# taz.de -- Security in Flüchtlings-Heimen: Teure Sicherheit
       
       > Kosten für Wachdienste in Erstunterkünften sind je nach Träger extrem
       > unterschiedlich. Die Stadt hat in Juni 92 Personen die Arbeit als
       > Security untersagt
       
 (IMG) Bild: Nicht jeder von ihnen darf in Flüchtlingsheimen arbeiten: Wachschützer
       
       Die im vorigen Herbst geschaffenen Notunterkünfte für Flüchtlinge leeren
       sich, doch die Präsenz von Security und die Kosten für die Bewachung
       bleiben vielenorts offenbar unvermindert hoch. Diesen Eindruck kann man
       nach Lektüre der Antworten auf schriftliche Anfragen haben, die die
       CDU-Politikerin Karin Prien und deren FDP-Kollegin Jennifer Dutschke
       stellten.
       
       Noch moderat sind die Kosten beispielsweise in der Rahlstedter Unterkunft
       am Hellmesberger Weg mit 400 Plätzen. In den Monaten März bis Juli wurden
       dort im Durchschnitt 257 Euro pro Bewohner für die Sicherheit ausgegeben.
       Ähnlich die Schnackenburgsallee in Schnelsen, wo im Zeitraum März bis Juli
       1,625 Millionen Euro für Security gezahlt wurden, das sind bei rund 1.200
       Bewohnern auch etwa 270 Euro pro Monat und Person.
       
       Hoch scheinen die Wachdienstkosten dagegen für die Unterkunft
       Behrmannplatz, die vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betrieben wird und 100
       Plätze hat. Laut Senat wurden im Juli für die Sicherheit 256.592 Euro
       gezahlt. Das sind umgerechnet auf die 62 Bewoher über 4.000 Euro pro
       Person. Ähnlich die Relation in der DRK-Einrichtung Albert-Einstein-Ring:
       Dort wurden im Monat Juli 462.600 für Security überwiesen. Das sind bei 183
       Bewohnern, die dort lebten, rechnerisch 2.528 Euro pro Monat und Person.
       
       Gefragt nach einer Erklärung sagt Christiane Kuhrt vom Zentralen
       Koordinierungsstab für Flüchtlinge (ZKF), solche Rechnung seien schwierig.
       Denn zwischen Leistungserbringung, Rechnung und Zahlung vergehe einige
       Zeit: „Die im Juli geleisteten Zahlungen beziehen sich somit auf eine
       Rechnung aus einem früheren Monat.“ Außerdem hänge die Höhe der Kosten auch
       von Art der Einrichtung ab.
       
       Doch auch in der Betrachtung mehrerer Monate liegen die Security-Kosten für
       die hier erwähnten Einrichtungen weit auseinander. „Es zeigt sich, dass der
       Innensenator die Kosten trotz rückläufiger Flüchtlingszahlen überhaupt
       nicht im Griff hat“, findet CDU-Frau Prien. Der Senat lasse den privaten
       Betreibern „freie Hand im Umgang mit Anschaffungen und Dienstleistungen“,
       moniert auch die FDP-Politikerin Dutschke. Beide kritisieren, dass es noch
       immer keine Verträge zwischen der Stadt und den Betreibern gibt, die
       Abrechnungsregeln festschreiben.
       
       Doch nicht nur die Kosten sind problematisch. Eine zu große Präsenz von
       Wachdiensten könne dazu führen, dass diese, insbesondere nachts und abends
       die Regeln des Zusammenlebens zu sehr bestimmen, warnt Prien. Wie ebenfalls
       aus ihrer Anfrage hervorgeht, hat die Innenbehörde nach einer Überprüfung
       allein zum 20. Juni 92 Personen aus neun Firmen untersagt, im Wachdienst
       von Erstaufnahmen tätig zu sein. Gut ein Dutzend Hinweise kamen nach
       taz-Information vom Verfassungsschutz, die übrigen von der Kripo. In den
       anderthalb Jahren zuvor hatten nur 56 Personen eine Sperre bekommen.
       
       ZKF-Sprecherin Kuhrt erklärt, bei den Prüfungen habe es einen
       „Bearbeitungsrückstand“ gegeben. Das könnte die jetzige hohe Zahl erklären.
       Alle Mitarbeiter, die zum Einsatz kämen, würden überprüft. Geschäftsführer,
       die nicht mit dem operativen Geschäft befasst sind, „können nicht überprüft
       werden“, behauptet Kuhrt.
       
       Prien will nun eine neue Anfrage stellen. Sie erbittet vom Senat nun doch
       monatsgenaue Abrechnungen. Zudem will die Abgeordnete wissen, wie viele
       Geschäftsführer nicht bereit gewesen seien, sich überprüfen zu lassen.
       Hamburg könnte ihrer Auffassung nach für diesen sensiblen Bereich wie
       Bayern das Gesetz strenger auslegen.
       
       5 Sep 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Kaija Kutter
       
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