# taz.de -- Vor Nukleargipfel in Washington: Opposition fordert Atomwaffenabzug
       
       > Mehr als 50 Staats- und Regierungschefs beraten in Washington über
       > nukleare Sicherheit. Grüne und Linke wollen Deutschland zur
       > atomwaffenfreien Zone machen.
       
 (IMG) Bild: TeilnehmerInnen eines Ostermarsches in der Nähe des mit Atomwaffen bestückten Fliegerhorsts Büchel in der Eifel
       
       Berlin dpa | Vor dem Nukleargipfel in Washington haben Linke und Grüne die
       Bundesregierung dazu aufgefordert, sich für den Abzug der verbliebenen
       Atomwaffen in Deutschland einzusetzen.
       
       „Wir brauchen atomwaffenfreie Zonen. Deutschland sollte eine dieser Zonen
       sein, denn die Menschen wollen keine Atombomben vor ihrer Haustür“, sagte
       Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur.
       „Deswegen muss die Bundesregierung mit den USA über den Abzug nuklearer
       Sprengköpfe verhandeln, die noch immer auf deutschem Boden lagern.“
       
       Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht verwies darauf, dass sich der
       Bundestag bereits 2010 auch mit den Stimmen von Union und SPD für den Abzug
       der Atomwaffen ausgesprochen hat. „Es ist ein Armutszeugnis und steht im
       Widerspruch zu einer souveränen Regierung, dass sich die große Koalition
       nicht traut, in dieser existenziellen Frage einen Beschluss des Deutschen
       Bundestags gegenüber der US-Administration zu vertreten“, sagte Wagenknecht
       der dpa.
       
       Nach Expertenschätzung lagern in Büchel in der Eifel (Rheinland-Pfalz) noch
       10 bis 20 Atomsprengköpfe aus den Zeiten des Kalten Kriegs, für deren
       Einsatz im Ernstfall die Bundeswehr „Tornado“-Kampfflieger bereit hält.
       
       ## Abschreckungskonzept der Nato
       
       Der Bundestag setzte sich 2010 zwar mit den Stimmen von Union, SPD, FDP und
       Grünen für einen Abzug ein. Allerdings erklärte die damalige schwarz-gelbe
       Regierung auch, dass es keinen Alleingang ohne Abstimmung mit den
       Nato-Partnern geben werde. Nuklearwaffen sind weiterhin ein zentraler
       Bestandteil des Abschreckungskonzepts der Nato.
       
       Am Donnerstag und Freitag beraten mehr als 50 Staats- und Regierungschefs
       sowie zahlreiche Vertreter internationaler Organisationen auf Einladung von
       US-Präsident Barack Obama in Washington über nukleare Sicherheit.
       
       Dabei soll die Gefahr eines Missbrauchs von Nuklearmetarial durch
       Terroristen im Vordergrund stehen. Obama hatte 2009 in einer Rede das
       Fernziel einer atomwaffenfreien Welt ausgegeben. Bundeskanzlerin Angela
       Merkel (CDU) nimmt an dem Gipfel in Washington nicht teil. Sie wird von
       Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vertreten.
       
       31 Mar 2016
       
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