# taz.de -- Boom von E-Autos: Städte brauchen mehr Ladesäulen
       
       > Die Zahl der E-Autos wächst viel schneller als die der öffentlichen
       > Ladesäulen. Trotzdem haben Nutzer:innen kaum Probleme, eine zu finden
       > – noch.
       
 (IMG) Bild: Parkplätze für Elektroautos vor dem BMW-Werk in Leipzig
       
       Berlin taz | Der Ausbau der Ladeinfrastruktur hält bei Weitem nicht Schritt
       mit der [1][zunehmenden Verbreitung von E-Autos]. Zu diesem Ergebnis kommt
       eine Studie der KfW Bankengruppe. „In den letzten beiden Jahren ist der
       Bestand an Elektroautos dreimal stärker gewachsen als die Anzahl der
       öffentlichen Ladepunkte“, sagt die Chefvolkswirtin der KfW Fritzi
       Köhler-Geib.
       
       Nach den [2][Vorstellungen der Bunderegierung sollen bis 2030 in
       Deutschland 15 Millionen E-Autos] zugelassen werden. Der KfW-Studie zufolge
       können sich mehr als 50 Prozent der Haushalte wegen fehlender öffentlicher
       Lademöglichkeiten die Anschaffung eines E-Autos nicht vorstellen – in
       Städten mehr als auf dem Land. Heute sind rund eine Million E-Autos in
       Deutschland zugelassen, allein 2021 kamen 700.000 hinzu. Das waren 20
       Prozent aller Neuzulassungen. Im Jahr 2019 teilten sich 8 E-Autos einen
       öffentlichen Ladepunkt, 2021 waren es 23. Die Zahlen zur Auslastung der
       öffentlichen Säulen legen allerdings nahe, dass die Zunahme noch nicht mit
       einer starken Einschränkung für die Nutzer:innen verbunden ist, heißt es
       in der Studie. Das könnte sich aber ändern, wenn die Zahl der E-Autos und
       der öffentlichen Ladesäulen weiterhin so ungleich wächst. Die EU gibt als
       Ziel einen öffentlichen Ladepunkt für zehn E-Autos vor.
       
       Bislang ist der Ausbau der E-Tanken der Studie zufolge innerhalb
       Deutschlands relativ gleichmäßig erfolgt. Bedarf gibt es künftig vor allem
       in großen Städten. „Da gerade einwohnerstarke Kommunen in Deutschland
       überdurchschnittlich häufig eine angespannte Finanzlage und hohe
       Investitionsrückstände aufweisen, kann eine gezielte Förderung
       finanzschwacher Kommunen auch mit Blick auf die Mobilitätswende deshalb
       sinnvoll und notwendig sein“, heißt es in der Studie. Auf dem Land verfügen
       mehr Menschen über einen eigenen Stellplatz für ihr Auto und können private
       Ladesäulen anbringen.
       
       Allerdings ist die Zahl der öffentlichen Lademöglichkeiten nicht
       zwangsläufig entscheidend für die Akzeptanz von E-Autos. In [3][Norwegen,
       dem weltweiten Vorreiter der Elektromobilität], befinden sich 94 Prozent
       aller Ladesäulen am Arbeitsplatz oder dem Wohnort der Halter:innen.
       
       21 Apr 2022
       
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