# taz.de -- Kommentar zur PR-Strategie der Hamburger Polizei: Täglicher Irrsinn
       
       > Gefahrengebiete gelten als verfassungswidrig, aber die Polizei
       > praktiziert sie weiter. Sie betreibt Schikane und Repression als
       > Öffentlichkeitsarbeit
       
 (IMG) Bild: Na, was haben wir denn da? Schwer beschäftigte Polizisten im Gefahrengebiet im Oktober 2014
       
       Die Polizei spielt Krieg im Gefahrengebiet – ob das nun verfassungsgemäß
       ist oder nicht, scheint nicht so wichtig zu sein. Hauptsache, die
       HamburgerInnen sehen die Polizei in Aktion. Wie sonst soll man
       interpretieren, dass im Gefahrengebiet St. Pauli ohne Ende Ressourcen
       aufgebracht werden, um immer und immer wieder Personalien zu kontrollieren,
       Hinterhöfe auszuleuchten und Tag und Nacht vor Privatgrundstücken
       rumzulungern? Obwohl nichts dabei herauskommt, außer dass Geflüchtete sowie
       alteingesessene AnwohnerInnen schikaniert werden, weil sie unter dem
       Pauschalverdacht stehen, am Drogenhandel beteiligt zu sein oder diesen zu
       unterstützen.
       
       Diesen täglichen Irrsinn nehmen Polizei und Innenbehörde nicht nur in Kauf,
       sondern sie arbeiten eifrig daran, dass niemand auf die Idee kommt, sie
       gingen nicht hart genug gegen vermeintliche Drogendealer vor. Andy Grote,
       der sympathische St. Paulianer, zu weich für das Amt? Das ist das
       Horror-Szenario der SPD. Um das zu vermeiden, betreibt sie
       Öffentlichkeitsarbeit. Natürlich nicht mit freundlichen Plakaten,
       Kinderfesten oder Werbeveranstaltungen. Sondern mit Schikane und
       Repression.
       
       Vor Kurzem hat sich ein Mitarbeiter der Polizeipressestelle verplappert:
       „Die Polizei wird ihre intensivierten Maßnahmen zur öffentlich
       wahrnehmbaren Drogenbekämpfung auch weiterhin fortführen“, schrieb er in
       einer Mitteilung. Das sagt viel: Keiner, schon gar nicht die Polizei
       selbst, glaubt noch daran, dass es bei den täglichen Polizeikontrollen im
       „Gefahrengebiet Drogenkriminalität“ um die Bekämpfung der
       Drogenkriminalität geht.
       
       42.472 Arbeitsstunden hat die Task Force Drogenkriminalität in Hamburg
       bisher absolviert, gab der Senat Mitte August an – auf das Drogen-Business
       hat sich das nicht ausgewirkt. Wie auch? Dazu müsste man die Substanzen
       legalisieren und den Geflüchteten zu legalen Jobs verhelfen. Aber das wäre
       gar nicht im Sinne derer, die damit beschäftigt sind, an ihrem Image zu
       feilen. Sie machen lieber weiterhin PR.
       
       2 Sep 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Katharina Schipkowski
       
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