# taz.de -- Bewegungslinke über Klimagerechtigkeit: Raus vor die Werkstore
       
       > Ist die Linke eine sozial-ökologische Partei? Darüber diskutierten
       > Klimaaktivist:innen mit Carla Reemtsma und Bernd Riexinger.
       
 (IMG) Bild: AktivistInnen mahnen mit ihren Händen an die 1,5-Grad-Marke. Fridays for Future-Aktion in Glasgow
       
       „Wir sind keine Organisation gegen die Linke. Wir sind eine Initiative, die
       neue Ideen sucht“, begrüßte Sabine Leidig von der BAG Klimagerechtigkeit
       der Linkspartei am Samstag die knapp 90 zugeschalteten Teilnehmer:innen
       [1][zur ganztägigen #SystemChange-Konferenz]. Darunter junge
       Klimaaktivist:innen, jahrelange Linke-Wähler:innen und
       Gewerkschafter:innen aus ganz Deutschland.
       
       Das große Thema: Klimagerechtigkeit und die Vorbereitung auf den
       Klimastreik am 25. März. Jede:r sollte sich einbringen, sich vernetzen und
       Kritik äußern. Immer wieder wurden Diskussionen in Kleingruppen ermöglicht.
       Eingeladen war unter anderem Carla Reemtsma, Sprecherin von Fridays for
       Future. „Niemand muss mehr vom Klimaschutz überzeugt werden“, betonte sie.
       Nun bräuchte es neue Allianzen mit Gewerkschaften und den Betroffenen der
       Klimafolgen.
       
       Der ehemalige Parteivorsitzende Bernd Riexinger zeigte sich überzeugt, dass
       die Ampel „weder die Gerechtigkeits- noch die Klimakrise lösen“ könne.
       Mario Candeias von der Rosa-Luxemburg-Stiftung forderte „eine konsequent
       sozialökologische Partei“. Es brauche resiliente und solidarische
       Strukturen, positive Bilder und keine Katastrophenszenarien.
       
       ## Mehr Bewegungsaufbau, weniger Wahlkampf
       
       „Grünlich angestrichener Kapitalismus ist nicht die Lösung“, stimmte auch
       Klimaaktivist:in Franziska Heinisch zu. Doch Änderungen erreiche man
       nicht mit einer Klimabewegung, die es nicht schafft, die Beschäftigten zu
       mobilisieren. „Die Klimabewegung gehört raus an die Werkstore und an die
       Haustüren“, sagte sie. „Die Partei setzt viel zu sehr auf Wahlkämpfe und zu
       wenig auf Bewegungsaufbau“, so auch Yaak Pabst, Mitinitiator von
       #SystemChange.
       
       Als Vorzeigebeispiel diente Tobias Kratz vom Klimabündnis Darmstadt, in dem
       sich über 20 Gruppen zusammengetan haben. Sie legen dort bei Demos auch mal
       Streiks wie den der Busfahrer:innen und den der
       Klimaaktivist:innen zusammen. Solche Aktionen wünscht sich die
       Klimagerechtigkeitsbewegung für alle deutschen Städte.
       
       31 Jan 2022
       
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