# taz.de -- Machtkampf in der Union: Röttgen will CDU-Chef werden
       
       > Noch einer aus NRW: Der einstige Umweltminister Norbert Röttgen bewirbt
       > sich um den CDU-Vorsitz. Eine Kampfkandidatur rückt damit wohl näher.
       
 (IMG) Bild: NRW-Mann Nummer 4 im Kandidatenrennen um den CDU-Vorsitz: Norbert Röttgen
       
       Berlin dpa | Norbert Röttgen will für den CDU-Vorsitz kandidieren. Der
       einstige Umweltminister habe diese Entscheidung in einem Schreiben an die
       scheidende Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer mitgeteilt, berichtete
       die Rheinische Post aus Düsseldorf am Dienstag. Röttgen sagte auch der
       Deutschen Presse-Agentur, dass er sich bewerbe. Röttgen stammt wie die
       anderen voraussichtlichen Bewerber [1][Friedrich Merz], Armin Laschet und
       Jens Spahn aus Nordrhein-Westfalen.
       
       Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag ist damit der
       erste Politiker, der offiziell seine Kandidatur angekündigt hat. Um 11.00
       Uhr will Röttgen eine Pressekonferenz in Berlin geben.
       
       Am Mittag soll die Runde der Gespräche von Kramp-Karrenbauer mit möglichen
       Bewerbern um den Parteivorsitz beginnen. Erwartet wurde zunächst Merz, am
       Mittwoch sollten NRW-Ministerpräsident Laschet und
       Bundesgesundheitsminister Spahn zu Gesprächen folgen.
       
       Röttgen schrieb laut Rheinischer Post an Kramp-Karrenbauer, er sei der
       festen Überzeugung, dass es um weit mehr gehe als den Parteivorsitz und
       schon gar nicht um die Interessen Einzelner. „Die Lage ist so ernst, dass
       es um die Zukunft der CDU geht und darum, was sie für die Stabilität
       Deutschlands bedeutet“, erklärte Röttgen demnach. Dies wolle er in einem
       offenen Prozess in die CDU einbringen.
       
       ## Merkel warf ihn aus dem Kabinett
       
       Der 54-jährige Röttgen war von Oktober 2009 bis Mai 2012
       Bundesumweltminister. 2010 setzte er sich in NRW im Ringen um den
       CDU-Landesvorsitz in einer Mitgliederbefragung gegen Laschet durch. Dann
       trat er als CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen
       2012 an und verlor gegen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft von der SPD.
       Daraufhin warf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ihn aus dem Bundeskabinett,
       weil er sich weigerte, als Oppositionschef ins Land zu wechseln.
       
       Die Bewerbung Röttgens könnte die jüngsten Überlegungen in der Union
       durchkreuzen, eine Kampfkandidatur zu vermeiden. Laschet, Spahn und auch
       CSU-Chef Markus Söder hatten sich zuletzt für eine Teamlösung
       ausgesprochen. Das deutete darauf hin, dass nach ihrem Willen schon vorher
       unter den Favoriten geklärt werden sollte, wer Parteivorsitzender werden
       könnte, wer womöglich Kanzlerkandidat der beiden Schwesterparteien CDU und
       CSU und wer weitere Rollen in dem Team übernehmen könnte.
       
       Kramp-Karrenbauer hatte nach dem [2][Debakel um die Wahl eines
       FDP-Ministerpräsidenten in Thüringen mit Hilfe von CDU und AfD] ihren
       Rückzug vom Parteivorsitz und auch ihren Verzicht auf eine
       Kanzlerkandidatur angekündigt.
       
       18 Feb 2020
       
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