# taz.de -- Mein Vormieter Max Anschel (4): Der Riss in der Tür
       
       > Ein Mordversuch, ein Einbruch, eine zertrümmerte Tür: Auf den Spuren
       > meiner Vormieterin Anna Anschel, deren Mann Max 1944 im KZ umgebracht
       > wurde.
       
 (IMG) Bild: Der Kachelofen steht noch: Die Wohnung des Autors in der Elisabethkirchstraße
       
       Das Diözesanarchiv am Mariannenplatz
       
       Gotthard Klein ist ein freundlicher Mann. Der Leiter des Diözesanarchivs
       emfängt mich mit kurzärmeligem Hemd in seinem sommerlichen Büro. Es liegt
       etwas versteckt in einem Gebäude unweit des Mariannenplatzes in Kreuzberg,
       nur wenige Meter vom einstigen Grenzstreifen, auf dem die Mauer Berlin bis
       1989 geteilt hat.
       
       Eine Wand seines Büros ist komplett mit einem deckenhohen Bücherregal
       gefüllt. Das würden seine Kinder und Enkel wohl nicht mehr nutzen, gibt
       Klein nach einem langem Gespräch über die wachsende Digitalisierung von
       historischen Akten zu, die ich sehr befürworte.
       
       Denn ohne den leichten Zugang zu solchen Informationen würde es diese
       Geschichte hier gar nicht geben. Ohne Digitalisierung wäre ich niemals auf
       meinen Vormieter Max Anschel gestoßen – und die Geschichte seiner Famiiie,
       die mich mittlerweile seit Monaten beschäftigt.
       
       Und die leichte Auffindbarkeit von Originaldokumenten, so mein Argument,
       würde zum Beispiel auch Schüler:innen den Zugang zur Geschichte
       erleichtern, die mit der Recherche auf dem Smartphone groß werden. Klein
       ist nicht ganz so angetan. Denn um die Dokumente zu verstehen, brauche es
       vielfach immer noch Einordnung. Und die könnten nur Archivare wie er
       liefern. Mir hilft er mit seiner Einordnung jedenfalls weiter.
       
       Im Diözesanarchiv werden Dokumente aus kirchlichen Institutionen aufbewahrt
       – auch die des katholischen Hilfswerks, das allein eine Geschichte wert
       ist. Und die Akten zu Anna und Ruth Anschel, auf die ich über die Fußnote
       in einer Doktorarbeit gestoßen bin.
       
       Margarete Sommer und das katholische Hilfswerk
       
       Das „Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat Berlin“, so sein offizieller
       Titel, war im Sommer 1938 gegründet worden, um den so genannten
       „katholischen Juden“ oder „katholischen Nichtariern“ zu helfen – also
       Menschen, die entweder selbst oder deren Eltern vom jüdischen zum
       katholischen Glauben konvertiert waren, die nun von den Nationalsozialisten
       aber als „nichtarisch“ eingestuft, diskriminiert und verfolgt wurden.
       
       Seinen ersten Sitz hatte das Hilfswerk im damaligen Wohlfahrtshaus an der
       Oranienburger Str. 13/14, direkt gegenüber dem Monbijoupark. Weil der
       NS-nahe Hauseigentümer bald schon keine Sprechstunden des Hilfswerkes
       duldete, zog es bereits im April 1939 an die Schönhauser Allee 182 auf das
       Grundstück der dortigen Herz-Jesu-Gemeinde. Die wesentlichen Informationen
       zum Hilfswerk finde ich in der Broschüre mit dem Titel „unter Einsatz des
       Lebens“, in dem 1988 die ungewöhnliche Arbeit der kirchlichen Institution
       geschildert wurde.
       
       Klein erzählt, dass es in den 1930er Jahren ingesamt drei solcher
       Hilfsorganisationen für von den Nazis verfolgte Juden gab. Eine von der
       evangelischen Kirche, die sich vor allem um „protestantische Juden“ sorgte.
       Eine von US-amerikanischen Quäkern. Und eben das katholische Hilfswerk.
       Dessen prägende Figur war Margarete Sommer, die das Hilfswerk ab 1941
       leitete.
       
       Die promovierte Volkswirtin war zunächst Dozentin an der Sozialen
       Frauenschule der Alice Salomon in der Stadt – und schon dort geriet sie
       1934 mit den NS-Machthabern in Konflikt, weil sie sich weigerte, im
       Unterricht Nazigesetze zu loben, die Zwangssterilisierungen behinderter
       Menschen vorsahen. Deshalb wurde ihr gekündigt, [1][schrieb Phillip Gessler
       2003 in einem kurzen Portrait über Margarete Sommer], als sie von der
       Holocaust-Gedenkstätte Yad Vaschem in Jerusalem [2][posthum als „Gerechte
       unter den Völkern“] geehrt wurde.
       
