# taz.de -- Grüner Stahl für die Autoindustrie: Europa als Paradies für grünen Stahl
       
       > Ein Elektroauto, das mit nachhaltigem grünen Stahl produziert wird, würde
       > nur 57 Euro mehr kosten. Damit das funktioniert, muss die Politik die
       > Weichen stellen.
       
 (IMG) Bild: „Grün“ produzierter Stahl würde Elektoautos unwesentlich verteuern
       
       Na bitte, geht doch: Nur 57 Euro mehr würde [1][ein E-Auto] im Jahr 2030
       kosten, wenn 40 Prozent der Stahlproduktion klimaneutral wären. Und
       gleichzeitig würde der CO2-Ausstoß um die Menge verringert, die heute 3,5
       Millionen Verbrennerautos im Jahr ausstoßen. Das geht aus einer Analyse der
       [2][Organisation Transport & Environment] hervor. Die Voraussetzung ist
       jedoch, dass die Industrie sich entsprechend aufstellt, und zwar zügig. Und
       dann wären die Aussichten, dass Europa zu einem Leitmarkt für grünen Stahl
       werden kann, nicht schlecht.
       
       Damit das tatsächlich geschieht, fordert die Organisation Vorgaben für die
       Autoindustrie, eine bestimmte Menge [3][an grünem Stahl] zu verbauen. Und
       zwar von 40 Prozent im Jahr 2030 und bis zu 100 Prozent im Jahr 2040. Die
       Folge: Zusatzkosten von nur noch 8 Euro pro E-Auto. Solche Vorgaben sind
       absolut sinnvoll. So kann der klimafreundliche Umbau der Industrie
       vorangebracht werden.
       
       Und weil er im großen Stil erfolgt, sind die finanziellen Belastungen für
       Verbraucher:innen überschaubar. Gleichzeitig führen solche Vorgaben
       dazu, dass Manager:innen Unternehmen in die richtige Richtung führen.
       Dass sie es von allein nicht unbedingt tun, sondern an kurzfristigen
       Profiten interessiert sind, zeigt etwa der Rückstand der hiesigen Autobauer
       bei der Elektromobilität.
       
       Angesichts [4][der Erderhitzung] gibt es keine Alternative zum
       klimaneutralen Umbau der Industrie. Doch die Umstellung auf neue
       Produktionsweisen wird von den allermeisten Menschen mit großem Unbehagen
       gesehen. Ihre Ängste sind so diffus wie groß. Viele fühlen sich ohnmächtig
       angesichts der anstehenden Änderungen und fürchten, dass alles teurer wird
       und sie den Umbau nicht nur mit Geld, sondern auch mit dem Verlust ihres
       Arbeitsplatzes bezahlen müssen.
       
       Deshalb ist der Widerstand gegen den Umbau groß, der sich unter anderem im
       Erstarken der Rechtsextremen ausdrückt. Auch aus diesem Grund ist es
       wichtig, dass Politik und Wirtschaft diesem Gefühl etwas entgegensetzen und
       aus Angst Zuversicht zu machen. Mit Sonntagsreden gelingt das nicht. Aber
       mit politischen Vorgaben, die zu überzeugenden Geschäftsmodellen führen.
       
       10 Jul 2024
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [3] /Umbau-auf-Wasserstoffnutzung-unsicher/!5996468
 (DIR) [4] /Folgen-des-Klimawandels/!6017758
       
       ## AUTOREN
       
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