# taz.de -- Coronakrise in Deutschland: Keine Lockerung in Sicht
       
       > Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland steigt noch immer stark.
       > Die Lage erfordere weiterhin Einschränkungen, sagt die Bundeskanzlerin.
       
 (IMG) Bild: Das Ordnungsamt in Dresden auf Kontrollgang. Die Ausgangssperre könnte noch eine Weile andauern
       
       Berlin afp | Der Anstieg der Corona-Fallzahlen in Deutschland geht weiter:
       Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Samstag stieg die Zahl der
       Infizierten um 6294 auf 48.582. Die Zahl der Corona-Toten stieg laut
       Robert-Koch-Institut, das nur behördlich gemeldete Fälle erfasst, auf 325.
       Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU)
       meldete für Deutschland bereits 53.340 Infizierte und 395 Todesfälle.
       
       Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Bürgerinnen und Bürgern für
       ihre Disziplin bei der Beachtung der Einschränkungen wegen der
       Corona-Pandemie gedankt. „Danke – von ganzem Herzen Danke!“, sagte Merkel
       am Samstag in einem Audio-Podcast, das sie telefonisch aus ihrer häuslichen
       Quarantäne verbreitete. Darin wandte sich die Kanzlerin auch erneut gegen
       eine Lockerung [1][der angeordneten Schutzmaßnahmen] und warnte vor
       Ungeduld.
       
       „Die neuen Regeln haben das öffentliche Leben für jeden spürbar in wenigen
       Tagen auf ein Minimum heruntergefahren“, sagte Merkel. Fast alle hätten
       daraufhin ihr Verhalten umgestellt, um Kontakte zu vermeiden und so
       Ansteckungen zu verhindern. „Jeder, der die Regeln befolgt, kann ein
       Lebensretter sein“, hob die Kanzlerin hervor.
       
       Forderungen nach einer raschen Aufhebung der Einschränkungen wies sie
       zurück. „Noch geben uns die täglichen Zahlen der Neuinfektionen leider
       keinen Grund, nachzulassen oder die Regeln zu lockern“, sagte Merkel.
       Maßstab bleibe die Zuwachsrate der Infizierten. Derzeit verdoppele sich
       deren Zahl etwa alle fünfeinhalb Tage. Dies sei bereits ein deutlicher
       Fortschritt, doch „es muss in Richtung von zehn Tagen gehen, damit unser
       Gesundheitssystem nicht überfordert wird“.
       
       ## Debatte über die Nutzung von Handydaten
       
       Merkel befindet sich nach einem Kontakt zu einem infizierten Arzt in
       häuslicher Quarantäne. Sie ist aber selbst weder erkrankt noch gibt es bei
       ihr Hinweise auf eine Infektion.
       
       „Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche
       Erleichterungen“, bekräftigte auch Kanzleramtschef [2][Helge Braun (CDU) im
       Berliner Tagesspiegel]. „Bis dahin bleiben alle Maßnahmen bestehen.“ Erst
       nach Ostern solle darüber entschieden werden, wie es anschließend
       weitergehe. Allerdings würden ältere und kranke Menschen ihre Kontakte wohl
       noch deutlich länger reduzieren müssen.
       
       Debatten gab es weiterhin über die Nutzung von Handydaten, um
       Kontaktpersonen von Infizierten leichter ermitteln zu können. Es sei
       sinnvoll, wenn die Bewegungsprofile der Kontaktpersonen von Infizierten
       durch ein solches Tracking besser nachverfolgt werden könnten, sagte der
       Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer
       (CSU) am Samstag im Deutschlandfunk. Allerdings plädierte er für den
       Einsatz von Apps auf freiwilliger Basis.
       
       [3][Den Datenschutz] müsse man dafür nicht ad acta legen, wies Mayer
       diesbezügliche Bedenken zurück. Unter anderem hatte der
       Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber gewarnt, es dürften auch in der
       Corona-Krise nicht „Grundrechte über den Haufen geworfen werden“, indem zum
       Aufspüren von Corona-Infizierten auf Handy-Daten zurückgegriffen werde.
       
       ## Spanien: Über 800 Tote an einem Tag
       
       In anderen Ländern der EU ist die Lage derweil schwierig. [4][In Spanien]
       hat die Zahl der Toten durch die Corona-Pandemie einen traurigen Rekordwert
       erreicht. Binnen 24 Stunden starben 832 Menschen – so viele wie nie zuvor
       an einem Tag, wie die Regierung am Samstag mitteilte. Damit starben in
       Spanien bislang insgesamt 5690 Menschen an der durch das neuartige
       Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Infizierten
       stieg auf mehr als 72.000.
       
       Spanien ist nach Italien das Land, das weltweit die meisten Toten durch die
       Pandemie zu beklagen hat. Die Tests auf eine Infektion werden derzeit
       deutlich ausgeweitet.
       
       28 Mar 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Kontaktverbote-wegen-Corona/!5670492
 (DIR) [2] https://www.tagesspiegel.de/politik/kanzleramtschef-erteilt-rascher-lockerung-eine-absage-aeltere-und-kranke-werden-ihre-kontakte-deutlich-laenger-reduzieren-muessen/25690036.html
 (DIR) [3] /Datenschutzbeauftragter-empoert/!5674992
 (DIR) [4] /Covid-19-Epidemie-in-Spanien/!5670978
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Coronavirus
 (DIR) Schwerpunkt Angela Merkel
 (DIR) Tracking
 (DIR) Schwerpunkt Überwachung
 (DIR) Schwerpunkt Coronavirus
 (DIR) Tracking
 (DIR) Schwerpunkt Coronavirus
 (DIR) Polizei Berlin
 (DIR) Lesestück Recherche und Reportage
 (DIR) EU-Grenzpolitik
 (DIR) Schwerpunkt Coronavirus
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) +++ Corona News vom 31.03. +++: Bußgeldkatalog für Berlin
       
       Laut Kultursenator Lederer soll Donnerstag über Bußgelder entschieden
       werden. Spahn ist gegen Maskenpflicht. Die Nachrichten zum Coronavirus im
       Live-Ticker.
       
 (DIR) Apps gegen Corona-Ausbreitung: Bitte ohne Zwang und ohne Google
       
       Handy-Tracking ist eine gute Idee. Allerdings sollte es den Menschen nicht
       ersetzen, nicht alle haben ein Smartphone.
       
 (DIR) Semesterbeitrag an Hamburger Unis: Wer nicht zahlt, der fliegt
       
       Obwohl der Semesterstart verschoben wurde, sollen die Studierenden zum 1.
       April den Semesterbeitrag zahlen. Der AStA fordert eine Fristverlängerung.
       
 (DIR) Corona-Ausgangssperre in Berlin: Die Frisör-Frage
       
       Die ganz große Mehrheit der BerlinerInnen hält sich an die Vorgaben. Aber
       wie kommen wir da wieder raus?
       
 (DIR) Corona-Tagebuch der Hauptstadt: Im Ausnahmezustand
       
       Anfang März wird der erste Berliner positiv aufs Coronavirus getestet. Nun
       steht Berlin fast still. Wie konnte es dazu kommen? Eine Chronik.
       
 (DIR) Geflüchtete auf dem Weg in die EU: Corona macht blind
       
       In Bosnien-Herzegowina sind Tausende Geflüchtete gestrandet. Helfer haben
       wegen der Corona-Krise das Land verlassen. Und niemand sieht mehr hin.
       
 (DIR) Kontaktbeschränkung im Alltag: In Bewegung bleiben
       
       Wegen Corona darf sich keiner mehr frei bewegen. Aber was darf wer wo und
       mit wem?