       Anfangs bemühte sie sich vor allem, Menschen bei der Ausreise, also bei der
       Flucht aus Deutschland zu unterstützen – allerdings häufig vergeblich. So
       berichtet Sommer 1946 von ihren letztlich vergeblichen Bemühungen, Visa für
       3.000 Menschen zur Einreise in Brasilien zu bekommen. Das Anliegen sei von
       Monat zu Monat verzögert worden, bis es schließlich durch das im Herbst
       1941 von der deutschen Regierung erlassene Auswanderungsverbot endgültig
       scheiterte. Tatsächlich gebe es Anhaltspunkte, dass die „Brasilaktion“ „an
       der ablehnenden Haltung brasilianischer Diplomaten in Berlin und Hamburg“
       gescheitert sei, wird Sommer in der Broschüre zitiert.
       
       Die Familie Brasch und die Kinderverschickung 1939
       
       Erfolgreicher war das Hilfswerk mit der Organisation sogenannter
       Kinderverschickungen. Im Februar 1939 startet ein Transport mit etwa 150
       jüdischen Kindern nach England. Unter ihnen war der damals 16-jährige Horst
       Brasch, der in Bournemouth Unterkunft fand. Nach dem Krieg wurde Brasch in
       der DDR Mitglied im Zentralkomitee der SED und stellvertretender
       Kulturminister. Sein Sohn Thomas Brasch wurde Schriftsteller und
       Filmemacher und 1976 nach seiner Ausreise aus der DDR in den Westen die
       literarische Stimme der aufbegehrenden Nachkriegskinder ostdeutscher
       Herkunft.
       
       Seine Tochter Marion Brasch wurde bekannt als Radiomoderatorin. [3][In
       ihrem Roman „Ab jetzt ist Ruhe“] hat sie von der Geschichte ihrer Familie
       erzählt.
       
       Die liebenswerte, tapfere und sehr lebhafte Frau
       
       Von der Geschichte der Familie Anschel erzählen die Akten, die ich oben im
       Lesesaal des Archivs auf großen modernen Bildschirmen einsehen kann.
       
       Ein Jahr nach Kriegsende, 1946, hat Anna Anschel sich an das katholische
       Hilfswerk gewandt. Jedenfalls stammen die ersten Unterlagen des
       Diözesanarchivs zur Familie aus dem Jahr.
       
       Am 29. März 1946 schreibt eine Elisabeth Küstermeier einen Brief an die
       Leiterin des Hilfswerks, Frau Dr. Sommer. Es gehe um den „Fall der Frau
       Anschel“, den sie „sehr gern der seelsorgerischen Betreuung des Hilfswerks
       überweisen möchte“, schreibt Küstermeier. Anschel sei die Witwe „eines in
       Auschwitz verschollenen mosaischen Nichtariers“. Sie sei wie ihre
       15-jährige Tochter katholisch getauft, habe aber zu ihrer Gemeinde „keine
       oder höchstens nur eine ganz lose Verbindung“.
       
       Dann beschreibt sie Anna Anschel als „liebenswerte, tapfere und sehr
       lebhafte Frau“, die nur ganz schwer über den Verlust des Mannes hinweg
       finde und „auch kaum Hilfe an der mit einem viel stilleren Naturell
       begabten Tochter“ finde.
       
       Es sind diese Sätze, die mir Anna und Ruth Anschel erstmals als Menschen
       nahebringen, weit über all die Geburts- und Sterbedaten hinaus, die ich
       zuvor gefunden habe.
       
       „In religiöser Hinsicht scheint sie mir Brachland zu sein“, schreibt
       Küstermeier weiter und bittet die „liebe Frau Doktor“, Frau Anschel „b a l
       d“ zu einer persönlichen Unterhaltung zu bitten, damit „gerade in diesem
       Fall dem Samen Gottes ein gutes Erdreich bereitet werden könnte“.
       
