# taz.de -- „Frontal 21“ hält Beitrag zurück: ZDF wartet auf AfD
       
       > Das Investigativmagazin wollte Hintergründe über den
       > AfD-Vorsitzkandidaten Tino Chrupalla veröffentlichen. Doch dann kam die
       > Unterlassungserklärung.
       
 (IMG) Bild: Tino Chrupalla (rechts) will Alexander Gauland (auch rechts) als Vorsitzender der AfD nachfolgen
       
       Das ZDF hat einen für Dienstag angekündigten „Frontal 21“-Beitrag über den
       sächsischen AfD-Bundestagsabgeordneten Tino Chrupalla nicht gesendet.
       [1][Chrupalla kandidiert am Wochenende auf dem Bundesparteitag der
       rechtsradikalen Partei für den Parteivorsitz.]
       
       In einem Text auf der Webseite des Senders, der den Beitrag ankündigte,
       hieß es unter anderem: Chrupalla stehe „dem rechtsnationalen Flügel der AfD
       nahe, auch den rechtsextremen Politikern Björn Höcke aus Thüringen und
       Andreas Kalbitz aus Brandenburg, die seine Kandidatur für den Parteivorsitz
       unterstützen“.
       
       Ferner wurde in dem Online-Beitrag auf ehemalige Weggefährten des
       Politikers verwiesen, die ihn kritisiert hätten. Mittlerweile ist der Text
       von der Webseite des ZDF verschwunden. Der taz liegt eine archivierte
       Version davon vor. [2][Statt des ursprünglich geplanten Beitrags hat
       Frontal 21 einen Beitrag über die AfD und umstrittene Spenden
       veröffentlicht.]
       
       ## Unterlassungserklärung
       
       Hintergrund ist, dass Chrupalla eine Unterlassungserklärung vom ZDF
       gefordert hat. Der Tagesspiegel-Redakteur Matthias Meisner verbreitete ein
       Foto von der „Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung“ auf Twitter. Auf
       dem Foto wurde die Unterlassungserklärung nicht unterschrieben. Demnach
       forderte Chrupalla insbesondere, dass das ZDF Aussagen nicht wiederhole,
       die sich auf ehemalige Weggefährten beriefen. Diese hätten, so das ZDF,
       „schwere Vorwürfe“ gegen den Politiker erhoben.
       
       Auf Anfrage bestätigte das ZDF, die Unterlassungserklärung erhalten zu
       haben. Gleichzeitig erklärte der Sender, diese nicht unterschrieben zu
       haben. In der Antwort an die taz hieß es: „Richtig ist, dass das ZDF einen
       Online-Text zurückgezogen und sich verpflichtet hat, eine Stellungnahme von
       Tino Chrupalla abzuwarten und ggf. zu berücksichtigen, also ohne Abschluss
       der Recherchen die Ankündigung nicht mehr zu publizieren. Die Recherchen
       laufen noch, dementsprechend ist eine Berichterstattung weiter möglich.“
       
       Ferner erklärte das ZDF: „Spekulationen, die AfD oder Tino Chrupalla hätten
       eine Berichterstattung des ZDF verhindert, sind falsch.“ Es ist also
       möglich, dass das ZDF die Recherche noch veröffentlicht. Der nächste
       reguläre Sendetermin von Frontal 21 ist kommenden Dienstag. Zu diesem
       Zeitpunkt wird der Parteitag der AfD abgeschlossen sein.
       
       ## * Update vom 28.11., 15 Uhr *
       
       [3][Gegenüber dem Tagesspiegel] stellt Chrupalla die Abläufe anders dar.
       Der AfD-Politiker behauptet, der Online-Text hätte „falsche Vorwürfe zu
       meiner Person veröffentlicht“. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wäre nach
       Chrupallas Darstellung noch eine Frist gelaufen, die das ZDF dem Politiker
       gestellt hatte, um auf die Vorwürfe zu reagieren. Daher habe er das ZDF
       abgemahnt.
       
       Auch Chrupalla behauptet nicht, dass das ZDF die zugesandte
       Unterlassungserklärung unterzeichnet hat. Er sagte dem Tagesspiegel jedoch,
       der Sender habe „eine eigene strafbewehrte Unterlassungserklärung
       verfasst“. Seiner Ansicht nach liegt also „eine rechtswirksame
       Unterlassungserklärung vor, die sich (wie von mir gefordert) auf die
       rechtswidrige Vorab-Veröffentlichung während der laufenden
       Stellungnahmefrist bezieht. Das ZDF hat heute zudem angekündigt, die von
       mir geforderten Kosten der Abmahnung auszugleichen“.
       
       Auf Anfrage der taz bestätigte das ZDF, dass es eine entsprechende
       Unterlassungserklärung abgegeben hat. Diese beziehe sich lediglich auf eine
       Online-Ankündigung, ehe die Stellungnahme von Tino Chrupalla erfolgte.
       
       27 Nov 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Drohendes-Personal-Chaos-bei-der-AfD/!5642935
 (DIR) [2] https://www.zdf.de/politik/frontal-21/frontal-21-vom-26-november-2019-100.html
 (DIR) [3] https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/frontal-21-recherche-zu-tino-chrupalla-zdf-nimmt-beitrag-ueber-afd-spitzenpolitiker-aus-dem-programm/25275912.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Alexander Nabert
       
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