# taz.de -- Comichelden-Film „Avengers: Endgame“: Teambuilding für Superhelden
       
       > Der Marvel-Comicheldenfilm „Avengers: Endgame“ verspricht ein großes
       > Finale. Das gibt es auch, aber vorher geht es recht beschaulich zu.
       
 (IMG) Bild: Auch Superhelden trainieren schon mal mit der Handfeuerwaffe, wie Scarlett Johansson als „Black Widow“
       
       Mit Thanos ist nicht zu spaßen. Der Superantiheld hatte sich im
       vorangegangenen Film der Marvel-Comic-Heldenreihe „Avengers – Infinity War“
       alle sechs Unendlichkeitssteine unter den Nagel gerissen und sie in einen
       monströsen Ritterhandschuh, Typ Götz von Berlichingen, eingefasst. Damit
       war er so mächtig geworden, dass er mit einem Fingerschnipsen die Hälfte
       aller Lebewesen im Universum zum Verschwinden bringen konnte. Jetzt, in
       „Avengers: Endgame“, sitzen die verbliebenen Helden da und blasen Trübsal.
       
       Anthony Russo und Joe Russo, die schon Regie im „Infinity War“-Teil geführt
       hatten, fahren genau da fort, wo sie im vergangenen Jahr mit einem
       Cliffhanger aufgehört hatten. „Endgame“ soll das Finale des sich permanent
       ausdehnenden Avengers-Universums bilden.
       
       Nun sind die Kritiker angehalten, keine wichtigen Details der Handlung zu
       verraten. Doch wenn man die Sache mal rein ökonomisch betrachtet, erscheint
       es kaum plausibel, dass Disney und Marvel, die mit „Avengers – Infinity
       War“ einen Einspielrekord von 640,5 Millionen US-Dollar erzielten, sich von
       diesem Goldesel mit einem voreiligen Abschluss des zentralen Teils ihres
       sogenannten Marvel Cinematic Universe ohne Not verabschieden werden.
       
       Die Superhelden um Iron Man (Robert Downey Jr.), Black Widow (Scarlett
       Johansson) und Captain America (Chris Evans) planen diesmal, an die von
       Thanos (Josh Brolin) geklauten Unendlichkeitssteine zu kommen, um dessen
       drastischen Personalabbau im Universum rückgängig zu machen. Keine leichte
       Sache. Kenntnisse in Quantenphysik werden sich dabei als hilfreich
       erweisen.
       
       Drei Stunden dauert diese Mission, den größten Teil nehmen Dinge wie
       Teambuilding in Anspruch. Die traumatisierten Helden müssen sich
       wiederfinden, motivieren, Konflikte wollen aufgelöst werden. Das ist für
       den üblichen Knatteradengbummzischwummskrach-Pegel einigermaßen verhalten
       erzählt. Kampfhandlungen in großem Stil bleiben über weite Strecken aus.
       Die ruhigen Passagen jedoch können in ihrer zähen Betulichkeit etwas lang
       werden.
       
       Schön sind dafür die Ulks mit Realitätsbezug. Merke: Auch Superhelden
       deponieren nicht mehr benötigte Utensilien mitunter im Selfstorage.
       
       24 Apr 2019
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Tim Caspar Boehme
       
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