       Zwei Wochen später lädt Dr. Sommer per Brief die „Sehr geehrte Frau
       Anschel“ zum Gespräch „über die Zukunftsaussichten Ihrer Tochter“. Die
       religiösen Bemühungen des Hilfswerks tragen schon bald Früchte. In einem
       weiteren Brief an Anna Anschel vom 24. Februar 1947 freut sich Sommer über
       die Mitteilung, „dass Ihre Ruth am 2. 2. 47 zur Ersten Heiligen Kommunion
       gegangen ist und dass die Mutter sie bei diesem Gang begleitet hat.“ Sie
       hoffe, „dass die nun mit dem Heiland eingegangene enge Verbindung sich nie
       wieder löst.“
       
       Als Anna Anschel im September 1947 „nach Liebenthal zur Erholung“ fährt,
       sorgen sich die Mitarbeiterinnen des Hilfswerk um die Tochter Ruth. „Sie
       mag nicht anderswo essen gehen. Die Mutter hat gut vorgesorgt und die
       Tochter kocht gern für sich“, heißt es in einer letzten, handschriftlichen
       Notiz, die niedergeschrieben wurde, nachdem Ruth Anschel das Hilfswerk
       besucht hatte.
       
       Ob sich Anna Anschel ursprünglich wegen religiösen Beistands an das
       Hilfswerk gewendet hat, bleibt offen. Umso klarer wird ihr eigentliches
       Ziel in den Nachkriegsjahren: Sie will weg aus der Elisabethkirchstraße. Am
       liebsten ganz weit bis nach Amerika. Dafür hat sie allen Grund.
       
       Repressionen, Boykott, Zwangsarbeit und Deportation
       
       Denn der Korrespondenz des Hilfswerks ist auch ein Fragebogen des
       Magistrats der Stadt Berlin beigefügt, den Anna Anschel für eine
       „Statistische Erhebung vom 1. Februar 1946“ ausgefüllt hat.
       
       Darin gibt sie nicht nur an, dass ihr Mann Max „Sternträger“ war und dass
       neben den mir bereits bekannten Verwandten auch noch seine Kusinen Julchen,
       Johanna, Nanny und Sally Meyer sowie Kobes Wolf „im Zusammenhang mit den
       Maßnahmen des Naziregimes umgekommen“ sind, wie es im Formularvordruck
       heißt.
       
       Anna Anschel beschreibt dort auch, welche Repressalien sie und ihr Mann
       schon seit Beginn des Nazi-Regimes erleiden mussten.
       
       „1933 drang S.A.. Sturm Stettiner Bahnhof in unsere Wohn- und
       Geschäftsräume“, heißt es in dem ausgefüllten Formular. Der Stettiner
       Bahnhof lag rund 700 Meter westlich vom Wohnhaus der Anschels. Er war ein
       Sackbahnhof für Züge Richtung Ostseeküste und wurde im Krieg zerstört.
       Heute findet man auf dem Gelände nur noch die unterirdische S-Bahn-Station
       Nordbahnhof.
       
       „1938 Geschäftsboykott, aus den dabei befindlichen Privaträumen wurde auch
       noch geplündert“, berichtet Anna Anschel weiter. Ihren Mann habe sie „durch
       Herausgabe von Schmuck freibekommen“. Sie benötige nun dringend „Geschirr
       und Bestecke, da unser sämtlichen Bestecke gestohlen wurden (99 Teile
       Silber)“. Auch ihrem Kinde sei sämtliche Kleidung gestohlen worden.
       
       In einer beigelegten ausführlichen Erklärung schildert Anna Anschel die
       Situation im Jahr 1933, als sie und ihr Mann ihren Schokoladenhandel noch
       in der Bergstraße 17 hatten:
       
       „Bei uns kaufte ein Händler Willy Herz. Als er in unseren Geschäftsräumen
       war, erklärte er meinem Mann, dass die Bäume in Deutschland nicht
       ausreichen würden, an denen die Juden aufgehängt werden.“ Weil er mit einem
       Messer ein Hakenkreuz in die Platte des Abfertigungstisches geritzt habe,
       habe sie in ihrem Zorn dem Mann eine Backpfeife gegeben. Die Folge sei
       gewesen, „dass bei dem einige Tage später stattfindenden Judenboykott der
       S.A. Sturm, zu dem wohl dieser Herz gehörte, abends vor unseren Wohn- und
       Geschäftsräumen Aufstellung nahm“. Einige seien auch eingedrungen und
       hätten „rund 1.500 Mark Bargeld aus der Kasse, sowie Schmuck, darunter
       Brilliantohrringe – Erbstück von der Mutter meines Mannes – und eine
       goldene Uhr genommen.“
       
       Bis 1938 hätten sie das Geschäft „unter größten Schwierigkeiten weiter
       geführt“. Dann sei durch den großen Judenboykott „unsere Existenz erledigt“
       worden. Erneut seien ihnen dabei Schmuck, Bilder, ein Nerzpelz, eine
       Mercedes-Schreibmaschine und vieles mehr entwendet worden. „Der
       Warenverlust beträgt ca. 12.000 M.“
       
       In beigefügten Abschriften bestätigen ehemalige Geschäftspartner das Aus
       des Schokoladenhandelns in Folge der Pogromnacht. „Bei dem grossen Boykott,
       den die Nazi gegen die Juden angezettelt haben und alles in Trümmern
       schlugen, ist auch das Engrosgeschäft von Anschel erledigt worden. Das kann
       ich eidesstattliche versichern“, steht auf einem von Marietta Glasser und
       Gertrud Bergmann unterzeichneten Schreiben, die laut Stempel Vetreter der
       Zuckerwaren-Industrie in der Elisabethkirchstr. 9 waren.
       
