# taz.de -- Die Wochenvorschau von Anna Klöpper: Schäuble wird Berliner
       
       > Der Finanzminister bekommt die Ehrenbürgerwürde Berlins verliehen – und
       > ein kostenloses BVG-Jahresabo obendrauf. Die Koalitionsverhandlungen
       > gehen weiter.
       
 (IMG) Bild: Gestatten, Ehrenbüger Nummer 119 von Berlin: Wolfgang Schäuble, außerdem noch Bundesfinanzminister
       
       Und schon wieder Montag. Der Feierabend ist weit, das Wochenende fern.
       Kaffee soll helfen, Yoga angeblich auch. Beginnen wir die Woche also mit
       einem einfachen Sonnengruß für unsere Gehirnwindungen, die Kaffeetasse
       können Sie dabei in der Hand behalten. Von wem stammt nachfolgendes Zitat:
       „Es geht um unser aller Zukunft, um unsere Zukunft in unserem vereinten
       Deutschland“?
       
       Na, wer hat’s gesagt? Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat’s
       gesagt. 1991, da hatte er als Innenminister gerade geholfen, die DDR
       abzuwickeln, nun wollte er, ein Badener!, die alte Bundesrepublik – also
       sämtliche Ministerien – nach Berlin holen. Dass es schließlich genauso so
       kam, dafür wird Schäuble heute im Roten Rathaus vom Regierenden
       Bürgermeister Michael Müller (SPD) mit der Ehrenbürgerwürde Berlins
       ausgezeichnet.
       
       Der Herr Minister wird eine sicherlich sehr erbauliche Rede halten („die
       Zukunft, lieber Berlinerinnen und Berliner …“). Der glückliche Ehrenbürger
       gewinnt eine Urkunde, eine kostenlose Jahreskarte für die Berliner
       Verkehrsbetriebe und ein Abo des Berliner Amtsblatts. Na dann, herzlichen
       Glückwunsch, und bestimmt sieht man sich dann ja demnächst mal in der
       U-Bahn.
       
       So, aber Politik ist ja nicht nur Geschichte, sondern wird auch noch
       gemacht. Am Montag gehen die rot-rot-grünen Koalitionsverhandlungen weiter.
       Die Unterhändler sondieren zu Wochenbeginn Knackpunkte und Konsens in der
       Gesundheitspolitik, am Mittwoch stehen Arbeit, Soziales und Wirtschaft auf
       dem Programm – alles keine großen Dissensthemen. Streit könnte es höchstens
       um die Frage der Cannabislegalisierung geben – die SPD ist nach einer
       Basisbefragung vor einem Jahr dagegen, Grüne und Linke dafür.
       
       Am Donnerstag tagt außerdem das Abgeordnetenhaus zum ersten Mal nach der
       Wahl – und dem Vernehmen nach möchte keine Fraktion neben der AfD sitzen.
       Da haben wir einen Tipp: die Diskussion „Rechtspopulisten in den
       Parlamenten: Wie umgehen mit der AfD?“, veranstaltet unter anderem von der
       Liga für Menschenrechte im Haus der Demokratie und Menschenrechte,
       Greifswalder Str. 4, am Donnerstag um 19 Uhr.
       
       24 Oct 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anna Klöpper
       
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