# taz.de -- SPDler über Anti-„Ende Gelände“-Protest: „Keine Neonazis wahrgenommen“
       
       > Tausende haben am Wochenende in der Lausitz gegen Kohle protestiert.
       > Dabei hätten viele gegen das Gesetz verstoßen, meint SPD-Mann Ulrich
       > Freese.
       
 (IMG) Bild: Sehen doch ganz friedlich aus: Aktivisten des Protestbündnisses „Ende Gelände“
       
       taz: Herr Freese, Sie haben am Samstag in der Lausitz gegen die Aktion
       „Ende Gelände“ demonstriert. Warum? 
       
       Ulrich Freese: Ich wollte zeigen, dass ich an der Seite der Menschen stehe,
       die hier im Tagebau und im Kraftwerk Arbeit haben. Zudem finde ich die
       Anti-Kohle-Proteste nicht akzeptabel. Die Veranstalter mussten wissen, dass
       sie Leute aus ganz Europa einladen, die nicht gewaltfrei protestieren
       wollen. Und so ist es ja auch gekommen. Das Werksgelände ist erstürmt
       worden, es gab Sachbeschädigungen. Die Veranstaltung war an vielen Stellen
       gesetzeswidrig.
       
       Das sah die Polizei offenbar anders. Sie hat die Besetzung von Schienen und
       Baggern hingenommen und hält sie nicht für strafbar. 
       
       Dass die Polizei zunächst eine Deeskalationsstrategie an den Tag gelegt
       hat, verstehe ich. Aber als Landfriedensbruch begangen wurde, hat sie die
       notwendigen Aktivitäten entwickelt.
       
       Aus Reihen der Teilnehmer der Pro-Kohle-Demo hat es Attacken auf
       Anti-Kohle-Aktivisten gegeben, auch Rechtsextreme haben später Teilnehmer
       von „Ende Gelände“ angegriffen. Haben Sie sich in schlechte Gesellschaft
       begeben? 
       
       Nein, das muss man klar trennen. [1][Bei der Kundgebung habe ich keine
       Neonazis wahrgenommen und keine Übergriffe gesehen.] Ob es später, nach dem
       offiziellen Ende der Kundgebung, dazu gekommen ist, kann ich nicht sagen.
       
       Dafür gibt es Augenzeugen. 
       
       Wenn das so gewesen sein sollte, verurteile ich das aufs Schärfste, weil
       das den guten Eindruck unserer spontanen Veranstaltung zunichtemachen
       würde. Ich begrüße auch, dass die Polizei später in Spremberg eine
       Ansammlung von bekannten Neonazis unterbunden hat, um mögliche Gewalt gegen
       die Klima-Aktivisten zu unterbinden.
       
       17 May 2016
       
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 (DIR) Malte Kreutzfeldt
       
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