       „Mir sind alle Vorgänge bekannt und noch in unangenehmer Erinnerung“,
       schreibt Paul Kalz, Zigarrenhändler aus der Invalidenstraße 2, und stellt
       sich zur mündlichen Aussprache gern zur Verfügung.
       
       Und eine Dora Jasse aus der Fehrbelliner Straße 4 bestätigt, dass sie
       Händlerin bei der Firma Anschel gewesen sei. Sie wisse, dass nach dem
       „Judenbokott“ „Frau Anschel selbst als Händlerin ging, um sich ihren
       Lebensunterhalt für Mann und Kind zu verdienen.“ Das sei aber nur eine
       kurze Zeit möglich gewesen, „da ihr kein Engroshändler mehr Ware gab.“
       
       Zwangsarbeit in Weißensee
       
       Von 1938 an sei ihr Mann bis 1941 „als Jude“ arbeitslos gewesen, schreibt
       Anna Anschel weiter. Erst als „das Arbeitsamt Fontanepromenade für Juden“
       eröffnet wurde, sei er als Arbeiter bei der Firma Scherb & Schwer in
       Weißensee „bei niedrigem Lohn“ eingesetzt worden.
       
       Die Firma, [4][heißt es bei einem Eintrag bei museum-digtital], sei von
       David Jaroslaw ursprünglich im 19. Jahrhundert in Breslau gegründet worden
       und 1906 nach Berlin-Weißensee umgezogen. Schon 1933 sei der jüdische
       Betrieb Jaroslaw in die Firma „Scherb & Schwer, vormals Jaroslaw“, später
       in „Scherb & Schwer Kommanditgesellschaft“ umgewandelt worden. „Der
       Schwiegersohn von Jaroslawl, Dr. Schröder, musste seinen Anteil an Scherb &
       Schwer verkaufen. Wenig später musste er eine hohe Summe zahlen, um mit
       seiner Familie und dem gesamten Mobiliar über Italien in die USA emigrieren
       zu können.“
       
       Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges sei der Betrieb auf Rüstungsproduktion
       umgestellt worden, heißt es weiter. „Ca. 1500 Arbeiter, darunter
       Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, waren bis Ende des Krieges dort
       beschäftigt.“ Auch [5][auf der digitalen Karte der Webseite
       ns-zwangsarbeit.de] ist die Firma „Elektro Glimmer und Preßwerke Scherb &
       Schwer KG“ zu finden. Dort habe es einen „geschlossenen Arbeitseinsatz
       deutscher Juden“ gegeben, zudem seien Kriegsgefangene aus der Sowjetunion,
       Polen und Italien eingesetzt worden.
       
       Einer der Zwangsarbeiter war Max Anschel – bis Anfang 1943. Dann „erfolgte
       von dieser Firma aus die Massenverhaftung der Juden“, schreibt Anna
       Anschel. „Er sass 8 Tage lang von der Gestapo aus in der Rosenstraße.“
       
       Die Fabrik-Aktion und die Rosenstraße
       
       Damals gab es ein wohl recht einmaliges Ereignis im Nazi-Deutschland. Am
       letzten Samstag im Februar 1943 waren zunächst alle noch in Berliner
       Fabriken arbeitenden Juden festgenommen worden. Mit der so genannten
       „Fabrik-Aktion“ verfolgte der Propagandaminister und Gauleiter der
       Hauptstadt Joseph Goebbels das Ziel, Berlin „judenfrei“ zu machen. „Die SS
       trieb alle Juden, die in Fabriken Zwangsarbeit leisteten, zusammen und
       verschleppte sie in die Sammellager in der Levetzowstraße und in der Großen
       Hamburger Straße. Dort wurden die Häftlinge sortiert. Die ‚Mischlinge‘, so
       bezeichnet, weil sie mit arischen Partnern verheiratet waren oder arische
       Elternteile hatten, transportierte man in die Rosenstraße 2-4“, [6][schrieb
       Anja Seeliger 1992 zum 50. Jahrestag in der taz].
       
