# taz.de -- Deutsche WM-Niederlage gegen Japan: Voll mündiger Auftritt
       
       > Das deutsche Team verliert nach Führung die Auftaktpartie gegen Japan.
       > Indes haben die Spieler ein Zeichen gegen das Fifa-Bindenverbot gesetzt.
       
 (IMG) Bild: Wollen sich nicht mundtot machen lassen: DFB-Elf vor dem Anpfiff gegen Japan
       
       Bevor es für das favorisierte deutsche Team gegen Japan losging, hatte sich
       das DFB-Team noch etwas gegen diesen anderen, ihr so übermächtig
       erscheinenden Gegner ausgedacht. Die Startelfspieler hielten sich beim
       Teamfoto vor dem Anpfiff allesamt eine Hand vor die Lippen. Das Verbot der
       Fifa, [1][die „One Love“-Binde] zu tragen, hatten die Fußballer in ein
       Protestbild der Mundtoten übersetzt.
       
       Zu sehen war das freilich auf den von der Fifa zensierten TV-Bildern nicht.
       Aber das dürfte die Repräsentanten des DFB sowie den Verband selbst kaum
       bekümmern. Ihr Zeichen hatten sie dann doch in die Welt hinausgesandt.
       
       Flankiert wurde die Maßnahme von der deutschen [2][Bundesinnenministerin
       Nancy Faeser], die extra für dieses Spiel nach Katar gereist war, um, wie
       sie zuvor sagte, das deutsche Nationalteam zu unterstützen. Das tat sie
       dann auch nach Kräften, indem sie mit der „One Love“-Binde am Arm neben
       Fifa-Präsident Gianni Infantino auf der Tribüne Platz nahm. Ihr anderer
       Sitznachbar, DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte indes auf das Tragen einer
       Binde verzichtet. So oder so, im Bindenduell mit der Fifa hatten die
       Deutschen zumindest den Anschlusstreffer erzielt.
       
       Und dann gab es ja auch noch das Duell auf dem Rasen. Die erwarteten
       Machtverhältnisse bildeten sich anfangs schnell in erwartetem Maße ab.
       Stolze Ballbesitzquoten von über 80 Prozent konnten die DFB-Kicker sich
       erspielen und ließen dabei den Ball gut durch die eigenen Reihen laufen,
       wenn auch wenige Torchancen sich daraus ergaben. Den Führungstreffer in der
       33. Minute durch einen verwandelten Strafstoß (İlkay Gündoğan) hatten sie
       dann auch dem tapsig agierenden japanischen Torhüter Shuichi Gonda zu
       verdanken, der David Raum zu Fall gebracht hatte. Gonda hielt aber seine
       Elf in der zweiten Hälfte im Spiel, als er eine Vielzahl deutscher Chancen
       vereitelte.
       
       Für das deutsche Team rächte sich die eigene Ineffizienz bitter. Japan
       erzielte durch den Freiburger Ritsu Doan (76.) den Ausgleich. Sieben
       Minuten später setzte sich der Bochumer Takuma Asano gegen seinen
       Begleitschutz Nico Schlotterbeck (83.) zum Führungstreffer durch. Es bleibt
       bei dieser Weltmeisterschaft also nicht nur im Bindenduell mit der Fifa
       spannend.
       
       23 Nov 2022
       
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