# taz.de -- Umsatzprognosen Einzelhandel 2015: Stärkstes Wachstum seit 20 Jahren
       
       > Der Umsatz im Einzelhandel wächst um 2,7 Prozent – wegen
       > Weihnachtsgeschäft und Online-Boom. Auch die Zuwanderung lässt höhere
       > Verkaufszahlen erwarten.
       
 (IMG) Bild: Der deutsche Einzelhandel erwartet auch für 2016 noch hohes Wachstum.
       
       Berlin rtr | Die deutschen Einzelhändler rechnen in diesem Jahr auch wegen
       eines gutes Weihnachtsgeschäft und der starken Zuwanderung mit dem
       stärksten Wachstum seit zwei Jahrzehnten. Der Umsatz werde um 2,7 Prozent
       auf rund 471 Milliarden Euro steigen, sagte der Branchenverband HDE am
       Mittwoch in Berlin voraus. Er hob damit seine bisherige Prognose von 2,0
       Prozent deutlich an.
       
       „Die Arbeitsmarktdaten sind gut, die Realeinkommen steigen und die
       Preissteigerungen sind moderat“, begründete HDE-Präsident Josef
       Sanktjohanser. Der Aufwärtstrend soll sich 2016 fortsetzen. „Es dürfte
       wieder die Zwei vor dem Komma stehen“, sagte Sanktjohanser.
       
       Dem gerade anlaufende Weihnachtsgeschäft sehen die Einzelhändler
       optimistisch entgegen. Der Umsatz dürfte im November und Dezember zusammen
       um 2,0 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf knapp 87 Milliarden Euro steigen.
       Einen stärkeren Anstieg gab es zuletzt 2010. Im vergangenen Jahr hatte es
       nur zu einem Plus von 0,8 Prozent gereicht. Jeder Einwohner wolle im
       Schnitt 460 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben, ergab eine
       Verbraucherumfrage. „Damit steigt die Summe, die für Geschenke zu
       Heiligabend ausgegeben wird, das fünfte Jahr in Folge“, betonte
       Sanktjohanser.
       
       Besonders gefragt seien Geschenkgutscheine, Bücher, Schreibwaren und
       Kosmetik. „Aber auch Uhren, Schmuck, Juwelen, Gold und Silberwaren stehen
       auf vielen Einkaufslisten ganz oben“, sagte der HDE-Präsident. Immer mehr
       Deutsche bestellen ihre Geschenke im Internet. Der Online-Handel dürfte
       seine Einnahmen im Weihnachtsgeschäft um zwölf Prozent auf 11,2 Milliarden
       Euro steigern. Auf der anderen Seite stünden aber auch viele Einzelhändler
       unter erheblichem Druck. Der HDE befürchtet, dass bis 2020 Tausende
       Geschäfte aufgeben müssen.
       
       Impulse erwartet die Branche vom der Einwanderung Hunderttausender
       Flüchtlinge. „Wir haben ein Prozent mehr Einwohner im Land, es wird zu mehr
       Einzelhandelsumsatz durch den Zustrom kommen“, sagte Sanktjohanser. Viele
       Asylbewerber dürften einen großen Teil ihres verfügbaren Einkommens in den
       Konsum stecken. „Insoweit ist das auch ein Konjunkturprogramm“, sagte
       Sanktjohanser. „Das sehen wir als Wirtschaftsfaktor.“
       
       11 Nov 2015
       
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