       Doch in der Rosenstraße, einer kleinen Seitenstraße zwischen dem
       Alexanderplatz und dem Hackeschen Markt, versammelten sich viele Ehefrauen
       der Inhaftierten. Sie versuchten, sie mit Nahrung zu versorgen – und
       demonstrierten für die Freilassung der Männer, tagelang. Sie ließen sich
       offenbar auch nicht durch von der Gestapo aufgestellte Maschinengewehre
       beeindrucken.
       
       Rund 7.000 der bei der „Fabrik-Aktion“ Verhafteten wurden in den kommenden
       Tagen nach Auschwitz deportiert, nur die etwa 2.000 Juden aus „Mischehen“
       wurden nach und nach entlassen. Wegen des Protests ihrer Angehörigen?,
       fragte Susanne Memarnia 2018 in der taz. Und antwortete sich selbst:
       Vermutlich nicht, sagen heute die meisten Historiker. Wahrscheinlicher ist,
       dass sie ohnehin nicht deportiert werden sollten, um die „arische“
       Verwandtschaft zu schonen.
       
       Im Vorwort zum Buch „Gedenkort Rosenstraße 2–4“ schrieb Andreas Nachama,
       geschäftsführender Direktor der Stiftung Topographie des Terrors: „Der
       Frauenprotest war singulär und ist deshalb von größter Bedeutung. Selbst
       wenn der Protest gescheitert wäre und die Verhafteten deportiert worden
       wären, gibt es in der zwölfjährigen NS-Geschichte kein vergleichbares
       Ereignis zivilen Protests einer größeren Gruppe in der Öffentlichkeit über
       mehrere Tage.“
       
       In der Rosenstraße stand damals das Gebäude der Sozial-Verwaltung der
       Jüdischen Gemeinde. Dahinter stand in der Heidereutergasse die älteste
       Synagoge der Stadt, erfährt man auf eine Gedenktafel vor Ort. Sie wurde
       1714 eingeweiht, 1942 war dort letztmalig ein Gottesdienst abgehalten
       worden. Von den damaligen Gebäuden ist heute nichts mehr zu sehen. Sie
       wurden im Krieg zerstört.
       
       Zwischen den zu DDR-Zeiten errichtenten Plattenbauten, die heute das
       Gelände umgeben, findet man eine mehrteilige Plastik der Bildhauerin
       Ingeborg Hunzinger. Sie zeigt in der Mitte die gefangenen Männer, drumherum
       die protestierenden Frauen. „Die Ehefrauen und Mütter gingen mit ihrem
       Protest ein hohes Risiko ein“, heißt es auf einem Erklärschild neben dem
       Denkmal. Denn seit 1941 habe bei „öffentlich gezeigten freundschaftlichen
       Beziehungen zu Juden“ bis zu drei Monate „Schutzhaft“ gedroht.
       
       Eine beeindruckende Geschichte, die im Jahr 2003 [7][auch fürs Kino
       verfilmt wurde].
       
       Und Teil dieser gut ausgehenden Geschichte waren also Max Anschel und seine
       Frau Anna.
       
       Doch das Leid der Familie war damit keineswegs vorbei.
       
       „Nach der Inhaftierung wurde er wieder durch das Arbeitsamt
       Fontanepromenade bei der Firma Paul Kretschmar, Lichtenberg, Frankfurter
       Allee 124a, als Bauarbeiter für wenig Geld eingesetzt“, schreibt Anna
       Anschel in ihrem Bericht für das katholische Hilfswerk über ihren Mann,
       „bis es dann zu der weiteren Verhaftung kam. Sein Leidensweg ging bis nach
       Auschwitz, von wo er nicht zurückgekehrt ist“.
       
       Wann und warum es zur erneuten Verhaftung kam, erklärt sie an dieser Stelle
       nicht. Dazu muss ich noch andere Unterlagen finden.
       
       Läuse, Typhus und der bestochene Wachmann
       
       1944 war Max Anschel zunächst im Reichsarbeitserziehungslager Wartenberg,
       schreibt Anna Anschel weiter. Sie habe „wie die anderen Frauen und Mütter“
       sämtliche Lebensmittelmarken „bei dem Kaufmann Freud“ in der Brunnenstraße
       gegen Reisemarken eingetauscht, um ihren Mann dort zu versorgen.
       
