# taz.de -- Korruptionsskandal in Guatemala: Staatschef Pérez tritt zurück
       
       > Nachdem Haftbefehl gegen Otto Pérez Molina erlassen wurde, tritt der
       > Staatschef zurück. Der Vorwurf gegen ihn: massive Zollverstöße.
       
 (IMG) Bild: Sie freuten sich bereits, als nur die Immunität des Präsidenten aufgehoben wurde: Demonstranten in Guatemala Stadt am 1. September.
       
       Guatemala-Stadt ap/afp | Ein Richter hat im Zuge des Korruptionsskandals in
       Guatemala den Befehl zur Festnahme des amtierenden Präsidenten Otto Pérez
       Molina gegeben. Das erklärte Generalstaatsanwältin Thelma Aldana am späten
       Mittwochabend (Ortszeit) im Fernsehsender Canal Antigua. Nach
       guatemaltekischem Gesetz muss Pérez zurücktreten, wenn er in
       Untersuchungshaft genommen wird. Bevor es allerdings soweit kam, trat Pérez
       am zurück, wie ein Sprecher in der Nacht zu Donnerstag (Ortszeit) erklärte.
       
       Das Parlament in Guatemala-Stadt hatte am Dienstag die Immunität des
       Staatschefs aufgehoben und so den Weg zu einem Verfahren gegen Pérez Molina
       freigemacht. Die 132 anwesenden Abgeordneten stimmten geschlossen für die
       Aufhebung der Immunität des Staatschefs. Damit wurde die erforderliche
       Zweidrittel-Mehrheit in dem 158 Mitglieder zählenden Parlament klar
       erreicht.
       
       Ein Gericht hatte daraufhin bereits angeordnet, dass der Präsident nicht
       außer Landes reisen darf. Generalstaatsanwältin Aldana begründete dies mit
       Fluchtgefahr.
       
       Pérez wird von der guatemaltekischen Staatsanwaltschaft und UN-Ermittlern
       beschuldigt, einer der führenden Köpfe eines Korruptionsnetzwerks beim Zoll
       gewesen zu sein. Gegen Schmiergelder sollen Importeuren Zollabgaben in
       Millionenhöhe erlassen worden sein. Seit April verlangten Demonstranten bei
       wöchentlichen Massenprotesten seinen Rücktritt.
       
       Pérez Molina beteuert allerdings, selbst keinen Cent bekommen zu haben und
       beharrte darauf, bis zum Ende seines Mandats Mitte Januar zu amtieren. Bei
       der bevorstehenden Präsidentschaftswahl darf Pérez aus
       verfassungsrechtlichen Gründen ohnehin nicht antreten.
       
       Die ehemalige Vizepräsidentin Roxana Baldetti war vergangene Woche wegen
       des Vorwurfs in Haft genommen worden, sie habe 3,3 Millionen Euro
       Schmiergeld von Geschäftsleuten angenommen, die Importzölle umgehen
       wollten. Mehrere Kabinettsmitglieder traten von ihren Ämtern zurück.
       
       3 Sep 2015
       
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