# taz.de -- Kommentar UN-Beauftragter für LGBT: Ganz knapp gescheitert
       
       > Einen Vorstoß zur Abschaffung des LGBT-Beauftragten lehnt die
       > Generalversammlung ab. Offen ist nun, wofür der kommende US-Präsident
       > steht.
       
 (IMG) Bild: Die Fahne steht ihm doch: Donald Trump
       
       Der nur knapp gescheiterte Angriff zahlreicher Regierungen auf das Amt des
       UNO-Sonderbeauftragten für LGBT-Rechte sowie – erstmals seit Bestehen der
       Weltorganisation – auf die Unabhängigkeit des UN-Menschenrechtsrates war
       auch ein Angriff auf die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ aus dem
       Jahr 1948.
       
       Darin heißt es unmissverständlich: „Jeder Mensch hat Anspruch auf die in
       dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeine
       Unterscheidung wie etwa nach Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion,
       politischer und sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft,
       nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen.“ Darunter fallen auch
       geschlechtliche Identität und sexuelle Orientierung.
       
       Auch in Staaten, die sich an dieser jüngsten Attacke nicht – oder noch
       nicht – beteiligt haben, sind die Rechte von LGBT sowie von anderen
       Minderheiten eingeschränkt oder zumindest bedroht. Das gilt etwa für die
       Türkei sowie künftig möglicherweise auch für die USA.
       
       Noch ist nicht klar, welche Politik Präsident Trump tatsächlich betreiben
       wird. Seine wenigen liberal klingenden Wahlkampfsätze zu LGBT entwertete er
       mit sehr viel mehr diskriminierenden Äußerungen, die nicht nur in der
       LGBT-Community große Sorgen auslösten. Diese Sorgen hat Trump erheblich
       verstärkt mit seiner bisherigen Auswahl ausschließlich
       christlich-fundamentalistischer, rassistischer und xenophober weißer Männer
       für führende Posten in seiner Administration. Dass die indischstämmige Niki
       Haley als mutmaßliche UNO-Botschafterin Trumps eine andere Politik
       vertreten kann und wird als diese Männerriege, ist kaum zu erwarten.
       
       Sollten die USA auf eine LGBT-feindliche Linie umschwenken, werden die
       absehbaren nächsten Angriffe auf grundlegende Menschenrechte in der
       UNO-Generalversammlung wahrscheinlich nicht mehr scheitern.
       
       24 Nov 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Zumach
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Gender
 (DIR) Uno
 (DIR) Donald Trump
 (DIR) Schwerpunkt LGBTQIA
 (DIR) KP China
 (DIR) Schwerpunkt Brexit
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
 (DIR) Transgender
 (DIR) North Carolina
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) China-Besuch in der Schweiz: Pressefreiheit ausgesetzt
       
       Während des Besuchs des chinesischen Staatschefs sind Meinungs- und
       Pressefreiheit außer Kraft gesetzt. Proteste werden unterdrückt.
       
 (DIR) Hasskriminalität nach der US-Wahl: Ein Vorbild für den Hass
       
       Seit dem Sieg Donald Trumps stieg die Zahl rassistischer und sexistischer
       Übergriffe – weil Worten auch Taten folgen. Das muss Konsequenzen haben.
       
 (DIR) Debatte Donald Trumps Anti-Pluralismus: Zu schwul für Trump
       
       Warum man als LGBT-Aktivist afghanischer Herkunft nur die Kandidatin
       Hillary Clinton wählen kann – ganz ohne Bauchschmerzen.
       
 (DIR) Gleichberechtigung im US-Militär: Auch Trans-Personen dürfen dienen
       
       Es ist ein wichtiger Schritt zur Gleichberechtigung von Trans-Menschen: Sie
       können künftig offen im US-Militär dienen. Das gefällt nicht jedem.
       
 (DIR) LGBT-Rechte in den USA: Bibeln, Klotüren und alte Seilschaften
       
       In North Carolina dürfen Transmenschen nicht das Klo ihrer Wahl benutzen.
       Hinter dem umstrittenen „HB2“-Gesetz steckt ein Kulturkampf.