# taz.de -- Polizeigewalt beim AfD-Parteitag: Unverhältnismäßig und unnötig
       
       > Die Polizei geht gewaltsam gegen Teilnehmer:innen der Gegenproteste
       > vor und setzt dabei Knüppel und Hunde ein. Das geht eindeutig zu weit.
       
 (IMG) Bild: Ein Sanitäter versorgt einen verletzten Demonstranten nach Zusammenstößen mit der Polizei
       
       Aus [1][demokratischer Perspektive war der Protest gegen den AfD-Parteitag
       ein voller Erfolg]. Das breite zivilgesellschaftliche Bündnis konnte die
       Veranstaltung verlangsamen und ohnehin ein positives Zeichen setzen. Bei
       den Aktionen kam es indes zu [2][unverhältnismäßiger Polizeigewalt],
       darunter auf den sächsischen Landtagsabgeordneten Nam Duy Nguyen. Obwohl
       der Linken-Politiker seinen Abgeordnetenausweis vorzeigte, wurde er
       bewusstlos geschlagen. Auch ein Mitarbeiter in Warnweste bekam Schläge ins
       Gesicht. Die Polizei entschuldigte sich anschließend für diesen Angriff.
       
       Eine solche Entschuldigung erhielten andere betroffene Demonstrierende
       nicht. Dabei wäre das das Mindeste – und eine intensive Aufklärung der
       Polizeigewalt mit weitreichenden Konsequenzen der nächste Schritt. Nicht
       unerwähnt bleiben darf zudem das Video, das im Internet viral gegangen ist
       und zeigt, wie ein Polizist eine Person mit einem Polizeihund
       einzuschüchtern versucht. Dabei knallt er den Hund gegen eine Leitplanke.
       Also auch noch Tierquälerei.
       
       Trotz dieser Brutalität seitens der Beamten waren es nicht die
       Demonstrierenden, die den Verstand verloren haben und die eskalierten. Ein
       Polizist legte für einige Sekunden sogar seine Hand an die Dienstwaffe,
       nachdem ein besonders hartnäckiger Aktivist durch schiere Gewalt nicht aus
       der Blockadehaltung zu befreien war. Erst als ein weiterer Polizist auf
       seinen Kollegen einwirkte, trat der Mann einen Schritt zurück und nahm die
       Hand von der Waffe.
       
       Diese Bilder werden in den Köpfen der Betroffenen bleiben. Das Gleiche gilt
       für den ungebrochenen Willen, die Lehren aus der deutschen Geschichte nicht
       zu vergessen und das Land heute vor dem wieder auflebenden Faschismus zu
       bewahren. Doch wie die [3][Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano] einmal
       sagte: „Wer gegen Nazis kämpft, kann sich auf den Staat nicht verlassen.“
       Ob die Polizei ihre Rolle beim AfD-Parteitag kritisch hinterfragt und
       transparent aufarbeitet, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Oder
       eben auch nicht.
       
       12 Jan 2025
       
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 (DIR) Fridolin Haagen
       
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       gesetzt.