (DIR) Anklage gegen Daniela Klette erhoben: „Politisch motivierter Verfolgungseifer“
       
       Die RAF-Verdächtige Daniela Klette wurde angeklagt. Ihr werden 13 Überfälle
       vorgeworfen. Ihre Verteidiger*innen üben Kritik.
       
 (DIR) Der 1. Mai in Berlin: Autonom ist out
       
       Propalästinensisch ist in: Ausrichtung und Wirkung der „Revolutionären
       1.-Mai-Demonstration“ hat sich deutlich verschoben. Friedlicher ist sie
       auch.