# taz.de -- Christopher Street Days im Osten: Queerbeauftragter will nach Pirna
       
       > Sven Lehmann, der Queerbeauftragte der Bundesregierung, appelliert, auf
       > dem Christopher Street Day Flagge gegen rechts zu zeigen. Vor allem in
       > Ostdeutschland.
       
 (IMG) Bild: Queerbeauftragter Sven Lehmann: „Menschen, die keinen Rechtsruck wollen, sollten die CSDs unterstützen.“
       
       Berlin taz | Der Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann
       (Grüne), wird in diesem Jahr vermehrt ostdeutsche Veranstaltungen zum
       [1][Christopher Street Day] (CSD) besuchen. Das kündigte er am Freitag bei
       einem Pressegespräch in Berlin an. Besonderes Augenmerk legte er auf den
       CSD in Pirna, wo zuletzt Tim Lochner von der AfD zum Oberbürgermeister
       gewählt wurde.
       
       Lehmann verwies auf die Correctiv-Recherchen zum Potsdamer Geheimtreffen
       von Rechtsextremisten mit Mitgliedern von Union und AfD. „Es werden sehr
       konkret Pläne geschmiedet für eine Ausweisung von Millionen von Menschen“,
       so Lehmann. Diese Pläne bezögen sich nicht nur auf Menschen mit
       Migrationsgeschichte: „Solche Pläne beziehen sich immer auch auf andere
       diskriminierte Menschen.“ Als Beispiel nannte er das Vorhaben der AfD, dass
       Lesben und Schwule künftig nicht mehr heiraten dürfen sollen. Ebenso
       fordere die AfD die Abschaffung des [2][Antidiskriminierungsgesetzes]
       (AGG).
       
       „Diese aggressive Verrohung richtet sich gegen die Würde des Menschen und
       damit gegen unser Grundgesetz“, sagte Lehmann. „Sie stachelt Menschen an,
       wiegelt sie auf und [3][ermutigt sie zu aggressivem Verhalten auch im
       Alltag.]“ Er wies darauf hin, dass es zuletzt bei der Polizei eine
       Rekordzahl an Meldungen von queerfeindlichen Angriffen gab.
       
       Der Grüne betonte, dass er aus diesem Grund zu den CSDs gehe, „wo es
       möglich ist“. Er appellierte ebenso an Demokrat_innen in der Bevölkerung:
       „Menschen, die keinen Rechtsruck wollen, sollten die CSDs unterstützen. Das
       ist eine Aufgabe aller Menschen, denen unsere Demokratie am Herzen liegt.“
       Das sei nicht lediglich Aufgabe von Migrant_innen und LSBTIQ* (Lesben,
       Schwulen, bi, trans, inter und queeren* Menschen).
       
       Seit Wochen [4][gehen Hunderttausende Menschen] überall in Deutschland auf
       die Straße, um sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus einzusetzen.
       Demokratische Verbände nutzen das auch, um Druck auf die Bundesregierung zu
       üben: Mitte Februar [5][verfassten 120 Organisationen einen Brandbrief] an
       die Politiker_innen mit der Forderung, das Antidiskriminierungsgesetz zu
       reformieren, so wie es im Koalitionsvertrag vereinbart wurde.
       
       2 Mar 2024
       
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