# taz.de -- Nachhaltige Mobilität und E-Scooter: Mehr Macht für die Kommunen
       
       > Der E-Scooter-Markt reguliert sich nicht selbst. Vielmehr können die
       > Gefährte Menschenleben kosten. Die Kommunen müssen reglementieren.
       
 (IMG) Bild: Die neuen E-Tretroller bringen momentan vor allem eines – Scherereien für alle Beteiligten
       
       In einer idealen Welt sind Elektrotretroller ein sinnvoller Bestandteil
       nachhaltiger Mobilität. Aber bis dahin ist es noch weit. Heute zeigt sich
       vor allem eins: Die in den Städten herumstehenden und herumliegenden
       [1][Leihscooter nerven], und viele NutzerInnen gefährden sich und andere.
       Die Annahme, dass der Markt das von selbst regelt, ist ein Irrglaube. Er
       könnte Menschenleben kosten.
       
       Die Denkfabrik Agora [2][Verkehrswende] hat eine Reihe von Empfehlungen an
       Städte zum Umgang mit den Flitzern vorgelegt, etwa Parkzonen und
       Sperrgebiete auszuweisen. Hoffentlich werden Kommunen davon Gebrauch machen
       – und hoffentlich können sie sich gegenüber den Anbietern durchsetzen.
       Denn die haben, anders als in anderen Ländern, quasi Narrenfreiheit.
       
       Die italienische Stadt Mailand hat vor Kurzem E-Scooter verbannt, nachdem
       es zu einem schweren Unfall gekommen war. Deutsche Städte könnten so etwas
       nicht. Sie haben wenig Möglichkeiten, die Anbieter in die Schranken zu
       weisen. Die Manager der Verleihfirmen zeigen vor allem Selbst- und wenig
       Problembewusstsein. Kein Wunder. Zurzeit fließt ungeheuer viel Kapital in
       dieses Geschäftsmodell. Denn ein E-Tretroller hat sich nach zwei bis drei
       Monaten rentiert, wenn er mehr als dreimal täglich ausgeliehen wird.
       
       In den USA schreiben Städte die Vergabe von Lizenzen für
       E-Scooter-Verleiher aus. Sie können aus einer Reihe von Bewerbern
       diejenigen auswählen, deren Angebote am besten zu ihrer Stadt passen. Sie
       können Bedingungen stellen, bevor die kleinen Renner unterwegs sind, und
       müssen sich nicht erst mühsam mit Appellen Gehör verschaffen, wenn die
       Sache schiefläuft. Das ist der richtige Weg.
       
       E-Scooter sind erst der Anfang. In den nächsten Jahren werden noch viel
       gewöhnungsbedürftigere Gefährte wie das E-Einrad oder das E-Skateboard auf
       die Straßen kommen. Diese Minifahrzeuge können ein Beitrag für die so
       nötige Verkehrswende sein – wenn sie mit Bedacht eingeführt werden.
       
       30 Aug 2019
       
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 (DIR) Anja Krüger
       
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