# taz.de -- Brandanschlag in Ukraine: AfD-Mitarbeiter beschuldigt
       
       > Medienberichten zufolge wird Manuel Ochsenreiter vorgeworfen, den Brand
       > in der Ukraine in Auftrag gegeben zu haben. Er bestreitet dies.
       
 (IMG) Bild: Beschuldigt wird ein Mitarbeiter eines AfD-Abgeordneten: die rechte Fraktion im Bundestag
       
       Berlin taz | Ein aus extrem rechten Kreisen bekannter Mitarbeiter eines
       AfD-Parlamentariers wird Berichten zufolge beschuldigt, in der Ukraine
       einen Brandanschlag in Auftrag gegeben zu haben. Das [1][ARD-Politmagazin
       Kontraste] und [2][das Nachrichtenportal t-online.de] berichteten am
       Montag, die Vorwürfe richteten sich gegen Manuel Ochsenreiter, einen
       Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier. Ochsenreiter
       bestreitet die Vorwürfe laut den Berichten und bezeichnete sie als „frei
       erfunden“.
       
       Demnach stehen in Polen drei Männer wegen Vorwürfen der Brandstiftung vor
       Gericht. Sie werden beschuldigt, im Februar vergangenen Jahres in der
       ukrainischen Stadt Uschhorod einen Brandanschlag auf eine ungarische
       Einrichtung verübt zu haben. Die Attacke mit Molotow-Cocktails sollte den
       Behörden zufolge ukrainischen Neonazis zugeordnet werden.
       
       Ochsenreiter habe ihn zu der Tat angestiftet, den Tag ausgesucht und
       konkrete Anweisungen gegeben, sagte der Beschuldigte Michal P. während des
       Prozessauftaktes den Medienberichten zufolge. Er habe mit Ochsenreiter vor
       allem über den Messenger-Dienst Telegram kommuniziert, gab er am Montag in
       Krakau an. Der AfD-Bundestagsmitarbeiter soll der Aussage zufolge im
       Nachhinein mit der Aktion sehr zufrieden gewesen sein. Zudem gab P. an,
       Ochsenreiter habe ihn für die Tat bezahlt; er habe 1.500 Euro und Geld für
       ein Flugticket erhalten.
       
       Gegenüber „Radio Free Europe“ erklärte ein Anwalt Ochsenreiters, sein
       Mandant und er wüssten nichts von dem Vorwurf, dass Ochsenreiter
       Anweisungen für den Anschlag gegeben habe. Sollte dieser Vorwurf geäußert
       worden sein, sei er aber falsch.
       
       ## Bekannt aus der rechten Szene
       
       Der AfD-Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier verteidigte seinen
       Mitarbeiter in einer Stellungnahme. Er halte es vielmehr für plausibel,
       dass der Angeklagte Ochsenreiter falsch beschuldige, “um seine eigene
       Position zu verbessern“. Erst wenn die Staatsanwaltschaft in Polen Anklage
       gegen seinen Ochsenreiter erhebe, werde er ihn bis zur endgültigen Klärung
       beurlauben. Ermittlungen gegen Ochsenreiter bestätigte Polens
       Staatsanwaltschaft gegenüber Kontraste und t-online.de nicht.
       
       Ochsenreiter ist [3][aus der rechten Szene bekannt]. Der 42-Jährige war
       [4][bislang Chefredakteur] des extrem rechten Monatsmagazins Zuerst!. Die
       Zeitschrift gilt als Nachfolgemagazin von Nation und Europa, das in den
       1950er Jahren von ehemaligen SS- und SA-Angehörigen gegründet wurde.
       
       Als junger Mann war er in der Jungen Union und im völkischen Witikobund,
       während des Studiums trat er einer schlagenden Verbindung bei, heute ist er
       dort Alter Herr. Er leitete das Ressort Innenpolitik der Jungen Freiheit,
       war Chefredakteur der Deutschen Militärzeitschrift. Mit Vorträgen tourt er
       durch die Szene und taucht auch [5][als Interviewpartner bei Russia Today]
       und der iranischen Nachrichtenagentur Fars auf.
       
       14 Jan 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.tagesschau.de/inland/afd-ochsenreiter-anschlag-101.html
 (DIR) [2] https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_84665294/exklusiv-afd-mitarbeiter-soll-anschlag-in-der-ukraine-beauftragt-haben.html
 (DIR) [3] /Die-AfD-Fraktion-und-ihre-Mitarbeiter/!5550036
 (DIR) [4] /Medienstrategie-der-AfD/!5343269
 (DIR) [5] /Kommentar-Russlandkontakte-der-AfD/!5439968
       
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