# taz.de -- Brandenburgs AfD-Landeschef Gauland: Schulterschluss mit Höcke
       
       > Alexander Gauland wurde von der Landespartei zum Spitzenkandidat für die
       > Bundestagswahl gewählt. Zuvor stellte er sich vor seinen Amtskollegen
       > Björn Höcke.
       
 (IMG) Bild: Alexander Gauland (links) nimmt Björn Höcke (rechts) in Schutz und gilt als Rivale von Frauke Petry (Mitte)
       
       Rangsdorf dpa | AfD-Bundesvize Alexander Gauland ist Brandenburger
       Spitzenkandidat seiner Partei für die Bundestagswahl. Der 75-Jährige
       erhielt auf einer Mitgliederversammlung in Rangsdorf südlich von Berlin bei
       der Wahl der Landesliste 199 von 240 gültigen Stimmen, wie die Partei am
       Sonntag mitteilte. Auf Platz zwei landete der Berliner Staatsanwalt Roman
       Reusch, danach folgte der Potsdamer AfD-Direktkandidat René Springer.
       
       Gauland, der auch Landes- und Fraktionschef ist, bekam im ersten Wahlgang
       so viele Stimmen wie kein anderer Kandidat. Dies war bei der AfD das
       Kriterium für die Spitzenkandidatur. Die Stimmzettel waren bereits am
       Samstag abgegeben worden. Wegen unterschiedlicher Ergebnisse bei mehrfachen
       Auszählungen stand das Ergebnis aber erst am Sonntag endgültig fest.
       
       Mehr als 100 Rangsdorfer demonstrierten am Sonntag gegen die AfD. „AfD ist
       keine Alternative“ oder „AfD – Nein Danke“, stand auf den Plakaten.
       Aufgerufen hatte unter anderem der örtliche Kulturverein, sagte deren
       Vorsitzender Detlef Schlüpen. Man dürfe zur Versammlung der
       Rechtspopulisten nicht schweigen. „Wir sehen, was du tust. Wir hören, was
       du sagst. Und wir werden nicht schweigen“, stand auf seinem Transparent.
       Die Polizei sicherte die Demonstration, zu Zwischenfällen kam es bislang
       nicht.
       
       Vor seiner Wahl hatte Gauland die Partei zur Geschlossenheit aufgerufen und
       den umstrittenen Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke verteidigt. „Er
       hat nichts gesagt, wofür er sich schämen müsste“, sagte Gauland. Höcke
       hatte mit Äußerungen zum Holocaust-Mahnmal in Berlin und seiner Forderung
       nach einer 180-Grad-Wende im Umgang mit der deutschen Vergangenheit
       bundesweit für Empörung gesorgt.
       
       ## Nicht die Absicht, zwei Mandate wahrzunehmen
       
       Er habe kein Verständnis für Ausschlussforderungen gegen Höcke, sagte
       Gauland. „Auch ich hätte mir manches in Ton und Inhalt anders gewünscht.
       Aber, liebe Freunde, wenn die Granaten einschlagen, steht man zusammen“,
       sagte Gauland und erhielt dafür viel Applaus. Höcke habe Großartiges für
       die Partei geleistet. „Er gehört zu unserer AfD“, sagte Gauland.
       
       Gauland tritt auch als Direktkandidat im Wahlkreis 63 an, der die Stadt
       Frankfurt (Oder) und den Kreis Oder-Spree umfasst. Der Wahlkreis gilt als
       eine Hochburg der AfD. Gauland betonte in seiner Bewerbungsrede, er wolle
       sich im Bundestag um die Außenpolitik kümmern. Es müsse mit Russland
       verhandelt werden.
       
       Zu Berichten, er könne als Bundestagsabgeordneter auch sein Landtagsmandat
       behalten, sagte Gauland: „Ich habe nicht die Absicht, zwei Mandate
       wahrzunehmen.“ Dies sei lediglich als eine Übergangslösung denkbar gewesen,
       wenn er in die Parlamentarische Kontrollkommission des Landtags gewählt
       worden wäre. Damit war Gauland aber gescheitert. Die AfD hat in Brandenburg
       etwas mehr als 1000 Mitglieder und sitzt als Opposition im Landtag.
       
       Gauland wird oftmals ähnlich wie Höcke und der AfD-Parteichef aus
       Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, zum national-konservativen, rechten
       Flügel der AfD gezählt. Er gilt damit als Rivale von AfD-Chefin Frauke
       Petry.
       
       29 Jan 2017
       
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