       Doch habe er dort „durch die entsetzlichen Läuse“ Flecktyphus bekommen und
       sei in ein Krankenhaus in Böhmisch Leipa verlegt worden. Sie sei sofort in
       die heute in Tschechien liegende Stadt gefahren, habe ihren Mann aber erst
       nach langem Bitten kurz am Fenster sehen dürfen. Vier Wochen später fuhr
       sie erneut nach Böhmisch Leipa und blieb diesmal drei Wochen. „Ich besuchte
       ihn täglich heimlich. Alles freute sich, wenn ich kam. Es waren in dieser
       Baracke wenig Juden, viel Russen und Polen, die mich alle deckten.“
       
       Wieder genesen, kam Max Anschel ins Polizeigefängnis. Um ihm auch dort zu
       helfen, „machte ich mich dort mit den wachhabenden Polizeibeamten bekannt“,
       schreibt Anna Anschel weiter. Schließlich habe sie den Beamten Paul Engel
       gefunden, den sie „durch Geschenke, wie überteuerten Alkohol, Zigaretten
       und Geld bestach.“ So habe sie ihrem Mann laufend Lebensmittel, Briefe und
       Rauchwaren überreichen können und der Beamte habe ihr „manchen lieben Gruß“
       ihres Mannes übermittelt.
       
       „Dann kam Auschwitz“, heißt es am Ende des Berichts von Anna Anschel. Ab da
       habe sie nur noch Pakete schicken können. „Ende Oktober wurde mein Mann das
       letzte Mal in Auschwitz gesehen. Wöchentlich erhielt er 3
       Lebensmittelpakete von mir. Nichts wurde zurückgeschickt.“ Noch bis Januar
       1945 habe sie Pakete geschickt, „vor Weihnachten noch 2 Wertpakete mit
       warmen Sachen“.
       
       Dass Max Anschel da schon längst ins Konzentrationslager Stutthof
       deportiert worden war, wo er am 22. 11. 1944 ums Leben kam, weiß seine Frau
       Anna im Sommer 1945 noch nicht, als sie diesen Bericht verfasst. Noch in
       dem am 1. Februar 1946 ausgefüllten Fragebogen gibt sie das „KZ Auschwitz“
       als Todesort an. Versehen mit einem Fragezeichen.
       
       Die Morddrohung und die geplünderte Wohnung
       
       Und dann ist da noch der kurze Hinweis auf eine massive Bedrohung, der mich
       überhaupt erst zu den Akten des Diözesanarchivs geführt hat. „Kurz vor dem
       Einmarsch der Roten Armee im Mai 1945“, schreibt Anna Anschel, „wurde ich
       von 4 Leuten gewarnt, dass ich als ‚Judenaas‘ erledigt werden soll und zwar
       durch P.G. Klatt, der meinen Mann durch seine Intrigen ins K.Z. beförderte.
       Das schlechte Gewissen dieses Mannes hatte nun auch noch die Absicht, sich
       von seiner Anklägerin zu befreien.“
       
       Wer dieser P.G. Klatt war, bleibt unklar. Auch warum er gegen Max Anschel
       und seine Familie vorging, ist vorerst ein Rätsel. Ich hoffe auf die Akten
       im Landesarchiv, deren Einsicht ich schon beantragt habe.
       
       Anna Anschel gibt an, dass sie sich nach dem Hinweis mit ihrer Tochter bei
       guten Bekannten verborgen habe. Währenddessen sei ihre Wohnung aufgebrochen
       worden. „Über Nacht nun hat man die Türfüllung zertrümmert, um dadurch in
       die Wohnung zu gelangen. Ich traf geplünderte Schränke und Kästen an.
       Wäsche, Kleidungsstücke etc. waren entwendet. Das Kind und ich haben heute
       kaum etwas zum Anziehen, Bettwäsche und Handtücher fehlen.“ Und dann fügt
       sie noch hinzu: „Besonders jammert mein Mädel um den Verlust ihrer Geige
       und der Noten.“
       
       Der Riss in der Tür
       
       Kaum bin ich aus dem Diözesanarchiv zurück, nehme ich alle Wohnungstüren
       unter die Lupe. Das Haus ist eins der letzten unsanierten im Viertel. Die
       Anstriche im Treppenhaus sehen so aus, als könnten sie noch aus
       Vorkriegszeiten stammen. Eine zertrummerte Türfüllung könnte also Spuren
       hinterlassen haben.
       
       Ein Gedanke drängt sich auf: Es könnte meine Wohnungstür sein.
       
       Aber auf den ersten Blick ist nichts zu sehen. Erst bei einem zweiten Blick
       sehe ich leichte Risse bei einer Tür. Aber nicht an meiner, es ist die von
       meinem Nachbarn Wolfgang, der hier seit 50 Jahren wohnt. Ich drehe an
       seiner Klingel, um zu fragen, ob er was weiß, ob man von innen vielleicht
       noch mehr sieht.
       
