# taz.de -- An der bulgarisch-türkischen Grenze: Start für neue EU-Grenzschutzagentur
       
       > Die neue EU-Grenzschutzagentur hat ihre Arbeit aufgenommen.
       > EU-Innenkommissar Avramopoulos sprach in Bulgarien von einem
       > „historischen Tag“.
       
 (IMG) Bild: Die Außengrenze eines EU-Landes sei jetzt die aller Mitgliedstaaten, sagte Avramopoulos (r.)
       
       Kapitan Andreewo afp | Die wegen der Flüchtlingskrise verstärkte EU-Behörde
       für Grenz- und Küstenschutz hat ihre Arbeit aufgenommen. EU-Innenkommissar
       Dimitris Avramopoulos sprach am Donnerstag bei einer Pressekonferenz an der
       bulgarisch-türkischen Grenze von einem „historischen Tag“ in Zeiten, in
       denen Europas „Einheit auf dem Prüfstand steht“.
       
       Durch die mit erweiterten Eingriffsbefugnissen ausgestattete Behörde sei
       fortan „die Außengrenze eines Mitgliedstaates die Außengrenze aller
       Mitgliedstaaten“ der EU.
       
       Die Behörde geht aus der bisherigen EU-Grenzagentur Frontex hervor und hat
       weiter ihren Sitz in Warschau. Sie erhält ab Dezember eine ständig
       bereitstehende Reserve von 1.500 Grenzschützern, die in Krisensituationen
       schnell an die EU-Außengrenzen geschickt werden können. Deutschland stellt
       dabei laut Bundesinnenministerium 225 Beamte.
       
       Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte, die EU zeige mit der
       Behörde, „dass sie auch in dieser weiterhin nicht leichten Situation
       handlungsfähig bleibt“. Mit der besseren Kontrolle der Außengrenzen werde
       sie dazu beitragen, dass „die Errungenschaften des Schengenraums“
       langfristig erhalten bleiben, in dem normalerweise ungehindertes Reisen
       möglich ist. Wegen der Flüchtlingskrise hatten Deutschland und andere
       EU-Länder vor einem Jahr jedoch wieder Kontrollen an den
       Schengen-Binnengrenzen eingeführt.
       
       Mitgliedstaaten an den EU-Außengrenzen können nun nach dem neuen
       Frontex-Mandat verpflichtet werden, Hilfe der Behörde bei der
       Grenzsicherung anzunehmen. Tun sie dies nicht, können die anderen
       EU-Staaten Grenzkontrollen innerhalb des Schengenraums einführen.
       
       Zudem darf Frontex künftig auch selbst Abschiebeflüge einleiten, um
       Flüchtlinge in ihre Heimat zurückzubringen, wenn sie in Europa kein Asyl
       bekommen haben. Auch der Einsatz der Beamten in Drittstaaten etwa in
       Nordafrika ist möglich.
       
       6 Oct 2016
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Grenzschutz
 (DIR) Frontex
 (DIR) Schwerpunkt Flucht
 (DIR) EU
 (DIR) Bulgarien
 (DIR) Schwerpunkt Flucht
 (DIR) Malta
 (DIR) Schwerpunkt Flucht
 (DIR) Schwerpunkt Flucht
 (DIR) Schwerpunkt Flucht
 (DIR) Mittelmeer
 (DIR) Schwerpunkt Flucht
 (DIR) Frontex
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Präsidentschaftswahl in Bulgarien: Opposition gewinnt
       
       Mehr als 50 Prozent für Rumen Radew: Die reformierten Kommunisten gewinnen
       mit ihrem russlandfreundlichen Kandidaten die Stichwahl.
       
 (DIR) Deutsche Grenzkontrollen: EU erlaubt Verlängerung bis Februar
       
       Die EU-Kommission gestattet die weitere Aussetzung der Schengen-Regeln. Als
       Grund werden weiterhin erwartete Grenzübertritte von Flüchtlingen
       angegeben.
       
 (DIR) Französischer Spionageflug nach Libyen: Abgestürzt und aufgeflogen
       
       Französische Aufklärer verunglücken auf dem Weg nach Libyen beim Start in
       Malta. Den Vorfall begleiten drei Versionen und zwei Dementis.
       
 (DIR) Kommentar Wiener Flüchtlingsgipfel: Vor allem Grenzen sichern
       
       Es ging in Wien nicht darum, die Migration in geordnete Bahnen zu lenken.
       Die europäische Flüchtlingspolitik war schon mal weiter.
       
 (DIR) Wiener Flüchtlingsgipfel: Flüchtlingsabwehr lautet die Devise
       
       Beim Flüchtlingsgipfel sind alle zufrieden mit der Schließung der
       Balkan-Route. Griechenland soll geholfen werden.
       
 (DIR) Flüchtlingsgipfel in Wien: Merkel verspricht weitere Hilfe
       
       Gastgeber Österreich war entscheidend an der weitgehenden Schließung der
       Balkanroute beteiligt. Ein Gipfel der angrenzenden Staaten versuchte eine
       Bilanz.
       
 (DIR) Angst vor Flucht aus Ägypten: Bald noch ein Flüchtlingsabkommen?
       
       Nach Frontex-Angaben entwickelt sich Ägypten zu einem wichtigen Standpunkt
       für Schlepper. Martin Schulz (SPD) schlägt deshalb ein Abkommen mit dem
       Land vor.
       
 (DIR) Flüchtlingsboot verunglückt: Mindestens 42 Menschen ertrunken
       
       Vor der Küste von Alexandria ist ein Boot mit mehreren Hundert Flüchtlingen
       gesunken. Vier Menschen sind in der Folge inzwischen festgenommen worden.
       
 (DIR) Bundeswehreinsatz im Mittelmeer: 650 Soldaten auf Nato-Mission
       
       Den Seeraum überwachen, Schiffe nach mutmaßlichen Terroristen durchsuchen –
       das soll die Nato-Operation „Sea Guardian“. Aber es gibt noch eine weitere
       Funktion.