# taz.de -- Eskalation in der Rigaer Straße in Berlin: Rauchwolken über Friedrichshain
       
       > Die Bewohner*innen der Rigaer 94 wollen eine geplante
       > Brandschutzprüfung weiterhin verhindern. Auf der Straße brennen nun
       > Barrikaden.
       
 (IMG) Bild: Eine Barrikade brennt in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain
       
       Berlin taz | In der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain haben am
       Mittwochvormittag Autonome [1][brennende Barrikaden] errichtet und
       Polizist*innen angegriffen. Gegen 11 Uhr zogen etwa 50 schwarz
       Vermummte an zwei Stellen Reifen, Holzlatten und Absperrgitte auf die
       Fahrbahn und riefen via Twitter eine „autonome Zone“ aus. Dunkle
       Rauchwolken waren bis Kreuzberg zu sehen.
       
       Mit der Aktion versuchten Bewohnern*innen und Unterstützer*innen
       des [2][linksradikalen Hausprojekts Rigaer 94] der Errichtung einer
       polizeilichen roten Zone zuvorgekommen. Die Polizei hat den Bereich rings
       um das Haus von Mittwochvormittag bis Freitag Mitternacht zur
       Demoverbotszone erklärt. Grund ist eine geplante Brandschutzbegehung im
       Haus durch Eigentümervertreter und Polizei. Die Autonomen befürchten, dass
       die Prüfung in einer Räumung enden könnte.
       
       Etwa eine Stunde hielten die Barrikaden, vorrückende Polizist*innen
       wurden mit massiven Steinhageln gestoppt. Erst mit einem Wasserwerfer und
       einem Räumpanzer war es der Polizei gegen 12 Uhr möglich in den Bereich vor
       dem Haus zu gelangen. Die Autonomen zogen [3][sich in die Rigaer 94] zurück
       und schossen mit Pyrotechnik vom Dach auf die Einsatzkräfte. Danach
       beruhigte sich die Situation.
       
       Außerhalb der Barrikaden versammelten sich im Verlauf des Vormittags immer
       mehr Menschen. Viele riefen Sprechchöre gegen die Polizei und für das
       autonome Projekt. Unterdessen wurden die Eltern der Grundschule in der
       Liebigstraße und einer Kita aufgefordert ihre Kinder abzuholen.
       
       Die Rigaer 94 war am Dienstag mit einem Antrag gegen die für Donnerstag
       vorgesehene Brandschutzbegehung gescheitert. Das Verwaltungsgericht wies
       einen Eilantrag gegen den sofortigen Vollzug einer vom Bezirk erlassenen
       Anordnung, eine entsprechende Prüfung zu dulden, zurück.
       
       Im März stand das gleiche Szenario schon einmal bevor. Da war der Bezirk
       Friedrichshain-Kreuzberg jedoch mit einer eigenen Brandschutzprüfung durch
       einen Sachverständigen – in Einvernehmen mit den Bewohner*innen, ohne
       Eigentümervertreter oder Polizei – vorgeprescht. Der für den übernächsten
       Tag anberaumte Großeinsatz wurde daraufhin abgesagt.
       
       16 Jun 2021
       
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 (DIR) Erik Peter
       
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