# taz.de -- Gewürz-Alleskönner: Ran an den Zimt
       
       > Zinnamon, Zimmet, Zimt – so vielfältig seine Namen, so vielfältig sein
       > Nutzen. Die Rinde ist ein Alleskönner, nicht nur beim Kochen.
       
 (IMG) Bild: Richtige Alleskönner, diese Zimtstangen
       
       Er riecht betörend gut, hält als Rindenstück ewig frisch und wird für süß
       und salzig genutzt: Zimt, Zinnamon oder veraltet Zimmet gehört zu meinen
       absoluten Lieblingsgewürzen. Als Teil von Zimtsternen ist er gerade jetzt
       in der Vorweihnachtszeit besonders präsent, als Heilmittel schon seit
       Jahrtausenden bekannt: Er kurbelt den Stoffwechsel an, ist
       entzündungshemmend, senkt die Blutzuckerwerte und den Cholesterinspiegel.
       Ein richtiger Alleskönner also!
       
       Aber Vorsicht: In vielen Zimtmischungen werden billigere Sorten
       verarbeitet. Sie enthalten den sekundären Pflanzenstoff Cumarin, der in
       größeren Mengen gesundheitsschädlich sein kann. Deshalb setze ich auf
       echten Ceylon-Zimt aus [1][Sri Lanka], natürlich in Bioqualität. Ich habe
       auch eine Zimtmühle, die fast jeden Tag in Verwendung ist. Denn was wäre
       ein Milchkaffee ohne frisch gemahlenen Zimt (sowie Kurkuma und Kardamom,
       wenn vorhanden)?
       
       Besonders mag ich Zimt in der Kombination mit Pflaumen und Äpfeln. Zum
       Beispiel zu einem selbstgemachten Apfelmus. Und auch jeder einfache
       Grießbrei, jedes Zwetschgenkompott, jeder Strudel lässt sich mit ihm
       aufpeppen. Das süßscharfe Aroma ist immer wieder eine Wucht. In [2][Indien]
       gehört Zimt auch auf den Frühstückstisch: Ein klassischer Masala Chai wird
       mit einer halben Stange pro Tasse zubereitet. Mit Gewürznelken und Kardamom
       wird diese vorsichtig aufgekocht und erst dann schwarzer Tee hinzugefügt.
       Sobald der durchgezogen ist, kommen noch ein Schuss frische Milch, Honig
       und Vanille dazu. Wunderbar wärmend und intensiv, gerade im Winter.
       
       Gerne verwende ich das Gewürz auch in einer klassischen Hühnersuppe, im
       Rinderragout mit Rotwein oder im Lammeintopf. Ganz hervorragend macht sich
       Zimt in scharfen Speisen wie dem indischen Jungli Maas. Dazu benötigt man
       eine Handvoll getrocknete rote Chilis, die in Wasser eingeweicht werden.
       Außerdem ein Kilo Lamm- oder Ziegenfleisch, kurz erhitzt mit vier Löffeln
       Ghee – einer indischen Butterschmalzvariante, die durch langes Köcheln der
       geschmolzenen Butter bei niedriger Hitze entsteht. Und zuletzt die Gewürze:
       Lorbeerblätter, etwas Knoblauch, ein Teelöffel ganzer Kardamom, ein
       Teelöffel Nelken und eine Stange Zimt.
       
       All das wird in ein sauberes Tüchlein gewickelt und kommt in den Topf mit
       Fleisch und Ghee. Dazu ein Brocken Kristallsalz und ein paar der
       eingeweichten Chilis, dann darf alles auf kleiner Flamme mindestens zwei
       Stunden garen. Ab und zu etwas Wasser dazugeben. Fertig ist das Lammgericht
       nach indischer Art. Dazu gibt es Reis, Fladenbrot oder Polenta. Guten
       Appetit!
       
       28 Nov 2022
       
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