# taz.de -- UN-Resolution gegen Nordkorea: USA und China sind sich einig
       
       > Der gemeinsame Entwurf für UN-Sanktionen gegen Nordkorea sieht vor, dass
       > künftig alle Lieferungen von und aus Nordkorea kontrolliert werden.
       
 (IMG) Bild: Kim Jong Un bei einer Militärparade: USA und China wollen ihn jetzt gemeinsam stoppen.
       
       New York afp | Nach den jüngsten Atom- und Raketentests von Nordkorea gehen
       die USA und China im UN-Sicherheitsrat gemeinsam entschlossen gegen
       Pjöngjang vor: Beide Länder einigten sich auf einen Resolutionsentwurf,
       über den das mächtigste UN-Gremium am Donnerstag erstmals beriet. Er sieht
       unter anderem erstmals eine verpflichtende Inspektion aller Lieferungen aus
       und nach Nordkorea vor, wie die US-Botschafterin bei der UNO, Samantha
       Power, hervorhob.
       
       „Zum ersten Mal in der Geschichte würde jede Ladung“ aus und nach Nordkorea
       „einer verpflichtenden Inspektion unterliegen“, sagte Power nach der
       Vorstellung des Resolutionsentwurfs im Sicherheitsrat vor Journalisten in
       New York. Nordkoreanische Frachter mit mutmaßlich illegalen Gütern an Bord
       würden aus allen Häfen weltweit ausgeschlossen.
       
       Nordkorea soll keine Kohle, kein Eisen, Gold, Titan und keine seltenen
       Erden mehr ausführen und keinen Flugzeug- und Raketentreibstoff mehr
       einführen dürfen. Der Resolutionsentwurf sieht laut Power zudem ein totales
       Embargo für konventionelle Waffen sowie eine Verschärfung der
       Finanzsanktionen gegen das kommunistische Land vor.
       
       Diese Strafmaßnahmen sollten eine „eindeutige und unbeugsame Botschaft“ an
       Pjöngjang aussenden, sagte Power. Eine Abstimmung über eine Verschärfung
       der Sanktionen könnte laut UN-Diplomaten in den kommenden Tagen erfolgen.
       
       Der französische UN-Botschafter François Delattre sagte, die Strafmaßnahmen
       würden einen „beispiellosen Umfang“ erreichen, um der „unverantwortlichen
       Flucht nach vorne des nordkoreanischen Regimes“ Einhalt zu gebieten.
       
       ## Atomwaffenstaat Nordkorea wird nicht akzeptiert
       
       Die nationale Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama, Susan
       Rice, und der chinesische Außenminister Wang Yi hatten sich am Mittwoch auf
       die neuen Sanktionen geeinigt. Die USA und China würden Nordkorea als
       „Atomwaffenstaat“ nicht akzeptieren, hieß es aus dem Weißen Haus.
       
       Zu dem Gespräch zwischen Rice und Wang kam den Angaben zufolge auch Obama
       dazu. Er habe damit „sein Interesse an dauerhaften, konstruktiven und
       produktiven Beziehungen zwischen den USA und China unterstreichen“ wollen.
       Der Präsident werde zudem seinen chinesischen Kollegen Xi Jinping am 31.
       März zu einem Gipfel zur atomaren Sicherheit in Washington empfangen.
       
       Nordkorea strapazierte zuletzt mit neuen Provokationen auch zunehmend die
       Geduld seines traditionellen Verbündeten China. Anfang Januar hatte
       Pjöngjang erklärt, erstmals eine Wasserstoffbombe erfolgreich getestet zu
       haben. Experten bezweifeln aber, dass es sich tatsächlich um eine
       Wasserstoffbombe handelte.
       
       ## Internationale Empörung
       
       Anfang Februar sorgte Pjöngjang dann mit dem Start einer Langstreckenrakete
       international für Empörung. Zudem gehen die US-Geheimdienste davon aus,
       dass Pjöngjang den Atomreaktor Yongbyon mit der Möglichkeit zur Produktion
       von Plutonium wieder hochgefahren hat. Als Reaktion verschärften die USA
       bereits ihre Sanktionen gegen das abgeschottete kommunistische Land.
       
       Ziel der Maßnahmen sei nicht, die Lage weiter zu verschärfen, sondern den
       nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un davon zu überzeugen, dass er sich
       neuen Gesprächen über das Atomprogramm seines Landes öffnen müsse, hatte
       US-Außenminister John Kerry am Dienstag nach einem Treffen mit Wang in
       Washington erklärt.
       
       Gegen Nordkorea wurden bereits nach den drei vorangegangenen Atomtests von
       2006, 2009 und 2013 Sanktionen verhängt. Anfang Februar wurde ein
       vertraulicher Bericht einer Gruppe von UN-Experten bekannt, worin die gegen
       Nordkorea verhängten Sanktionen als Fehlschlag bewertet werden. Die
       Strafmaßnahmen hätten Pjöngjang nicht gehindert, sein Atom- und
       Raketenprogramm schrittweise auszubauen, hieß es darin.
       
       26 Feb 2016
       
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