# taz.de -- Piraten für die Linkspartei: Neue politische Heimat gefunden
       
       > 2011 hatten die Piraten ihren großen Moment und zogen ins Berliner
       > Parlament ein. Später zerstritt sich die Partei. Nun freut sich die
       > Konkurrenz über Überläufer.
       
 (IMG) Bild: Revolutionieren die Piraten jetzt die Linke? 36 Piratenpolitiker unterstützen nun die Partei
       
       BERLIN dpa | Die Piratenpartei zerfällt – und die Linkspartei profitiert.
       36 aktuelle und frühere Piraten aus ganz Deutschland unterstützen künftig
       die Partei Die Linke. Das kündigten der Vorsitzende der Berliner
       Piratenfraktion, Martin Delius, und der Berliner Linke-Vorsitzende Klaus
       Lederer am Donnerstagabend an, acht Monate vor der Abgeordnetenhauswahl im
       September. Unter den Unterstützern des Aufrufs sind Abgeordnete aus Berlin
       und NRW sowie ehemals führende Vertreter aus dem Bundesvorstand, aus
       Sachsen, Trier und Bremen.
       
       Die Piraten sitzen seit einigen Jahren in den Landtagen in Berlin,
       Schleswig-Holstein, NRW und im Saarland. Zuletzt konnten sie keine
       Wahlerfolge mehr erzielen, die Partei zerstritt sich, etliche Politiker
       traten aus Partei und Fraktionen aus.
       
       Delius, der die Partei im Dezember verließ, will zunächst weiterhin nicht
       in die Linke eintreten und auch nicht auf einer Liste bei der
       Abgeordnetenhauswahl antreten. Er sagte aber auch auf eine Frage zu seiner
       weiteren Planung über 2016 hinaus: „Ich kann für die Zukunft gar nichts
       ausschließen.“
       
       Am Wochenende will die Berliner Piratenpartei ihre Kandidaten für die
       Abgeordnetenhauswahl im September aufstellen. Nur fünf von 15 Mitglieder
       der Fraktion wollen wieder antreten.[1][Der aktuellen Forsa-Umfrage für die
       Berliner Zeitung zufolge] käme die junge Partei derzeit nur auf drei
       Prozent der Wählerstimmen.
       
       ## Es werden immer mehr
       
       Unterstützer der Linken sind jetzt die Berliner Abgeordneten Oliver
       Höfinghoff und Simon Weiß. Außerdem weitere Piraten aus den Bezirken der
       Hauptstadt. Ebenso gehören der NRW-Landtagsabgeordnete Daniel Schwerd, der
       im Oktober 2015 aus Partei und Fraktion ausgetreten ist, dazu. Auch das
       frühere Mitglied im Bundesvorstand, Julia Schramm, und Florian Bokor,
       Ex-Vorstand Piratenpartei Sachsen, sowie ehemalige Piraten-Vorstände aus
       Trier und Bremen sind dabei.
       
       Lederer begrüßte den Schritt von Delius und seinen Kollegen. Der Kontakt
       zwischen Linken und Piraten sei im Lauf der Jahre immer besser geworden,
       sagte er. Die politischen Vorstellungen seien ähnlich und eine intensivere
       Mitarbeit von Delius nach der Abgeordnetenhauswahl schließe er auch nicht
       aus. Zur Zeit gebe es aber keine konkreten Planungen.
       
       Die Grünen waren für Delius keine konkrete Option. „Dort gibt es mehr Angst
       vor Neuen, das Hauen und Stechen um Posten ist größer“, [2][sagte er dem
       Tagesspiegel]. „Und inhaltlich stehen wir den Linken näher.“
       
       22 Jan 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.berliner-zeitung.de/berlin/forsa-umfrage-kollektiver-absturz-der-berliner-politiker-wegen-fluechtlingspolitik,10809148,32967564.html
 (DIR) [2] http://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-wahl-2016-36-ex-piraten-unterstuetzen-linke/12863260.html
       
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