# taz.de -- Wahlkampf in Rheinland-Pfalz: Klöckner setzt auf Guttenberg
       
       > CDU-Kandidatin Julia Klöckner hat ihr Team vorgestellt. Mit dabei:
       > Karl-Theodors kleiner Bruder, Vorturner Eberhard Gienger und ein
       > Atom-Fuchs.
       
 (IMG) Bild: Alles dabei – aber meistens männlich: Schattenkabinett der Julia Klöckner
       
       MAINZ taz | Die Gelfrisur sitzt schon mal. Das gewinnende Lächeln wirkt
       vertraut. Nur das Gesicht ist etwas runder, jünger, die Brille fehlt. Mit
       Philipp Franz Freiherr zu Guttenberg, dem jüngeren Bruder von Karl-Theodor,
       betritt ein weiterer Sohn der Guttenberg-Dynastie die politische Bühne. Und
       zwar als Mitglied des Kompetenzteams von Julia Klöckner. Dies stellte die
       rheinland-pfälzische CDU-Spitzenkandidatin am Dienstag vor.
       
       Philipp zu Guttenberg, eigentlich Philipp Franz Maria Antonius Friedrich
       Wilhelm Emanuel Johannes Freiherr von und zu Guttenberg, ist von der
       CDU-Frau als Kandidat für das Ressort Umwelt, Forsten und Nachhaltigkeit
       berufen worden. In Umweltkreisen ist zu Guttenberg schon bekannt: Im
       Dezember hatte der Freiherr und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft
       Deutscher Waldbesitzerverbände die Negativauszeichnung „Dinosaurier des
       Jahres“ vom Naturschutzbund erhalten und sogar abgeholt.
       
       „Er will einen hundertprozentigen Wirtschaftswald und spricht sich gegen
       alle anderen ökologischen Funktionen aus, die Wälder auch haben“, so
       Nabu-Präsident Olaf Tschimpke. Außerdem habe zu Guttenberg als
       „Cheflobbyist“ in Brüssel gegen Arten- und Naturschutzgebiete gekämpft und
       sich auch in Deutschland gegen sich selbst überlassene Waldstücke
       eingesetzt.
       
       Klöckner warb für ihr Team mit den Worten, es stehe für „frischen Schwung
       und neue Kraft“. In ihr Kompetenzteam berief sie neben vielen bekannten und
       schon vorher als mehr oder minder gesetzt geltenden Landespolitikern auch
       den früheren Kunstturner und heutigen CDU-Bundestagsabgeordneten Eberhard
       Gienger. Er soll sich um „Sport, Ehrenamt und Gutes Leben“ kümmern. Düzen
       Tekkal, Journalistin kurdisch-türkischer Abstammung, soll für Integration
       und Frauen zuständig werden.
       
       Frischen Schwung soll der CDU auch der Bundestagsabgeordnete Michael Fuchs
       bringen. Der stellvertretende Fraktionschef ist für Industrie, Wirtschaft
       und Mittelstand zuständig. Gute Wirtschaftspolitik, das betont Fuchs des
       Öfteren, sei für ihn vor allem eines: die Stärkung der Industrie. Diese
       sieht er als Schlüssel der Wirtschaft.
       
       Der Ausbau der Erneuerbaren müsse hingegen verlangsamt werden, damit kein
       zu großer wirtschaftlicher Schaden entstehe, sagte er dem Handelsblatt im
       Januar. Für Aufsehen sorgte Fuchs in der Vergangenheit unter anderem
       dadurch, dass er den „Appell für den Erhalt von Atomstrom und Kohle“
       unterzeichnete – als einziger aktiver Bundespolitiker.
       
       Die SPD im Land wundert sich indessen, warum Klöckner 13 Kandidaten für
       derzeit 8 Ministerien beruft. Sie warnen, dass Klöckner mit Steuergeldern
       den Verwaltungsapparat aufblähen wolle. Auch die Grünen ließen das Team
       nicht unkommentiert: „Es ist bezeichnend, dass gerade mal vier Frauen im
       Schattenkabinett der Teilzeit-Frauenrechtlerin Julia Klöckner vertreten
       sind“, sagte Fraktionschef Daniel Köbler.
       
       4 Feb 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Alina Leimbach
       
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