# taz.de -- Fridays for Future orientiert sich neu: Klima und soziale Kämpfe koppeln
       
       > Gegen rechts, für Arbeitskampf: Fridays for Future will künftig auch
       > sozialen Ausgleich, Gerechtigkeit und Demokratie zu ihren Themen machen.
       
 (IMG) Bild: Grün gegen Braun: Luisa Neubauer bei der Anti-AfD-Demo am Brandenburger Tor am 14. Januar 2024 in Berlin
       
       Berlin taz | Nicht allein fürs Klima streiten, sondern zusammen und für
       mehr als nur CO2-Werte. Darauf setzt Fridays for Future dieser Tage, wenn
       sie massiv in die Bündnisbildung investieren: bei den Demos gegen die AfD
       und gemeinsam im Kampf mit den Beschäftigten im Nahverkehr im Bündnis „Wir
       fahren zusammen“.
       
       In manchen Zeiten gehe es nicht darum, ob man Klimaaktivist*in ist,
       sondern darum, Demokrat*in zu sein und zu verstehen, wann man Haltung
       zeigen müsse, rief [1][Luisa Neubauer] am 14. Januar zur ersten großen Demo
       gegen die AfD am Brandenburger Tor in Berlin ins Mikrofon. Überall in
       Deutschland hat dieser Tage Fridays for Future Proteste gegen rechts
       mitorganisiert. Die überlaufenden Demos in Hamburg und München, die Demo in
       Dresden – überall ruft Fridays for Future in breiten Bündnissen mit dazu
       auf, gegen rechts zu protestieren.
       
       Geholfen bei der Mobilisierung der Millionen Menschen, die über die letzten
       zwei Wochen gegen rechts und für Demokratie auf die Straße gingen, haben
       die vielen Ortsgruppen im Netzwerk von Fridays for Future. [2][Und auch im
       Bündnis „Hand in Hand“], das sich aktuell aufbaut und einen zentralen
       Protest in Berlin am 3. Februar plant, spielt Fridays for Future in der
       Gründung eine zentrale Rolle.
       
       Über zwei Wochen nach der Demo vor dem Brandenburger Tor sitzt [3][Darya
       Sotoodeh] zwischen Verdi-Vertreter*innen auf einer Pressekonferenz, in der
       die Gewerkschaft für den 2. Februar zum bundesweiten Streik im Nahverkehr
       aufgerufen hat. Sie vertritt an diesem Tag die von Verdi und FFF gemeinsam
       gegründete Kampagne „Wir fahren zusammen“. Gemeinsam mit Verdi und den
       Beschäftigten im Verkehr gründeten sie die Kampagne und wollen damit zwei
       Fliegen mit einer Klappe schlagen: bessere Arbeitsbedingungen im Nahverkehr
       und massive Investitionen in die Verkehrswende.
       
       ## Aufwind nach Tiefpunkt
       
       Noch im November stand die Bewegung medial stark in der Kritik, wegen
       antisemitischer Äußerungen in einem Posting auf dem internationalen
       Account. Dieses ist mittlerweile gelöscht, und Fridays For Future
       Deutschland hofft nach einem Jahr mit vielen Tiefpunkten, 2024 wieder
       Aufwind zu bekommen.
       
       Viele fragten sich in den letzten Monaten, wie es mit Fridays for Future
       weitergehen sollte. Als vergleichsweise zahmer Gegenspieler zur Letzten
       Generation erzeugten sie weniger Aufmerksamkeit als diese mit ihren
       Blockaden und Farb- oder Suppenanschlägen. Die großen Massen auf die
       Straßen zu bringen gelang der Bewegung seit Corona nur noch bedingt, das
       Momentum für Klimathemen schien verloren.
       
       In ihrer neuen Strategie versucht Fridays for Future soziale und
       klimapolitische Kämpfe zu koppeln und damit Menschen außerhalb der
       Klimablase zu gewinnen, eine Personenkreis jenseits der bereits
       Überzeugten. Die Bewegung versuche die ganze Dimension der Krise im Blick
       zu haben. Nicht nur Maßnahmen zur CO2-Reduktion, sondern auch sozialen
       Ausgleich, Gerechtigkeitsfragen, Demokratiefragen und unsere internationale
       Verantwortung, sagt eine Sprecherin der taz.
       
       Dazu gehörten gleichermaßen die Proteste und Demos gegen rechts wie auch
       das Bündnis im Nahverkehr. Der Kampf gegen rechts müsse Hand in Hand mit
       dem Kampf für Klimaschutz gehen, sagt Luc Ouali, ein Organisator des
       Protests in München, der taz. Denn „Klimaschutz braucht Demokratie und
       gesellschaftlichen Zusammenhalt“. Längerfristig wolle die Bewegung aber
       auch, dass die Bündnisse eigenständig sind und nicht mehr von ihrer
       Organisationsstärke abhingen.
       
       Fridays for Future habe den Anspruch, „Menschen zusammenzubringen, sich
       gegen Polarisierung zusammenzutun und große, niedrigschwellige Bündnisse
       aufzubauen“, zum Beispiel auch mit der IG Metall, sagt eine Sprecherin.
       Viele in der Bewegung sagen, dass die neue Strategie und der Versuch, für
       linke Ziele außerhalb der eigenen Blase zu werben, ihnen seit Langem wieder
       Hoffnung gebe.
       
       30 Jan 2024
       
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