# taz.de -- Anti-AfD-Proteste in Köln: Bitte melde dich
       
       > 20 Aktivisten wollten in Köln gegen die AfD demonstrieren, das geht aber
       > leider nicht. Denn der Polizei in Rosenheim ist was Gutes eingefallen.
       
 (IMG) Bild: Blockade muss geübt werden
       
       Berlin taz | So ist das also: Im Kölner Maritim Hotel [1][zankt sich am
       Samstag die AfD] – und in der Innenstadt toben Hannelore Kraft,
       zehntausende DemonstrantInnen und hunderte Autonome durch die Straßen. Das
       ist das Szenario, auf das sich die Kölner Polizei für Samstag vorbereitet.
       
       Eigentlich wollten die Beamten unterbinden, dass dann neben dem
       bürgerlichen Protestbündnis „Köln stellt sich quer“ auch das
       antifaschistische Anti-AfD-Bündnis „Köln gegen Rechts“ in unmittelbarer
       Nähe zur AfD demonstrieren darf. [2][Die Behörde wies den Demonstranten
       einen Aufzugsort in kilometerweiter Entfernung zu].
       
       Diese Entscheidung kassierte am Mittwoch jedoch das Kölner
       Verwaltungsgericht. Es gestattete den Autonomen, am gleichen Ort zu
       demonstrieren, an dem auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin
       Hannelore Kraft Position beziehen will. Das bedeutet nun freilich: Mehr
       Arbeit für die Polizei.
       
       Gut, wer in solchen Zeiten gute Freunde hat. Denn während die
       Einsatzplanung in Köln noch täglichen Schwankungen unterliegt, bereiten
       sich Polizeidienststellen andernorts recht souverän auf das Wochenende vor
       – und versuchen, AfD-Gegnern die Anreise gleich ganz zu untersagen.
       Besonders bemerkenswert ist eine Maßnahme, die bayerische Kommunen am
       Mittwoch gegen zwei dutzend AktivistInnen verhängten.
       
       ## Blockadetraining ist nicht illegal
       
       Diese hatten sich auf Anti-AfD-Proteste in Köln vorbereitet – und erhielten
       nun Reiseverbot, eine Meldeauflage sowie eine weitere Überraschung.
       Hintergrund ist ein Polizeieinsatz, der noch für Gesprächsstoff sorgen
       dürfte.
       
       Am 2. April hatten in Rosenheims Ortsteil Fürstätt rund 20 AktivistInnen
       ein sogenanntes „Blockadetraining“ durchgeführt. Das ist in der Szene fast
       schon eine Tradition: Dabei werden Rechtsfragen erörtert und Sitzblockaden
       oder das Umfließen von Polizeiketten ohne Anwendung von Gewalt geübt.
       Illegal sind solche Trainings nicht wie das Oberverwaltungsgericht NRW 2012
       in einem ähnlichen Fall feststellte.
       
       In Rosenheim-Fürstätt jedoch rückte die lokale Polizei gleich mit mehreren
       Mannschaftsbussen und sogar einem Hubschrauber an. Straftaten oder
       Ordnungswidrigkeiten konnten zwar nicht festgestellt werden. Dennoch
       erhielten alle TeilnehmerInnen und sogar eine Passantin nun ein Verbot,
       nach Köln zu reisen. Ihnen werden gewalttätige Absichten vorgeworfen.
       Besonderes Schmankerl: Für ihr Demonstrationsverbot sollen sie jeweils 100
       Euro zahlen. Verwaltungsgebühr.
       
       20 Apr 2017
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /AfD-vor-der-Bundestagswahl/!5402560/
 (DIR) [2] /Archiv-Suche/!5398537&s=K%C3%B6ln+gegen+rechts/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Martin Kaul
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Anti-AfD-Proteste
 (DIR) Köln
 (DIR) Anti-AfD-Proteste
 (DIR) Anti-AfD-Proteste
 (DIR) Schwerpunkt AfD in Berlin
 (DIR) Schwerpunkt AfD
 (DIR) Schwerpunkt AfD
 (DIR) Schwerpunkt AfD
 (DIR) Schwerpunkt AfD
 (DIR) Schwerpunkt Pegida
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Proteste gegen AfD-Parteitag in Köln: Bunt, entschlossen – friedlich
       
       Blockaden verzögern den AfD-Parteitag, später sind insgesamt 20.000 auf der
       Straße. Zu befürchteten Ausschreitungen kommt es nicht.
       
 (DIR) AfD-Parteitag in Köln: Polizei schützt, Petry für „Realpolitik“
       
       Die AfD trifft sich in Köln. Proteste laufen schon seit sieben Uhr morgens,
       die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor dem Maritim-Hotel. Drinnen wirbt
       Petry für Realpolitik.
       
 (DIR) AfD im Berliner Parlament: Alternativdeutsche Ausrufezeichen
       
       Liebstes Satzzeichen der Berliner AfD-Fraktion ist das „!“ – keine
       Pressemitteilung kommt ohne es aus. Kann man das psychologisch deuten?
       
 (DIR) AfD vor der Bundestagswahl: Frauke Petry will nicht Spitze sein
       
       Die Sprecherin der AfD kündigt an, nicht als Spitzenkandidatin anzutreten.
       Vorausgegangen waren der Mitteilung wochenlange Spekulationen.
       
 (DIR) Köln vor dem AfD-Parteitag: 800 Beamte schützen 11 Neonazis
       
       Am kommenden Wochenende tagt die Bundes-AfD in Köln. Die Polizei vor Ort
       hat eine Woche davor schon mal die Muskeln spielen lassen.
       
 (DIR) Vor dem AfD-Bundesparteitag in Köln: Hausverbot und Karneval
       
       Ein breites Bündnis aus Parteien, Künstlern und Antifa mobilisiert gegen
       die AfD. Die Polizei erwartet 50.000 DemonstrantInnen.
       
 (DIR) Wahlkampfauftakt der AfD: Rechte Reibereien
       
       Die Spitze streitet über den Kurs. Zwei Wochen vor dem Parteitag ist noch
       immer offen, wer die AfD in den Bundestagswahlkampf führen wird.
       
 (DIR) Angekündigte Pegida-Demo: Dresden versucht gegenzuhalten
       
       Am Montag will Pegida wieder durch Dresden laufen, eingeladen ist
       Rechtspopulist Wilders. Bündnisse mobilisieren zum Gegenprotest.