       Aber Wolfgang weiß etwas anderes zu berichten. Der leichte Riss stamme
       garantiert nicht aus den letzten Kriegstagen, sondern irgendwann aus den
       70ern. Da habe er mal den Schlüssel vergessen und dann …
       
       Später schaue ich mir die Akten des Diözesanarchivs nochmal genauer an.
       Darin gibt Anna Anschel an, in einer 4-Zimmer-Wohnung zu wohnen. Für 78
       Mark Miete. Wolfgang aber hat nur drei Zimmer, wie alle Wohnungen auf
       seiner Seite des Hauses. Nur die Wohnungen auf unserer Seite haben vier.
       Haben die Anschels genau dort gelebt, wo ich jetzt sitze und schreibe? Die
       Wahrscheinlichkeit hat sich nun schlagartig verdoppelt. Eine Antwort werde
       ich aber erst Monate später bekommen.
       
       Auch weil ich immer wieder mal eine Pause brauche von den Anschels.
       Manchmal lasse ich die Akten über Monate ruhen, irgendwo gespeichert im
       Computer. Um Abstand zu bekommen, bevor ich wieder Energie genug habe, um
       mich wieder dran zu setzen. Weiter, vor allem aber genauer zu lesen, auf
       Details zu achten.
       
       Der Traum von Amerika
       
       Im Frühjahr 1946 hatte auch Anna Anschel genug. Sie wollte nur noch eins:
       weg von hier. Bei Punkt „Ausreise“ schreibt sie in den Fragebogen:
       „Herzlich gern, besonders meine 15 jährige Tochter, welche schon fleissig
       englisch lernt. Sie bleibt nicht in Deutschland, wo man sie beschimpft, mit
       Steinen beworfen u. in den Schmutz gestossen hat. Sogar von Frauen wurde
       sie vor den Geschäften beim Einkauf beschimpft. Auch vor unserer
       Wohnungstür hielt man Judenhetze: ‚Wir sollen nach Palästina usw.‘“
       
       Als Angehörigen im Zielland benennt sie Walter Hasendahl, einen in Los
       Angeles lebenden Vetter. Hasendahl war der Mädchenname von Max Anschels
       Mutter.
       
       Warum aus dem Traum von Amerika nichts wurde, geht aus den Akten nicht
       hervor. Vielleicht lag es am Fehlen von Auswanderungspapieren, das im
       Fragebogen vermerkt ist. Vielleicht lag es am Geld.
       
       Aus den Ostberliner Adressbüchern geht hervor, dass Anna und Ruth Anschel
       noch bis Mitte der 60er Jahre an der Elisabethkirchstraße gewohnt haben.
       
       Besonders gut scheint es ihr nicht ergangen zu sein. Aus den Notizen des
       katholischen Hilfswerks geht hervor, dass Anna Anschel „nervenkrank“ war,
       „verursacht durch fortgesetzte Aufregungen und Leiden, durch die Verhaftung
       meines Mannes und der nicht erfolgten Wiederkehr“.
       
       Es gibt nur wenige weitere Unterlagen aus dem Bestand des katholischen
       Hilfswerks. In einer Notiz aus dem September 1947 wird vermerkt, dass Frau
       Anschel angerufen und mitgeteilt habe, dass sie nach Liebenthal zur
       Erholung fahre. Frau Dr. Sommer habe versprochen, sich derweil um die
       damals 16-jährige Tochter Ruth zu kümmern.
       
       Die kommt auf Einladung zu den Katholikinnen, aber möchte dort offenbar
       keine Hilfe annehmen. „Sie mag nicht anderswo essen gehen“, heißt es in
       einer handschriftlichen Notiz, mit der die Akten enden. Die Mutter habe gut
       vorgesorgt und sie koche sehr gern für sich.
       
       Der Brief von Trudel
       
       Zuvor aber findet sich noch die Abschrift eines Briefes an die „Liebe Anne
       und Ruth!“ vom 15. Oktober 1945. Unterzeichnet ist er nur mit „Deine
       Trudel“:
       
       „Liebe Anna, wir leben alle noch haben alles überstanden. Am 1. April sind
       die Amerikaner bei uns einmarschiert, mittag um 1 Uhr. Es war eine Zeit,
       die man nie wieder vergessen kann. Karl und Lieschen ihr Mann sind zu
       Hause.“
       
       Dann berichtet sie über die neue Lage vor Ort. „Hier bei uns ist die
       Grenze: Wir sind amerikanisch. Meine Eltern russisch. Schwierig ist es
       überhin zu kommen.“ Der Brief stammt aus Archfeld, einer kleinen Gemeinde
       in Hessen, keine zwei Kilometer von der Landesgrenze nach Thüringen, der
       Grenze, an der dann bis 1989 infolge des Krieges die Grenzanlagen der DDR
       standen.
       
