# taz.de -- Geheimdienst überwacht Polizei: BND soll Interpol ausgespäht haben
       
       > Der Geheimdienst soll seit dem Jahr 2000 die Interpol-Zentrale und
       > Verbindungsbüros angezapft haben, berichtet der „Spiegel“. Die Opposition
       > ist entsetzt.
       
 (IMG) Bild: Im Fokus: der Bundesnachrichtendienst
       
       Berlin dpa | Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat einem Spiegel-Bericht
       zufolge über viele Jahre die internationale Polizeibehörde Interpol
       ausgespäht. Demnach zapfte der Geheimdienst neben der Interpol-Zentrale im
       französischen Lyon spätestens seit 2000 auch Verbindungsbüros des
       Polizeinetzwerks in Österreich, Dänemark, Griechenland, den USA und
       Dutzenden weiteren Ländern an. Das geht aus Unterlagen hervor, die der
       Spiegel einsehen konnte.
       
       Demnach speiste der BND neben E-Mail-Adressen auch Telefon- und Faxnummern
       der Fahnder in seine Selektorenliste zur Überwachung ein. Selektoren sind
       Suchbegriffe, mit denen Geheimdienste relevante Informationen aus
       Datenströmen filtern.
       
       Die Bundesregierung machte keine Angaben dazu. „Die Bundesregierung äußert
       sich zu geheimdienstlichen Angelegenheiten gegenüber den parlamentarischen
       Gremien“, sagte ein Sprecher. Neben Interpol erfasste der BND dem Bericht
       zufolge auch Daten der europäischen Polizeibehörde Europol im
       niederländischen Den Haag. Fragen dazu, etwa ob das Ausspähen von
       Polizeibehörden in Europa durch das Auftragsprofil der Bundesregierung
       gedeckt war, beantwortete der BND dem Magazin nicht.
       
       Für den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag,
       Konstantin von Notz, ist das Ausspähen von Polizeibehörden ein „skandalöser
       und unfassbarer Vorgang“. „Dass all diese Dinge durch journalistische
       Recherche und Whistleblower wie Snowden rauskommen, offenbart das Fehlen
       belastbarer rechtlicher Einhegung der Arbeit der Dienste und die
       Wirkungslosigkeit parlamentarischer Kontrolle.“
       
       23 Apr 2017
       
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