       „Wir waren auch 4 Tage nicht in unserem Haus, da waren die Amerikaner
       drin“, schreibt Trudel weiter. „Ein Korb von dir haben sie aufgemacht. Es
       lag alles darum. Der grosse Korb ist zugeblieben.“
       
       Offenbar waren Trudel und Anna Freundinnen oder Verwandte, jedenfalls
       standen sie sich so nah, dass Anna Anschel Sachen in Archfeld untergestellt
       hatte.
       
       „Mein lieber Mann, der ist noch nicht da. (…) Wo mag er wohl sein? Durch
       einen Kameraden habe ich erfahren, dass sie zuletzt bei Frankfurt/Oder
       gekämpft hat, also beim Russen“, schreibt Trudel. Es könnte sich um [8][die
       große Schlacht bei den Seelower Höhen] handeln, bei der Mitte April 1945
       innerhalb weniger Tage insgesamt rund 100.000 Soldaten ums Leben gekommen
       sind. „Ob wohl Ernst in Frankfurt/Oder im Lager ist? Wenn ich das nur mal
       wüsste.“
       
       Und dann fragt Trudel auch nach Max. „Ist dein Mann da? Der müsste aber
       schon längst da sein. Ja ja“.
       
       Max Anschel war da schon fast ein Jahr lang tot.
       
       Wie hat diese Erfahrung das Leben seiner Tochter geprägt?
       
       ..........
       
       Die Geschichte von Max Anschel und seiner Familie hat taz-Redakteur Gereon
       Asmuth in einer sechsteiligen Serie aufgeschrieben. Alle Texte finden Sie
       unter [9][taz.de/maxanschel]. 
       
       Teil 1: [10][Mein Vormieter Max Anschel, ermordet im KZ Stutthof 1944] 
       
       Teil 2: [11][Vier Tage und ein halbes Brot – Das KZ Stutthof, in dem Max
       Anschel starb, galt unter Häftlingen als schlimmstes Lager.] 
       
       Teil 3: [12][Die gnadenlose Kirche gegenüber – Die jüdisch-katholische
       Famlie Anschel lebte direkt gegenüber einer NS-dominierten Kirche.] 
       
       Teil 5: [13][„Mutti, ich habe eine sehr, sehr grosse Bitte an Dich!“ – Die
       Geschichte der Tochter Ruth Anschel] 
       
       Teil 6: [14][Der Verrat im Luftschutzkeller und das Leben im Nazinest nach
       dem Krieg]
       
       15 Nov 2024
       
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 (DIR) NS-Archive in Deutschland: 540 Kilometer Akten
       
       Alleine im Bundesarchiv harren Millionen von Dokumentenseiten der
       Digitalisierung. Dennoch ist das Auffinden von Informationen leichter
       geworden.
       
 (DIR) Mein Vormieter Max Anschel (1): Mein Vormieter, ermordet im KZ Stutthof 1944
       
       In der Nazizeit lebte die Familie Anschel in der Elisabethkirchstraße in
       Berlin-Mitte, im Haus, in dem heute unser Autor wohnt. Eine Spurensuche,
       die nahe geht.
       
 (DIR) Mein Vormieter Max Anschel (2): Vier Tage und ein halbes Brot
       
       Das KZ Stutthof galt unter Häftlingen als schlimmstes Lager. Dort starb
       auch Max Anschel, der Vormieter unseres Autors. Wurde er ermordet? Die
       Geschichte einer Recherche
       
 (DIR) Mein Vormieter Max Anschel (3): Die gnadenlose Kirche gegenüber
       
       Die jüdisch-katholische Familie Anschel lebte in der NS-Zeit in
       Berlin-Mitte, direkt gegenüber einer NS-dominierten Kirche. Heute kann dort
       auch eine jüdische Gemeinde feiern.
       
 (DIR) Mein Vormieter Max Anschel (5): „Mutti, ich habe eine sehr, sehr grosse Bitte an Dich!“
       
       Ruth Anschel war die Tochter meines im KZ ermordeten Vormieters. Schon als
       Kind erfuhr sie Gewalt, später lebte sie in einem Viertel mit
       antisemitischer Geschichte.
       
 (DIR) Mein Vormieter Max Anschel (6): Das Leben im Nazinest nach dem Krieg
       
       Max Anschel kam ins KZ, weil Nachbarn ihn im Luftschutzkeller anzeigten.
       Seine Frau lebte noch 20 Jahre in dem Haus, Seite an Seite mit den
       Denunzianten.